
Deutschland unterstützt die Ukraine mit weiteren Raketen aus Bundeswehrbeständen, während US-Unterhändler in Kiew über Friedensoptionen beraten.
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Der Ukraine-Krieg dauert an, wobei Russland gezielt Energieinfrastruktur angreift. Die Ukraine ist auf westliche Luftabwehrsysteme angewiesen, um zivile Ziele zu schützen.
Vor allem Luftabwehrraketen fehlen der Ukraine, um sich gegen russische Angriffe auf Städte und Energie-Infrastruktur zu schützen. Deutschland werde weitere Flugkörper aus Bundeswehrbeständen liefern, so der Verteidigungsminister.
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Nach einer kurzzeitigen Feuerpause während des Besuchs der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine hat Russland seine Luftangriffe auf Kiew wieder aufgenommen. In der Nacht wurden Explosionen aus der ukrainischen Hauptstadt gemeldet, mehrere Wohnhäuser, Lagerhallen, eine Schule und Autos seien im Zuge der Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt worden, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf Behördenangaben. In mehreren Stadtteilen seien Brände ausgebrochen. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden bei der Attacke drei Menschen getötet. Die Militärverwaltung der Stadt gab die Zahl der Verletzten mit 19 an.
Auch in anderen, teils weit im Hinterland liegenden Regionen der Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Im westlichen Nachbarland Polen wurde die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt, wie das Militär mitteilte. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sprach am Morgen von erheblichen Schäden an Wohngebäuden und anderer ziviler Infrastruktur in Kiew. In der Region sei kritische Infrastruktur attackiert worden. Im Gebiet Odessa sei ein gewöhnlicher Markt angegriffen worden und in Charkiw wurden demnach zwei Menschen verletzt.
Zudem soll das Gebäude des Fernsehsenders „My - Ukrajina“ („Wir sind die Ukraine“) durch einen Drohnenangriff beschädigt worden sein. „Einfach am helllichten Tag, als die Journalisten auf Sendung waren“, schrieb Präsident Wolodimir Selenskij in sozialen Netzwerken. Fünf Menschen seien dabei verletzt worden.
Der ukrainische Präsident sprach von einem komplexen Angriff Russlands mit ballistischen Raketen, Anti-Schiffs-Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Luftwaffe habe 175 Flugkörper abgefangen, aber nicht alle, schrieb Selenskij. Einmal mehr verwies er auf den Mangel an Mitteln zur Abwehr ballistischer Raketen. Sie sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzufangen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat angesichts des nahenden Winters eine Stärkung der ukrainischen Luftabwehr gefordert und die Lieferung weiterer Raketen aus Bundeswehrbeständen angekündigt. "Die Ukraine befindet sich in einem Wettlauf mit der Zeit. Der Winter kommt", sagte der SPD-Politiker bei einem virtuellen Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe, der Unterstützerstaaten des Landes. Man müsse damit rechnen, dass die russischen Luftangriffe mit sinkenden Temperaturen wieder zunähmen.
Deutschland werde daher dringend benötigte Pac-2-Abfangraketen für das Patriot-System sowie eine größere Stückzahl an AIM-9-Luft-Luft-Raketen liefern. Pistorius appellierte an die Verbündeten, ebenfalls ihre Bestände zu prüfen. "Wenn Sie im Zweifel sind, entscheiden Sie sich für die Ukraine."
Der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara betonte, die Abwehr von Drohnen funktioniere mittlerweile sehr gut. Anders sei dies bei ballistischen Raketen. Es fehlten vor allem Patriot-Abwehrraketen vom Typ Pac-3. Die Pac-2 sind weniger effektiv gegen russische ballistische Raketen. Pac-3 sind aber auch wegen des Nahost-Kriegs knapp. Zudem halten sie verschiedene europäische Staaten mit Rücksicht auf ihre eigenen Bestände zurück. Im vergangenen Winter hatte Russland mit Raketen und Drohnen vor allem die Wärme- und Energieversorgung attackiert.
Deutschland werde die laufenden Lieferungen von IrisT-Luftverteidigungssystemen fortsetzen, erklärte Pistorius weiter. Er kündigte an, dass die Ukraine mehrere Tausend zusätzliche Iris-T-Lenkflugkörper bestellen werde. Dies ermögliche den Aufbau einer weiteren Produktionslinie. Darüber hinaus unterstütze Deutschland das "City Dome"-Projekt zum Schutz ukrainischer Städte vor Drohnen und Raketen und finanziere die Beschaffung von Zehntausenden Schuss Langstrecken-Artilleriemunition über ein britisches Konsortium.
Auch die Partner sicherten weitere Unterstützung zu. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting kündigte einen Beitrag von 100 Millionen Pfund für die schnelle Lieferung von Flugabwehrraketen in diesem Winter an. Zudem kämen die versprochenen Lieferungen von 120 000 Drohnen gut voran.
US-Unterhändler haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zufolge mehrere „anständige Ideen“ zur Beendigung des Krieges vorgelegt. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende sowohl Russland als auch die Ukraine besucht. Selenskij teilte in einem WhatsApp-Gruppenchat mit, ein nächstes trilaterales Treffen könne in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der Schweiz stattfinden, wobei unter anderem Getreidelieferungen und die Energieinfrastruktur besprochen werden sollten.
Aus dem russischen Gebiet Saratow, rund 500 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze, werden Angriffe gemeldet. Gebietsgouverneur Roman Bussargin zufolge sind bei ukrainischen Drohnenangriffen zehn Menschen verletzt worden. Darunter seien drei Minderjährige. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Im russischen Grenzgebiet Brjansk wurde nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs Jegor Kowaltschuk ein Mann bei einem ukrainischen Angriff in der etwas mehr als 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernten Stadt Starodub getötet. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Die Ukraine hat die Angriffe bislang nicht bestätigt.
Großbritannien unterstützt die Ukraine mit einem zusätzlichen Paket zur Luftverteidigung im kommenden Winter im Volumen von 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro). Es werde unter anderem Patriot-Luftabwehrraketen umfassen, teilt die Regierung in London mit. Damit solle die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine gegen russische Angriffe gestärkt werden.
Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt angekündigt. „Das ist eine politische Entscheidung“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. „Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.“ Seine Haltung zu den Vorwürfen, die er bereits mehrfach zurückgewiesen hatte, bleibe unverändert.
Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kiew ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagte Selenskij im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios.
In Russland sind bei ukrainischen Drohnenangriffen nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet worden. Ein Todesopfer habe es in der Region Perm gegeben, teilt der Gouverneur der Region, Dmitri Machonin, mit. Vier weitere Menschen seien dort verletzt worden. Die örtliche Luftabwehr habe 27 Drohnen abgeschossen. In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod sei zudem ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit.
Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sind die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew eingetroffen. Die Nachrichtenagentur Unian verbreitete ein Video der Ankunft der beiden Männer in der ukrainischen Hauptstadt mit dem Zug. Bilder zeigen das Zusammentreffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij.
Die dreitägige Waffenruhe, die Wladimir Putin für Samstag bis Montag angeordnet hat, betrifft nur die ukrainische Hauptstadt Kiew. Dadurch soll gewährleistet sein, dass die Vertreter der USA Steve Witkoff und Jared Kushner, die dort den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij treffen, nicht durch russische Luftangriffe bedroht sind.
In Moskau sind die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner zu Ende gegangen. Nach etwa dreistündigen Unterredungen war das Treffen beendet. Einem Vertreter des Weißen Hauses zufolge wurden konkrete Pläne für die nächsten Schritte in den Gesprächen über den Ukraine-Krieg besprochen. Diese sollen in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden.
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Fortsetzung der Waffenlieferungen durch Deutschland.
Very likely · Within weeks
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