
Mehr als tausend Studierende protestieren gegen Universitätsleitung und fordern Aufklärung nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung.
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An der Cornell University kam es zu Protesten nach Vorwürfen einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung vor zwei Jahren, in die Verbindungsstudenten verwickelt sein sollen.
Mehr als Tausend Studentinnen und Studenten haben sich auf dem Gelände der Cornell University versammelt. Viele von ihnen tragen violette Schleifen als Zeichen der Solidarität mit "Jane Doe". So nennt sich das Opfer der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung, weil sie anonym bleiben will, da die Frau um ihre Sicherheit fürchtet.
"Alles an diesem Vorfall ist sehr emotional für uns", sagt eine der protestierenden Studentinnen: "Es geht um unsere Körper, um unsere Leben, um alles. Es ist wirklich schwer, hier zu sein."
Kritik an Studentenverbindungen
Der Zorn der Studierenden richtet sich gegen die mutmaßlichen Täter: sieben Verbindungsstudenten, von denen einige behaupten, sie hätten sich an der Gruppenvergewaltigung nicht beteiligt. Andere sagen, es sei einvernehmlicher Sex gewesen.
Was wirklich vor zwei Jahren passiert ist, soll nun die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York ermitteln. Der Physik-Student Lewis Holland sieht eine Mitschuld bei den Studentenverbindungen: "Sie fördern eine toxische Männlichkeit", sagt er, "und sie betrachten Frauen als Objekte".
Vorwürfe gegen Universitätsleitung
Fast noch wütender sind die Demonstrierenden aber auf die Universitätsleitung: "Sie tut nichts, um die wehrlosen Opfer zu beschützen", kritisiert Grace aus New Jersey, "dagegen kommen die Vergewaltiger straffrei davon. Die Leitung will doch nur das Image der Uni schützen."
Studentin Hannah findet schlimm, dass einige der mutmaßlichen Vergewaltiger noch immer an der Elite-Uni studieren. Dagegen musste Jane Doe Cornell verlassen, weil sie nicht länger ertragen konnte, mit jenen zu studieren, die ihr solches Leid zugefügt hatten. "Ich weiß, dass Jane Doe sehr hart arbeiten musste, um sich das Studium hier leisten zu können", sagt Hannah: "Und dann geschieht ihr so etwas Schreckliches. Das ist fürchterlich!"
Große Solidarität
Nicht nur Studentinnen protestieren. Eine Studentin hat ihren Freund mitgebracht. Er sagt: "Dies ist ein Problem, das uns alle als Menschen bewegen sollte. Denn jeder, den Du kennst, könnte davon betroffen sein."
Seine Freundin sagt, er sei freiwillig zur Demo gekommen: "Hätte ich ihn bitten müssen, wäre er nicht mein Freund. Er wollte selbst herkommen. So ist er nun mal."
Nach langer Funkstille äußerte sich am Wochenende auch der Präsident der Cornell-University, Michael Kotlikoff. Er versprach zuzuhören, zu lernen und besser zu kommunizieren. Viele Studierende nehmen ihm das nicht mehr ab. Zu lange habe die Uni-Leitung den Fall vertuscht. Sie fordern seinen Rücktritt.
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Generalstaatsanwältin ermittelt in dem Fall.
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