Rentenreform: Merz' Regierung erhält neuen Schwung
Quick Look
- Die deutsche Regierung unter Kanzler Friedrich Merz erhält durch die Ergebnisse der Rentenkommission neuen Schwung für ihre Reformpläne.
- Nach Wochen der Unsicherheit hat Merz im Bundestag eine wirtschaftspolitische Zeitenwende angekündigt und die Vorschläge der Kommission übernommen, um soziale Sicherheit und Wohlstand neu zu denken.
- Die Reform gilt als entscheidender Test für Deutschland und birgt Konfliktpotenzial, wobei die AfD als potenzielle Nutznießerin eines Scheiterns genannt wird.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Rentenreform gilt als entscheidender Test für die Reformfähigkeit Deutschlands und ist politisch konfliktträchtig. Die letzte große Sozialreform fand vor über 20 Jahren unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder statt.
Ausgerechnet das Ergebnis der Rentenkommission gibt der Regierung von Kanzler Friedrich Merz neuen Reformschwung. Doch hinter jedem Versuch der Erneuerung lauert die AfD. Leila Al-Serori, Daniel Delhaes, Barbara Gillmann, Martin Greive, Jan Hildebrand, Moritz Koch, Annett Meiritz, Jens Münchrath, Julian Olk und Britta Rybicki 25.06.2026 - 21:30 Uhr Artikel anhören
Bärbel Bas, Friedrich Merz und Lars Klingbeil: Das Ergebnis der Rentenkommission gibt der Regierung von Merz neuen Reformschwung. Foto: Getty Images (3)
Die Rentenreform gilt als entscheidender Test für die Reformfähigkeit Deutschlands und als politisch besonders konfliktträchtig.
Für den Erfolg der Reformen braucht es neben einer entschlossenen Regierung auch gesellschaftliche Akzeptanz und das Gefühl von Fairness.
Die Rentenreform gilt als politischer Härtetest. Scheitert sie, könnte das der AfD zusätzlichen Zulauf verschaffen.
Axel Börsch-Supan, einer von Deutschlands führenden Rentenexperten, lobt die Rentenkommission für ihren „mutigen Entwurf“. Welchen zentralen Punkt der Reform er allerdings kritisch sieht, lesen Sie hier.
Berlin. Als der Bundeskanzler seine Reformansprache am Mittwoch im Bundestag beendet, setzt minutenlanger Applaus ein. So viel Zustimmung ist nach Wochen der Untergangserzählungen für Friedrich Merz eine wohltuende Abwechslung. Und nach all der Unzufriedenheit und Häme, die sich über den Regierungschef ergoss, auch ein Zeichen, dass vielleicht doch etwas geht. Dass auf die sicherheitspolitische jetzt eine wirtschaftspolitische Zeitenwende folgt.
In den acht Minuten zuvor hat Merz betont, wie „grundlegend neu“ die Bundesregierung die Rente in Deutschland aufstellen werde. Er hat die Vorschläge der lange belächelten und nun gefeierten Rentenkommission aufgenommen und mit der Botschaft verbunden: Diese Regierung ist gewillt, soziale Sicherheit und Wohlstand neu zu denken. Nach Wochen der Ankündigungen und der Debatten, ob diese Regierung noch handlungsfähig ist, hat Merz damit diese Woche eine zweite Chance erhalten, vielleicht seine letzte.
Mehr als 20 Jahre ist die letzte große Sozialreform der Bundesrepublik inzwischen her. Damals setzte SPD-Kanzler Gerhard Schröder zur Flucht nach vorn an. Und auch wenn er wenig später seine Macht verlor, gilt die „Agenda 2010“ als Vorbild für einen gelungenen Reformprozess.
Macht Merz jetzt den Schröder? Kann der CDU-Chef doch noch werden, was er schon immer sein wollte: ein Reformkanzler? Um diese Frage geht es jetzt.
Die erste Wortmeldung in der Regierungsbefragung am Mittwoch, nur einen Tag nach Verkündung der großen Rentenreform, holt Merz allerdings schnell wieder auf den harten Boden der Realität zurück.
Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige
remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Rentenreform könnte der AfD bei Scheitern zusätzlichen Zulauf verschaffen.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie wird die Gesellschaft die Reform akzeptieren?
- Welche zentralen Punkte kritisiert Axel Börsch-Supan?
- Kann Merz die Reform erfolgreich umsetzen?





