Breaking
BRHouthis bomb presidential palace complex in Yemen; government says there are dead, but prime minister is safeBRJão is confirmed at the Salvador 2027 Summer Festival; Ticket pre-sale starts this Thursday (15)USWeek 6 NFL score predictions, best picks today: Expert reveals exact scores for every NFL gameBR‘Elas no Volante’ program is open for registration for women who wish to work as drivers in the mining sectorBR'OAB of Medicine': Congressional Committee approves MP that provides for mandatory proof for doctorsINTLThames Water asks for £2.4bn more to avoid going bust this year or early 2027ARAmerica: Letters containing suspicious materials addressed to election and congressional officesBRMan is suspected of coordinating drug trafficking in cities in Paraná via the internet while living in EnglandGLOBALRussell Brand accuser says he turned 'monster-like' before alleged rapePLParcels with an unknown substance were delivered to the offices of US congressmen. The FBI begins an investigationBRHouthis bomb presidential palace complex in Yemen; government says there are dead, but prime minister is safeBRJão is confirmed at the Salvador 2027 Summer Festival; Ticket pre-sale starts this Thursday (15)USWeek 6 NFL score predictions, best picks today: Expert reveals exact scores for every NFL gameBR‘Elas no Volante’ program is open for registration for women who wish to work as drivers in the mining sectorBR'OAB of Medicine': Congressional Committee approves MP that provides for mandatory proof for doctorsINTLThames Water asks for £2.4bn more to avoid going bust this year or early 2027ARAmerica: Letters containing suspicious materials addressed to election and congressional officesBRMan is suspected of coordinating drug trafficking in cities in Paraná via the internet while living in EnglandGLOBALRussell Brand accuser says he turned 'monster-like' before alleged rapePLParcels with an unknown substance were delivered to the offices of US congressmen. The FBI begins an investigation
BackRisiko für den Schulfrieden – Berliner Gymnasium darf Gebete in der Schule untersagen
Risiko für den Schulfrieden – Berliner Gymnasium darf Gebete in der Schule untersagen
NEWS
Die Welt1 hour agoLaw3 min readGermanyView translation

Risiko für den Schulfrieden – Berliner Gymnasium darf Gebete in der Schule untersagen

Das Diesterweg-Gymnasium in Wedding darf das demonstrative Ausüben religiöser Riten untersagen, um den Schulfrieden zu wahren.

Quick Look

  • Das Berliner Verwaltungsgericht hat entschieden, dass ein Gymnasium demonstrative Gebete verbieten darf.
  • Das Gericht stufte den Schutz des Schulfriedens höher ein als die individuelle Religionsfreiheit, obwohl eine Benachteiligung muslimischer Schüler vorliegt.

AI-generated summary

Why It Matters

Das Diesterweg-Gymnasium untersagt laut Schulordnung demonstrative religiöse Riten. Bereits 2011 scheiterte ein Schüler vor dem Bundesverwaltungsgericht mit dem Wunsch nach einem Gebetsraum.

Font size

Ein Berliner Gymnasium darf laut einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts das demonstrative Ausüben von Glaubensbekenntnissen wie Gebeten in der Schule verbieten. Der Eingriff sei gerechtfertigt, um den Schulfrieden zu wahren, urteilte das Gericht am Donnerstag. Gegen die Schulordnung des Diesterweg-Gymnasiums im Stadtteil Wedding hatte die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) geklagt.

Der Verein sah darin einen Verstoß gegen das Landesantidiskriminierungsgesetz. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Berufung ist aber nicht zugelassen.

Nach Auffassung des Gerichts stellt das Verbot zwar eine Diskriminierung dar – allerdings wiege ein geordneter Schulablauf für alle Schüler schwerer. Die GFF plant, einen Antrag auf Zulassung zur Berufung zu stellen, wie sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte.

Mit der Entscheidung folgte das Gericht in Teilen der Argumentation des Gymnasiums. Es gebe an der Schule viele religiös bedingte Konflikte. Hinter der Wahrung des Schulfriedens müsse daher die einzelne Religionsfreiheit zurücktreten – auch, wenn das Gericht durchaus eine Benachteiligung von muslimischen Schülern sieht, die islamische Pflichtgebete praktizieren müssen. Gegen das Berliner Antidiskriminierungsgesetz verstoße das Verbot im konkreten Fall nicht.

In der Schulordnung heißt es: „Die demonstrative Ausübung von religiösen Riten und extremen politischen Handlungen ist im Interesse des Schulfriedens untersagt.“ Die aktuelle Fassung der Schulordnung ist den Angaben zufolge seit 2023 in Kraft, die beklagte Passage existiert jedoch schon länger. Das Gymnasium werde von mehr als 600 Schülern besucht, die aus 47 Ländern kämen. Die Mehrheit sei muslimischen Glaubens.

Die GFF argumentierte, die Vorschrift treffe de facto nur muslimische Schüler, die das islamische Pflichtgebet verrichten, und verletze damit deren Religionsfreiheit. Das Gericht urteilte, die Vorschrift sei neutral, da sie alle demonstrativ ausgeübten Riten untersage.

Laut GFF beteten Schüler heimlich hinter Büschen und Mülltonnen. Auch sei die Berufung der Schule auf die Wahrung eines Schulfriedens nur sehr vage – einzelne Konflikte würden nicht ausreichen, um von einer Gefahr für den Schulfrieden zu sprechen. Letztlich verstoße das Verbot gegen das Berliner Antidiskriminierungsgesetz.

Schulleiter Volker Lehmann hingegen bestritt eine Diskriminierung. Er berichtete von Missionierungsversuchen, Bekenntniszwängen und einem Anpassungsdruck an der Schule. An dem Gymnasium seien wiederholt Konflikte aufgetreten. So seien etwa Mädchen ohne Kopftuch verbal angegangen worden, und ein muslimischer Schüler sei während des Ramadans in eine Klasse gekommen und habe gerufen: „Jetzt fasten wir alle.“

Zudem seien von dem Verbot nicht nur Muslime, sondern alle Religionen betroffen. Das islamische Pflichtgebet sei auch still möglich, was erlaubt sei. Dass Schüler versteckt gebetet hätten, sei nicht bekannt, so Lehmann. Ein eigener Gebetsraum könne aus Platzgründen und wegen organisatorischer Hürden nicht gestellt werden.

Die GFF hatte bereits 2023 Berliner Schulordnungen auf diskriminierende Regelungen überprüft. In der Folge beanstandete sie über 20 Schulordnungen wegen Gebetsverboten, Kleidervorschriften und Deutschpflicht auf dem Schulhof. Die Mehrheit der Schulen lenkte daraufhin ein und änderte ihre Regelungen. Das Diesterweg-Gymnasium hielt jedoch am Verbot fest. Daher reichte der Verein im Oktober vergangenen Jahres eine Verbandsklage ein.

Grundsätzlich ist es aber nicht der erste Rechtsstreit der Schule. Bereits 2011 war ein damals 18 Jahre alter muslimischer Schüler des Diesterweg-Gymnasiums vor dem Bundesverwaltungsgericht mit seinem Ansinnen gescheitert, ein Mal am Tag außerhalb der Unterrichtszeiten an seiner Schule beten zu dürfen. (Az.: BVerwG 6 C 20.10)

Seinerzeit war laut Gericht die Einschränkung der Glaubensfreiheit des Schülers rechtens – öffentliche Ritualgebete hätten in diesem Fall den Schulfrieden gestört. Das Gericht betonte damals, dass die Entscheidung eine Einzelfallentscheidung gewesen sei.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die GFF wird einen Antrag auf Zulassung zur Berufung stellen.

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wird die GFF die Zulassung zur Berufung erfolgreich beantragen?
  • Wie reagieren die betroffenen Schüler auf die Entscheidung?

Related Topics

This article was originally published by Die Welt.

Related Stories

Aftermath of the diesel scandal: Court overturns VW settlement with ex-Audi boss Stadler
Developing·

Aftermath of the diesel scandal: Court overturns VW settlement with ex-Audi boss Stadler

The Celle Higher Regional Court has declared the liability settlement between Volkswagen and former Audi boss Rupert Stadler from the emissions scandal to be invalid because shareholders were not sufficiently informed about Stadler's financial circumstances. Volkswagen is not announcing the decision and is considering legal remedies while a new settlement is negotiated.

n-tv Wirtschaft
3 min read
More on this topicdiesterweg-gymnasium