
Oliver Baumann zeigt trotz Rückversetzung hinter Manuel Neuer ein vorbildliches Verhalten und bestätigt sich als Charakter, auf den Trainer Jürgen Klopp bauen kann.
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Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist frühzeitig bei der WM ausgeschieden.
Nach dem frühen Ausscheiden der Fußball-Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay lassen sich nicht viele Deutsche als Gewinner bezeichnen. Der junge Linksverteidiger Nathaniel Brown ist einer, dem dieser Sommer einen WM-Stammplatz und einen Vertrag beim FC Bayern bescherte. Und der nicht mehr ganz so junge Quotenstürmer Deniz Undav, der mit seinen Toren gegen die Elfenbeinküste immerhin einmal ein kollektives deutsches Fußballglücksgefühl auslöste. Aber sonst? Allerlei Verlierer. Allen voran die Fußballnation Deutschland, die ihren Ruf als ebenjene nach drei vermaledeiten WM-Kampagnen in Serie ohne das Erreichen des Achtelfinales endgültig verloren hat. Auch Julian Nagelsmann gehört dazu, der Bundestrainer, der nach dem fünften Stern greifen wollte, dabei aber durchfiel und durch das allzu frühe Aus schnell allen Rückhalt und letztlich auch seinen Posten verlor.
Als Oliver Baumann auf verlorenem Posten stand Nagelsmanns Griff in die Mottenkiste der Nationalmannschaft schien auch Oliver Baumanns Namen in die lange Liste der deutschen WM-Verlierer zu drängen. Auf einmal klebte die „1“ wieder auf Manuel Neuers Klamotten, Baumann bekam zu seiner „1“ eine „2“ hinzu. Als zuvor alle Fußballwelt schon von der Rückkehr des alten Neuer zu wissen schien, stand der degradierte Baumann vor einer Fernsehkamera auf verlorenem Posten. Baumanns Reaktion macht ihn jedoch zu einem deutschen WM-Gewinner, womöglich gar zum größten unter wenigen.
Trotz der großen persönlichen Enttäuschung über die Rückversetzung inklusive Kommunikationsdesaster bekannte sich der Torwart sofort zur Mannschaft. In zwei Testspielen, als Neuers Wade die Lage verzwickt machte, und im Training, soweit von außen zu beobachten, blieb er tadellos. Wer seinen Einsatz an der Seitenlinie gegen Paraguay sah, erkannte, dass sich da einer, obwohl er einigen Grund gehabt hätte, keineswegs in den tiefsten Schmollwinkel zurückzog.
Diesen Eindruck bestätigte Baumann nach der Rückkehr aus dem Urlaub. Er sprach im Hoffenheimer Trainingslager über ein Telefonat mit Nagelsmann. Dass es geführt wurde, war ihm wichtig, dass es in aller Ruhe geführt wurde, auch. Schon das sagt viel über Baumann, genau wie die Tatsache, dass er kaum Details aus dem vertraulichen Gespräch verriet. Aber er ließ durchblicken, dass das Thema für ihn „sauber erledigt“ sei.
Das Verhalten von Sportsmann Baumann ist auch ein Signal: allgemein an alle, die Fußball viel zu oft als Einzelsportart sehen. Und an Bundestrainer Jürgen Klopp. Ganz gleich, für welche Nummer eins er sich nun entscheidet: Auf einen Charakter wie Oliver Baumann kann er bauen, egal in welcher Rolle.
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Oliver Baumann wird wichtiger Teil der Nationalmannschaft unter Jürgen Klopp.
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