News: Friedensnobelpreis, Uefa gegen Infantino, Rot-grün-rote Sondierung in Berlin
Quick Look
Trump forderte den Friedensnobelpreis und beleidigte Norwegen nach der Vergabe an Machado; Uefa plant den Sturz von Fifa-Präsident Infantino durch einen repräsentativen Nachfolger; Berliner Linke diskutiert über Antisemitismus-Abkommen und Koalitionsrisiken, während der BND eine Nebentätigkeit für den mutmaßlichen Komplizen von Ex-Chef Hanning genehmigte.
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Why It Matters
Trump hatte sich den Friedensnobelpreis gewünscht und beleidigte Norwegen nach der Vergabe an Machado; die Uefa trifft sich in Berlin, um über einen Nachfolger für Infantino zu beraten; die Berliner Linke diskutiert über ein Antisemitismus-Abkommen und interne Konsequenzen bei Verstößen.
Schon das ganze Jahr über hatte Trump den Preis für sich eingefordert, seine Penetranz gipfelte in der Äußerung, eine Nichtvergabe an ihn wäre eine »Beleidigung für die USA«. Nachdem dann nicht er, sondern die venezolanische Oppositionelle Maria Corina Machado den Preis zugesprochen bekam, meldete sich postwendend sein Sprecher zu Wort: Das Nobelkomitee habe die Politik über den Frieden gestellt (mehr dazu hier). Im Januar hat Trump sich die Medaille dann von der eigentlichen Preisträgerin Machado schenken lassen, womöglich hängt sie jetzt irgendwo im Weißen Haus an der Wand.
Wenige Tage später wurde eine beleidigte Nachricht von Trump an den norwegischen Ministerpräsidenten bekannt, in der er mitteilte, da man ihm den Preis verweigert habe, sehe er sich jetzt nicht mehr ausschließlich dem Frieden verpflichtet (mehr hier). Immerhin: An diese Ankündigung hat er sich gehalten (mehr dazu hier).
Mit dem US-Präsidenten müssen wir noch gute zwei Jahre leben, aber mit der Herrschaft eines ähnlich unangenehmen Zeitgenossen könnte es bald schon vorbei sein: Gestern haben sich in Berlin die Spitzen des europäischen Fußballverbands Uefa getroffen, um darüber zu beraten, wie sie den Fifa-Boss Gianni Infantino loswerden können (mehr dazu hier ). Spätestens beim Fifa-Kongress im kommenden März wollen sie ihn durch einen Kandidaten ihrer Wahl ersetzen. Wer das dann sein soll, sickerte gestern zwar noch nicht durch, mein Kollege Peter Ahrens weiß aber von geplanten Umwälzungen zu berichten, die weit über die Personalie hinausgehen.
Künftig soll der Fifa-Präsident nach den Vorstellungen der Uefa eher repräsentativ tätig sein, das neue Machtzentrum wäre ein Gremium namens Fifa-Council. Bis zum 18. November hat die Uefa nun Zeit, einen Gegenkandidaten zu nominieren. Es soll jemand mit Strahlkraft für den Fußball sein, hat Peter erfahren. Einer, den man nicht nur in Europa, sondern auch anderswo in der Welt kennt und wertschätzt. Hört sich so an, als sei die Uefa auf der Suche nach einer leibhaftigen Lichtgestalt.
Mein Kollege Philipp Wittrock berichtet über die Einigung der drei potenziellen Partner – und kennt auch die Hindernisse, die weiterhin vor einer gemeinsamen Regierung stehen. Da ist zunächst die Situation in der Berliner Linken, wegen der die gemeinsame Erklärung gegen Antisemitismus und Kontakte zu organisierten Kriminellen erst notwendig wurde (mehr dazu hier ). »Ob sich jene Kreise in der Linken, die sich in der Vergangenheit besonders lautstark und radikal gegen Israel geäußert haben, von der ›Berliner Vereinbarung‹ beeindrucken lassen, muss sich noch zeigen«, meint Philipp. Und die Frage sei auch, wie ernst es die Linkenspitze meint, wenn sie bei Verstößen den Ausschluss aus Fraktion und Partei androht. Bisher sind diese Konsequenzen nur Ankündigungen.
Und dann ist da noch die kriselnde Koalition im Bund. Aus der Union sind Stimmen zu hören, so ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin wäre ein Misstrauensvotum der SPD gegen die schwarz-rote Koalition. Zudem steht die Befürchtung im Raum, dass eine Zusammenarbeit der Sozialdemokraten mit der Linken von interessierter Seite in der Union zum Anlass genommen würde, eine Zusammenarbeit mit der AfD zu rechtfertigen.
Die Wahlsiegerin Elif Eralp fehlte bei der Vorstellung der Vereinbarung. Sie ist krankgeschrieben. In dieser Sache kann man die Volksnähe der Linken nicht bestreiten, denn so geht es gerade vielen. Von hier aus: Gute Besserung!
Die ganze Geschichte hier: Das gibt Ärger – in der Linken und in der Krisenkoalition des Kanzlers
…ist der BND. Als wäre die Affäre um den Ex-Geheimdienstchef August Hanning nicht schon bizarr genug. Jetzt berichten meine Kolleginnen und Kollegen aus unserem Investigativteam auch noch, Hannings ehemaliger Büroleiter, der ihn mutmaßlich jahrelang mit Geheimdokumenten versorgt hat, habe sich seine Nebentätigkeit für Hanning vom BND genehmigen lassen. Und da frage ich mich, was die Vorgesetzten des Mannes wohl dachten, worin die Tätigkeit für Hanning bestehen könnte. Sie werden ihm ja kaum die Beihilfe zum Handel mit Staatsgeheimnissen erlaubt haben. Meinten die etwa, er bügelt Hannings Hemden?
Die ganze Geschichte hier: BND genehmigte Nebentätigkeit für Hannings mutmaßlichen Komplizen
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Uefa wird einen Gegenkandidaten zu Gianni Infantino für den Fifa-Kongress im März nominieren.
Likely · Within months
Die Berliner Linke wird interne Diskussionen über die Umsetzung des Antisemitismus-Abkommens fortsetzen.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wird die Uefa tatsächlich einen Gegenkandidaten zu Infantino aufstellen?
- Wie wird die Linke mit Verstößen gegen das Antisemitismus-Abkommen umgehen?
- Welche konkreten Schritte wird die BND gegenüber dem mutmaßlichen Komplizen von Hanning unternehmen?




