
In Frankreich, Italien, Belgien, Portugal, Spanien und Albanien kam es in den letzten Wochen zu teils gewalttätigen Protesten gegen Lehrermangel, hohe Lebenshaltungskosten, Wohnungskrise und Regierungsführung, mit Ausschreitungen, Plünderungen und Festnahmen.
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In mehreren europäischen Ländern kam es zu Protesten gegen Bildungskrise, hohe Lebenshaltungskosten, Wohnungskrise und Regierungsführung, die teilweise zu gewalttätigen Ausschreitungen eskalierten.
Frankreich
Seit Wochen gibt es Proteste in ganz Frankreich. Sie begannen mit Schülern, die gegen Lehrermangel und schlechte Lernbedingungen auf die Straße zogen und Schulen blockierten. Mittlerweile geht es auch um die hohen Lebenshaltungskosten und Kritik an der politischen Führung.
In den vergangenen Tagen kam es dabei in verschiedenen Städten zu massiven gewaltsamen Ausschreitungen. Am Wochenende setzten Demonstranten unter anderem das Rathaus in der Stadt Limoges in Brand, das Gebäude stürzte ein. Zahlreiche Menschen wurden bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten verletzt, darunter auch Jugendliche. Es kam zu Plünderungen.
Mittlerweile hat der französische Ministerpräsident Sébastien Lecornu die Verhängung lokaler Ausgangssperren angekündigt.
Italien
Auch in Italien kam es in den vergangenen Tagen zu Protesten und Ausschreitungen. Am Freitag demonstrierten zunächst Tausende Studierende in Rom gegen die Regierungspolitik. Am Wochenende kam es auch in anderen norditalienischen Städten wie Mailand, Bologna, Brescia, Bergamo und Turin zu teils gewalttätigen Protesten - hier in erster Linie gegen hohe Lebenshaltungskosten.
Vor allem in Mailand plünderten Demonstranten am Sonntag Geschäfte und bewarfen Polizisten mit Steinen. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 270 Jugendliche und junge Erwachsene festgenommen.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalt und kündigte dazu eine Regierungssitzung an.
Belgien
Bei Protesten in belgischen Städten kam es am Samstag zu Ausschreitungen. Studentengruppen hatten zu den Kundgebungen aufgerufen, die sich unter anderem gegen steigende Bildungskosten und Reformen richten, die den Zugang zu Hochschulen erschweren könnten.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, er würden alle notwendigen Mittel eingesetzt, um die Ordnung wiederherzustellen. Was sich derzeit in Brüssel abspiele, sei kein bloßer Protest mehr.
Die Protestwelle reicht mindestens bis Anfang Oktober zurück. Ein wichtiger landesweiter Protest- und Streiktag fand am 9. Oktober 2026 statt und richtete sich gegen Sparmaßnahmen, Haushaltskürzungen und Reformen der Regierung, die Gewerkschaften zufolge Beschäftigte und Menschen mit geringem Einkommen besonders belasten könnten.
Portugal
In Lissabon protestierten am Wochenende Tausende Menschen gegen stark gestiegene Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise in Portugal. Zu der Kundgebung hatte die größte Gewerkschaft des Landes aufgerufen. Ihren Angaben zufolge waren mehrere Zehntausend in der Hauptstadt, die Polizei gab keine Schätzungen ab.
Der Demonstration waren bereits Tage wachsender Unruhe vorausgegangen. Vor einer Woche hatte die Polizei in der Stadt Porto ein Zeltlager von Aktivisten zum Thema Wohnraum geräumt.
Spanien
Auch in Spanien gibt es eine anhaltende Protestwelle, die Ende September an Dynamik begann, als die Wohnung einer 87-jährigen Frau in Madrid zwangsgeräumt wurde. Ihr Fall wurde zum Symbol bei den darauffolgenden Demonstrationen gegen hohe Mieten und Wohnungsnot, die am 3. Oktober mit Demos in mehr als 50 Städten ihren bisherigen Höhepunkt erreichten.
Die Proteste in Spanien hatten schon konkrete politische Folgen: Nachdem das Parlament Anfang Oktober Maßnahmen zum Mieterschutz und zur Verhinderung von Zwangsräumungen abgelehnt hatte, kündigte Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen an.
Mittlerweile haben sich die Proteste auch auf den Bildungsbereich ausgeweitet. Bei Protesten streikender Lehrer gegen die Bildungspolitik der Regionalregierung ist es in Madrid zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Für die kommenden Tage und Wochen sind Streiks und Demonstrationen angekündigt.
Albanien
Auch in Albanien gehen die Menschen seit Tagen auf die Straße. Die Proteste richteten sich zunächst gegen schlechte Studienbedingungen und hohe Studiengebühren, inzwischen wird der Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Edi Rama gefordert.
Am Samstag war es dabei zu den bislang schwersten Ausschreitungen gekommen. Mehrere Gebäude, darunter ein Gericht, Banken und eine Post, wurden in Brand gesetzt oder stark beschädigt. Erstmals setzte die Polizei Gummigeschosse ein, um die Menge auseinanderzutreiben.
Die Regierung unter Rama steht massiv unter Druck, seit Ende Mai sieht sie sich immer wieder mit Protesten konfrontiert. Auslöser waren Pläne für ein Luxushotelprojekt in einem Naturschutzgebiet, das mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, und ihrem Ehemann Jared Kushner in Zusammenhang steht und wegen Korruptionsvorwürfen und mangelnder Transparenz kritisiert wird.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Regierungen werden weitere Sicherheitsmaßnahmen wie Ausgangssperren ankündigen.
Likely · Within days
Es werden weitere Verhandlungen zwischen Regierungen und Protestführern erwartet.
Possible · Within weeks
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