Pisa-Studie: Schlechte Ergebnisse bei deutschen Schülern sorgen für Besorgnis
Bundesbildungsministerin Prien nennt Pisa-Ergebnisse besorgniserregend; Forderungen nach strengeren Standards und Social-Media-Beschränkungen.
Quick Look
- Bundesbildungsministerin Karin Prien bezeichnet das historisch schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der Pisa-Studie als besorgniserregend.
- Politiker und Wirtschaftsvertreter fordern Konsequenzen wie strengere Bildungsstandards und die Einschränkung sozialer Medien.
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Why It Matters
In der jüngsten Pisa-Studie haben 15-jährige Schüler in Deutschland in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften historische Tiefstwerte erreicht.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat das schlechte Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in Deutschland bei der Pisa-Bildungsstudie als »besorgniserregend« bezeichnet. Überraschend sei dies jedoch nicht. Die Ergebnisse bestätigten bereits bekannte Befunde anderer Bildungsstudien, sagte Prien. »Es macht es keinen Deut besser, aber es ist nicht überraschend.«
Die Ergebnisse zeigten, dass das Aufstiegsversprechen in Deutschland derzeit nicht gehalten werde. Dass die soziale Schere bei den getesteten Bildungskompetenzen weiter aufgehe, sei nicht hinnehmbar, sagte die Ministerin. Mit Sorge nehme sie außerdem wahr, dass sich die Ergebnisse sowohl bei den Schülern mit den schwächsten Leistungen verschlechtert haben, als auch bei Schülern mit den besten Leistungen. »Wir schaffen es weder im unteren Leistungssegment noch im oberen Leistungssegment, dem Potenzial unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.«
Laut Streeck verschlechtern soziale Medien schulische Leistungen
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), forderte, die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche einzuschränken. »Wie viel wissenschaftliche Evidenz brauchen wir eigentlich noch, bevor wir handeln?«, sagte der Virologe und Politiker in Berlin. Ihm gehe es nicht um ein pauschales Verbot, sondern um Schutz »vor ungeeigneten Inhalten, manipulativen Mechanismen, problematischem Konsumverhalten«.
Auch Wirtschaftsvertreter riefen die Politik zum Umdenken auf. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger mahnte, jedes Kind müsse »die Schule mit dem Rüstzeug für Ausbildung, Studium und Beruf verlassen«. Dies erfordere etwa verbindlichere Bildungsstandards und eine bessere Vergleichbarkeit und Diagnose über regelmäßige Lernstandserhebungen.
Handwerk sieht Erfahrungen aus Ausbildungsbetrieben bestätigt
Solche schulübergreifenden Diagnosesysteme hält auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) für nötig, um Schülerinnen und Schüler für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Pisa-Ergebnisse bestätigten, was die Ausbildungsbetriebe des Handwerks seit Jahren erlebten. »Zu viele junge Menschen verlassen die Schule ohne die Grundkompetenzen, die für eine gelingende Ausbildung nötig sind«, sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.
In der jüngst veröffentlichten Bildungsstudie Pisa hatten Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht abgeschnitten wie nie zuvor. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei 15-Jährigen »die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt«, wie die Studienautoren mitteilten.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Politik?
- Wann werden neue Bildungsstandards eingeführt?
