Reaktionen auf den Tod von Hubert Aiwanger: „Wir sind alle zutiefst geschockt“
Der bayerische Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler ist unerwartet verstorben. Politiker über Parteigrenzen hinweg würdigen sein Lebenswerk.
Quick Look
- Der bayerische Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger ist überraschend verstorben.
- Sein Tod löst in der bayerischen Politik parteiübergreifend tiefe Bestürzung und Trauer aus.
- Weggefährten würdigen ihn als leidenschaftlichen und bodenständigen Politiker.
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Why It Matters
Hubert Aiwanger war Wirtschaftsminister in Bayern und Vorsitzender der Freien Wähler. Er verstarb unerwartet im Alter von 55 Jahren.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich in den sozialen Netzwerken am Mittwochabend schockiert: „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.“ Für den Donnerstagmittag ist ein Statement von Söder im Heimatministerium in Nürnberg angekündigt.
Auch Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) reagierte noch am Abend erschüttert. „Mit großer Bestürzung und Fassungslosigkeit“ habe sie die Nachricht erreicht, dass Hubert Aiwanger „mitten aus dem Leben gerissen wurde. Sein völlig unerwarteter Tod ist ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und für die gesamte Politik in Bayern. Unsere Gedanken gelten seiner trauernden Familie. Ihnen gilt unser herzliches Beileid.“
Bei den Freien Wählern selbst herrschte Schockstarre. „Bayern wird ohne ihn ein anderes sein“, schrieb Florian Streibl, der Fraktionschef der Freien Wähler im bayerischen Landtag, in einer ersten Mitteilung. „Tief bestürzt, mit unendlich tiefer Trauer und Entsetzen müssen wir akzeptieren, dass unser Hubert Aiwanger viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Seine Menschlichkeit und Menschenliebe sowie seine Bürgernähe und sein lösungsorientiertes Handeln werden uns allen fehlen.“
Bayern verliere einen der ganz Großen der Landespolitik und die Fraktion einen Vordenker und Macher. „Hubert Aiwanger war die idealtypische Verkörperung eines Bayern: fleißig, bodenständig, zuverlässig, klar in der Meinung, verbindlich und als Mensch, Freund und Politiker immer für andere da“, teilte Streibl mit. Hubert Aiwanger sei das Gesicht der Freien Wähler gewesen. „Er hat unsere Arbeit geprägt wie kein Zweiter.“
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (FW) hatte Aiwanger bei der Eröffnung des Hauptstadtbüros der Freien Wähler am Mittwoch noch vertreten. „Jetzt im Hotel zu sitzen und verstehen zu müssen, dass Hubert gestorben ist, fühlt sich komplett surreal an. Ich bin fassungslos und traurig, versuche zu funktionieren und wünsche seiner Familie von Herzen Beileid und viel Kraft“, schrieb Mehring am Mittwochabend auf Instagram. Als er gebeten worden sei, am Nachmittag krankheitsbedingt für Aiwanger einzuspringen, habe er dem FW-Chef eine gute Besserung gewünscht. Mehring sei „quasi von einem Schnupfen“ ausgegangen, schrieb er auf Instagram. „Wir alle verdanken ihm so viel. Ruhe in Frieden, Hubert!“
Der Fraktionschef der CSU im Landtag, Klaus Holetschek, hat Aiwangers Einsatz für Bayern und die Menschen im Freistaat gewürdigt. „Er hinterlässt eine Lücke in der bayerischen Politik, die so schnell nicht zu schließen sein wird“, schrieb Holetschek auf der Plattform X. „Oft war er streitbar in der Sache, aber er war immer nah bei den Menschen. Das hat ihn ausgezeichnet und sein politisches Wirken geprägt.“ Dabei sei Aiwanger ein „Bayer mit Ecken und Kanten“ gewesen. Einer, der sich nie damit begnügt habe, innerhalb bekannter Grenzen zu denken, schrieb Holetschek. Zwar habe man nicht in allem übereingestimmt, hinter allem Politischen sei aber ein Mensch gestanden, der Bayern mit echtem Herzblut gedient habe.
Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, teilte mit: „Ein Moment, der das politische Leben still stehen lässt und in dem es schwer fällt, Worte zu finden. Ich bin ich zutiefst erschüttert über den tragischen Tod von Hubert Aiwanger. Er hat für Bayern und seine Menschen gebrannt. Danke für Deine Arbeit und Deinen Einsatz. Wir verlieren einen herzlichen Menschen voller Leidenschaft.“
Katharina Schulze, die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, zeigte sich in den sozialen Medien ebenfalls schockiert: „Mit großer Bestürzung habe ich vom Tod Hubert Aiwangers erfahren. Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden. Ich wünsche ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und Trost.“
Die SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres machte keinen Hehl aus unterschiedlichen politischen Auffassungen, „wir waren politisch sicher nicht immer einer Meinung und haben unsere Differenzen regelmäßig auch in diversen Talkrunden ausgetragen“, schrieb sie am Abend auf Facebook. „Dennoch begegnete Hubert Aiwanger einem stets mit entwaffnender Freundlichkeit und Humor.“ Er habe sich auch hinter der Kamera seine authentische Art bewahrt und sich nie verstellt. Für die Freien Wähler habe er viel geleistet und Bayerns Politik maßgeblich gestaltet. „Sein Tod reißt eine Lücke in die politische Landschaft des Freistaats“, schrieb Endres. Und: „So früh zu gehen ist Mist.“
Ihn habe die Nachricht „persönlich tief getroffen“, teilte SPD-Landtagsfraktionschef Holger Grießhammer mit. „Bei einem solchen Schicksalsschlag fehlen einem die Worte. Hubert Aiwanger war ein streitbarer, leidenschaftlicher Politiker, der sich mit großer Überzeugung für Bayern eingesetzt hat.“
Zutiefst erschüttert äußerte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Über viele Jahre haben wir gemeinsam im Kabinett Verantwortung für Bayern getragen“, schrieb er. Mit Aiwanger „verlieren wir einen leidenschaftlichen Politiker, der unserem Land und seiner Heimat eng verbunden war.“
Bayerns Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ulrike Scharf (CSU) schrieb auf Facebook: „Hubert Aiwanger wurde mitten aus dem Leben gerissen. Es ist einfach unfassbar. Mir fehlen die Worte. Ich bin in Gedanken bei seiner Familie. Keine Worte können helfen oder gar trösten. Wir stehen in diesen schweren Zeiten eng zusammen.“
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) würdigte Aiwanger als streitbaren Politiker. „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger bestürzt mich sehr“, schrieb Özdemir auf der Plattform X. Der bayerische Vizeministerpräsident habe Ecken und Kanten gehabt und für seine Überzeugungen gekämpft. Özdemir richtete seine Gedanken an Aiwangers Familie und alle, die ihm nahestanden. „Mein aufrichtiges Beileid!“
Auch Katrin Ebner-Steiner, die Vorsitzende der Landtagsfraktion der AfD in Bayern, würdigte Aiwanger. „Fast zwei Jahrzehnte lang hat er die bayerische Politik geprägt und sich große Verdienste um den Freistaat Bayern erworben“, schrieb sie in einer Mitteilung. „Wir haben oft hart in der Sache gestritten. Seine Bodenständigkeit habe ich aber immer geschätzt.“
Martin Hagen, der Generalsekretär der FDP, und früherer bayerischer Landesvorsitzender nannte den Tod von Aiwanger eine Tragödie. „Hubert Aiwanger wird der bayerischen Politik fehlen. Seine Angehörigen haben mein tiefes Mitgefühl.“
Bestürzt zeigte sich Kabarettist Wolfgang Krebs, der Aiwanger unter anderem in der BR-Sendung „Quer“ parodierte: „Über viele Jahre durfte ich ihn auf der Bühne und im Fernsehen parodieren. Hinter der politischen Figur stand ein Mensch, der viel zu früh von uns gegangen ist. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die im nahe standen.“
Aus Bayerns Wirtschaft wurde Aiwanger als energischer Streiter für die Interessen der Unternehmer gewürdigt. „Hubert Aiwanger war ein leidenschaftlicher Verfechter der Anliegen von Mittelstand, Industrie, Handel und Handwerk in unserem Land. Sein Tod ist ein großer Verlust für Bayern“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt. „Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und zuverlässigen Partner verloren.“ Der 55-Jährige habe sich über die Maßen für den Freistaat verdient gemacht.
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