Razzien gegen LGBTQ-Organisationen in der Türkei: Zahlreiche Festnahmen
Behörden gehen in 15 Provinzen gegen Aktivisten und Organisationen vor; Vorwürfe lauten auf Prostitution und Obszönität.
Quick Look
- Bei Razzien gegen LGBTQ-Organisationen in der Türkei wurden zahlreiche Personen festgenommen.
- Die Staatsanwaltschaft wirft den Betroffenen Prostitution und Obszönität vor, während Menschenrechtler von staatlicher Diskriminierung und Einschüchterung sprechen.
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Why It Matters
Die Razzien sind Teil der Regierungsinitiative 'Meine Familie ist sicher', mit der Präsident Erdogan gegen sinkende Geburtenraten vorgehen will.
In der Türkei sind am Wochenende bei Razzien gegen LGBTQ-Organisationen zahlreiche Menschen festgenommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Istanbul wurden 26 Personen in Gewahrsam genommen und die Büros von sechs Vereinigungen durchsucht. Den Betroffenen werdem Prostitution und Obszönität vorgeworfen. Die in Ankara ansässige LGBTQ-Gruppe Kaos GL sprach dagegen von mindestens 50 festgenommenen Aktivisten.
Zudem seien die Internetseiten und Social-Media-Konten von Dutzenden Organisationen und Aktivisten gesperrt worden. Die Behörden begründeten den Einsatz unter anderem damit, dass Kinder und Jugendliche in Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität unangemessen beeinflusst würden.
Das Vorgehen ist Teil der Regierungsinitiative „Meine Familie ist sicher“. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirbt derzeit für ein „Jahrzehnt der Familie und der Bevölkerung“, um der sinkenden Geburtenrate und der Alterung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Menschenrechtsgruppen werfen der Regierung in Ankara vor, die LGBTQ-Gemeinschaft zunehmend ins Visier zu nehmen.
„Die wahre Bezeichnung für diese Aktion ist nicht 'Meine Familie ist sicher'; es handelt sich um staatlich gelenkte Diskriminierung, eine Politik der Angst und die Zerschlagung der Zivilgesellschaft“, erklärte der türkische Menschenrechtsverein auf der Online-Plattform X. Justizminister Akin Gurlek zufolge richten sich die Ermittlungen in 15 Provinzen gegen insgesamt 162 Verdächtige, neun Organisationen und 13 Unternehmen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der Ermittlungen in den betroffenen Provinzen.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie viele der Festgenommenen werden tatsächlich angeklagt?
- Werden weitere Organisationen von den Sperrungen betroffen sein?


