
Das Start-up Personio verzeichnete explodierende KI-Ausgaben und entwickelte einen Transformationshub, den das Unternehmen nun auch seinen Kunden anbietet.
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Personio wurde im ersten Quartal erstmals profitabel, sah sich jedoch mit stark steigenden KI-Ausgaben konfrontiert.
Personio wollte die Verdreifachung der eigenen KI-Kosten stoppen und ist dabei auf ein Geschäftsfeld gestoßen. Von den Erfahrungen sollen jetzt seine Kunden profitieren.
Berlin. Im ersten Quartal dieses Jahres war das Start-up Personio erstmals profitabel. Dabei soll es nach dem Willen von Firmenchef Hanno Renner im besten Fall auch bleiben.
Diesem Ziel standen zuletzt allerdings die rasant steigenden Ausgaben für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Weg. „Unsere KI-Kosten sind in diesem Jahr explodiert. Aktuell liegen wir bei sechs Millionen Euro statt wie geplant bei zwei Millionen Euro“, sagt Renner im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Das ist ein Aufschlag, den der Personaldienstleister für kleine und mittlere Unternehmen heftig spürte. 2024 lag der Gesamtumsatz bei 196 Millionen Euro. Neuere Zahlen gibt es nicht.
Dem starken Anstieg der KI-Ausgaben wollte Renner schnellstmöglich einen Riegel vorschieben und ließ intern verschiedene Anwendungen entwickeln. Dies zunächst, um einen Überblick zu erhalten und um darauf aufbauend die Kosten in den Griff zu bekommen.
Schnell entstand aus den einzelnen Projekten ein sogenannter „KI‑Transformationshub“, eine zentrale Stelle, die die Anwendungen erfasst und anschließend optimiert. Die Maßnahmen führten laut Renner schnell zum Erfolg.
Nach einem Rekord bei den KI-Ausgaben im Juli seien die Ausgaben wieder deutlich gesunken, vor allem dank eines KI-Coaches, der Mitarbeiter berät: bei der Nutzung von Sprachmodellen, bei der Festlegung eines günstigeren Standards und bei Investitionen in Weiterbildung.
Doch dabei soll es nicht bleiben. Denn Renner hat in dem eigenen Tool ein mögliches Geschäft angetan: „Wir werden den KI-Transformationshub jetzt allen unseren 16.000 Kunden zur Verfügung stellen.“
Derzeit baut Personio nach Aussage zudem an einer neuen Funktion, die zeigt, wer in einer Firma welche Agenten, also KI-Softwaresysteme, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen, nutzt und wie effizient diese sind.
Zuvor hatte Renner nach eigener Aussage auch im eigenen Haus eine Agenten-Übersicht geschaffen, die zeigt, welche Agenten es mit welchen Fähigkeiten gibt und wer für diesen Agenten zuständig ist. So haben wir „inzwischen viele Agenten stillgelegt und nur die behalten, die wirklich funktionieren“, sagt er. Auch diese Maßnahmen haben die Kosten bei Personio gesenkt.
Aktuell wird dieser Renner zufolge bereits von ausgewählten Kunden im Alltag getestet. Im Mittelpunkt steht eine Übersicht, die zeigt, welcher Mitarbeiter welche KI-Modelle von wem wie häufig und intensiv nutzt und wie sich die Nutzung auf die Produktivität auswirkt. Bei Personio selbst entfielen beispielsweise mehr als die Hälfte der Claude-Ausgaben auf die obersten zehn Prozent der Nutzer.
Ferner können die KI-Ausgaben ins Verhältnis zu den Personalkosten gesetzt werden. Weiterhin können Firmen Umfragen erstellen, um zu erfahren, wie viel die eigenen Mitarbeiter bereits über KI wissen. „Diese Ergebnisse können sie auch gegen Benchmarks messen, um zu verstehen, wo verschiedene Bereiche der Organisation gerade stehen“, sagt Renner.
Bei den einzelnen Stellen in einer Firma will Personio zudem darüber informieren, wie sich KI auf bestimmte Stellen auswirkt. „Das richtet sich an Unternehmen, die vielleicht noch nicht so viel KI nutzen – um ihnen ein Gefühl zu geben, wo sie hinschauen sollten“, sagt Renner.
Das gesamte Angebot könnte auf Interesse treffen. Einer Studie des Branchenverbands der Digitalwirtschaft Bitkom zufolge verdoppeln sich im laufenden Jahr die Ausgaben für generative, also eigenständig neue Inhalte erzeugende KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro. Generative KI, zu der etwa ChatGPT, Claude von Anthropic, Microsoft Copilot oder Google Gemini gehören, hat demnach inzwischen einen Anteil von 40 Prozent an allen KI-Ausgaben.
In einem Handelsblatt-Check haben alle Start-ups mit Milliardenbewertung, in der Investmentsprache auch Einhörner genannt, von deutlich gestiegenen KI-Ausgaben berichtet. Die Reaktionen darauf waren unterschiedlich und reichten von Einschränkungen der Nutzung bis zu einer intelligenteren Weiterleitung (Routing) von Anfragen.
Einige Firmen haben inzwischen die bessere Kontrolle der KI-Kosten als Geschäftsmodell für sich entdeckt. So gibt es Vergleichsportale für Programmiermodelle wie beispielsweise DeepSWE. Direkt in die eigene Software integrierte Angebote wie das von Personio gibt es allerdings bisher kaum.
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Bereitstellung des KI-Transformationshubs für alle 16.000 Kunden
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