Neues Besucherzentrum am Mainzer Judensand wird eröffnet
UNESCO-Welterbestätte feiert Eröffnung trotz unvollständiger Infrastruktur
Quick Look
- Am Sonntag wird das neue Besucherzentrum am Mainzer Judensand offiziell eröffnet.
- Das Sechs-Millionen-Euro-Projekt zur UNESCO-Welterbestätte ist jedoch trotz fehlender Parkplätze und Barrierefreiheit noch nicht vollendet.
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Why It Matters
Der jüdische Friedhof Judensand in Mainz ist Teil der UNESCO-Welterbestätte der SchUM-Städte.
Ganz fertig ist man ja ohnehin nie. Und so verwundert es kaum, dass am Sonntag bereits offiziell die Eröffnung des neuen Besucherzentrums am Mainzer Judensand gefeiert werden darf. Und das, obwohl das Sechs-Millionen-Euro-Projekt längst noch nicht vollendet ist. So fehlen beispielsweise Auto- und Busparkplätze in der Nähe des frisch angelegten Friedhofsgeländes an der Mombacher Straße, das in Zukunft Touristen und Reisegruppen aus aller Welt anziehen soll. „Barrierefrei“ kann man den Weg zu dem an einem steilen Hang gelegenen Ausstellungspavillon und der dazugehörigen Aussichtsplattform auch nicht nennen. Was gleichermaßen für die nur leidlich ertüchtigte Steintreppe von und zur Neustadt gilt.
Besucherzentrum für das Welterbe
Doch trotz solcher Unvollkommenheit – und der berechtigten Kritik daran – lässt sich sagen, dass die Umstrukturierung des nun endlich aus der Vergessenheit geholten Judensands bisher ganz gut gelungen ist. Anders als in Darmstadt, wo 2021 auch die Mathildenhöhe auf die UNESCO-Welterbeliste gesetzt wurde, gibt es in Mainz fünf Jahre später tatsächlich das zu der Auszeichnung gehörende Besucherzentrum, in dem Gäste alle notwendigen Informationen zum jüdischen Leben am Rhein und über die Rolle der drei im Mittelalter bedeutenden Städte Speyer, Worms und Mainz erhalten.
Dass die als Einfassung gedachte Eibenhecke mit schmalen Sichtfenstern aktuell deutliche Lücken aufweist, ist dem Hitzesommer geschuldet. Und dass längst nicht alle 1700 historischen Grabsteine, die für den 1926 eröffneten Denkmalfriedhof zusammengetragen wurden, in neuem Glanz erstrahlen, dürfte wohl der inzwischen auch in Mainz wieder zu beklagenden Finanznot der Kommunen geschuldet sein. Ärgerlich ist schon eher, dass sich eine wirklich gute Idee auf der anderen Seite der Mombacher Straße, also am früheren Güterbahnhof, noch immer nicht hat verwirklichen lassen. Dort ist eigentlich ein Mahnmal geplant, mit dem künftig an die Massendeportationen unter der Herrschaft der Nationalsozialisten erinnert werden soll: Rund 1100 Juden aus Mainz und Rheinhessen und fast 100 Angehörige der Sinti sind von dort per Zug in Lager – und oftmals auch in den Tod – geschickt worden.
Dass manche Dinge ihre Zeit brauchen, hat die inzwischen doch zum großen Teil abgeschlossene Neugestaltung des alten jüdischen Friedhofs gerade noch einmal verdeutlicht. Am Sonntag ist es also endlich so weit: Dann können die Mainzer von 13 bis 18 Uhr ihre UNESCO-Welterbestätte bei freiem Eintritt besuchen und feiern. Neben Führungen und vielen Erklärungen dürfen beim Bürgerfest auf Mainzer Art dann auch Musik, Speisen und Getränke nicht fehlen.
What to Watch
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Bürgerfest und Eröffnung am Sonntag mit freiem Eintritt
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Open Questions
- Wann wird die barrierefreie Erschließung abgeschlossen sein?
- Wann beginnt der Bau des geplanten Mahnmals am früheren Güterbahnhof?



