ÖFB lehnt erneute Kandidatur von Infantino ab
Quick Look
- Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat bekannt gegeben, er werde eine erneute Kandidatur von Fifa-Präsident Gianni Infantino nicht unterstützen, da die Vorwürfe gegen ihn weder aufgeklärt noch entkräftet seien.
- Damit schließt sich der ÖFB der Position der Uefa und anderer europäischer Verbände an, die Infantinos Wiederwahl verhindern wollen.
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Why It Matters
Gianni Infantino ist seit 2016 Fifa-Präsident und steht wegen geplanter Verkauf von WM-Rechten an Investoren im Umfeld von Donald Trump unter Druck. Die Uefa hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung eingeleitet.
Ein weiterer europäischer Fußballverband hat sich gegen den unter Druck geratenen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino gestellt. Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) gab nach einer Sitzung seines Aufsichtsrats bekannt, er werde eine erneute Kandidatur von Infantino als Chef des Weltfußballverbands nicht unterstützen. »Die Vorwürfe wurden bislang weder glaubhaft aufgeklärt noch entkräftet«, heißt es in einer Stellungnahme des ÖFB.
Infantino steckt in der größten Krise seiner mehr als zehnjährigen Amtszeit. Auslöser sind seine Pläne, WM-Rechte für eine Milliardensumme an private Investoren aus dem Umfeld des US-Präsidenten Donald Trump zu verkaufen. Inzwischen hat der Schweizer dieses Vorhaben zurückgenommen. Die Uefa bereitet wegen des Investorendeals ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor.
Der 56-Jährige will sich im kommenden Jahr trotz der anhaltenden Kritik zur Wiederwahl als Fifa-Präsident stellen. Einen erneuten Wahlsieg will aber vor allem die Europäische Fußball-Union Uefa verhindern. Der ÖFB stehe »vollinhaltlich und felsenfest hinter der gemeinsamen Linie der Uefa«, schrieben die Österreicher.
Einzelne europäische Mitgliedsverbände, darunter Italien, die Niederlande, Serbien und Wales, hatten sich bereits klar gegen Infantino ausgesprochen. Norwegens Verband rief Infantino sogar zum sofortigen Rücktritt auf. Auch der französische Fußballverband hatte vor zwei Tagen mitgeteilt, er unterstütze eine Wiederwahl von Infantino nicht länger, der Exekutivausschuss des Verbands FFF habe einstimmig entschieden, ihm das Vertrauen zu entziehen. In Deutschland hatte DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke Anfang September gesagt, er setze auf einen »freiwilligen Rückzug« von Präsident Infantino. Er vertrete die Haltung der Uefa, dass es nur ohne Infantino weitergehe.
Die Bewerbungsfrist für die Position läuft bis zum 18. November. Infantino hat das Amt seit 2016 inne.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Uefa wird ihr Strafverfahren gegen Gianni Infantino fortsetzen, unabhängig von seiner Entscheidung zur Wiederwahl.
Very likely · Within months
Gianni Infantino wird trotz des Widerstands aus Europa zur Wiederwahl als Fifa-Präsident antreten.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird Infantino trotz des Drucks zur Wahl antreten?
- Wie wird die Uefa ihr Strafverfahren gegen Infantino fortsetzen?
- Welche Alternativen zu Infantino werden von den europäischen Verbänden geprüft?
