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Russland nimmt Angriffe auf Kyjiw nach Feuerpause wieder auf
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Die Zeit1 hour agoWorld5 min readGermanyView translation

Russland nimmt Angriffe auf Kyjiw nach Feuerpause wieder auf

Nach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause auf die ukrainische Hauptstadt meldet Kyjiw Tote und Verletzte durch ballistische Raketen und Drohnen.

Quick Look

  • Nach Ablauf einer dreitägigen Feuerpause hat Russland Kyjiw erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen.
  • Mindestens zwei Menschen starben, sieben wurden verletzt.
  • Verteidigungsminister Pistorius kündigte unterdessen weitere deutsche Luftabwehrhilfe an.

AI-generated summary

Why It Matters

Russland hatte die Angriffe auf Kyjiw während eines Besuchs US-amerikanischer Gesandter für drei Tage ausgesetzt. Die Ukraine leidet unter einem Mangel an Luftabwehrraketen.

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Pistorius sagt weitere Lieferungen für ukrainische Luftabwehr zu

Angesichts des kommenden Winters hat Verteidigungsminister Boris Pistorius die Lieferung weiterer Raketen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine angekündigt. Die Ukraine befinde sich in einem Wettlauf mit der Zeit, sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen der Unterstützerstaaten des Landes. Es sei damit zu rechnen, dass russischen Luftangriffe mit sinkenden Temperaturen wieder zunehmen würden.

Deutschland werde daher PAC-2-Abfangraketen für das Patriot-System sowie eine größere Stückzahl an AIM-9-Luft-Luft-Raketen liefern. Auch die laufenden Lieferungen von IRIS-T-Luftverteidigungssystemen will Pistorius fortsetzen. Er forderte andere Verbündete auf, ebenfalls ihre Bestände zu prüfen.

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsminister Jewhenij Chmara funktioniert die Abwehr von Drohnen inzwischen gut. Anders sei dies bei ballistischen Raketen, dort fehlten vor allem Patriot-Abwehrraketen des Typs PAC-3. Diese sind aufgrund des Nahost-Krieges knapp – und auch, weil verschiedene europäische Staaten ihre Bestände zurückhalten. Der Typ PAC-2 ist weniger effektiv gegen russische ballistische Raketen.

Verletzte bei russischer Drohnenattacke auf TV-Sender

In Kyjiw hat eine russische Drohne das Gebäude eines Fernsehsenders getroffen. Derzeit seien fünf Verletzte bekannt, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit. »Darauf muss es eine Reaktion von Europa und der Welt geben.«

Russland habe gezielt den Nachrichtensender »My – Ukraina« attackiert, als Journalisten eine Sendung aufzeichneten, schrieb Selenskyj. Laut dem leitenden Produzenten des Senders, Jurij Suhak, zielte der Angriff auf den Nachrichtenraum des Senders.

Selenskyj lobt Gespräche mit USA und erwartet Treffen mit Trump

Der ukrainische Präsident hat den jüngsten Besuch der US-Verhandler Steve Witkoff und Jared Kushner in Kyjiw gelobt. Die Unterhändler der Regierung von US-Präsident Donald Trump hätten mehrere »anständige Ideen« zur Beendigung des Krieges vorgelegt, sagte Wolodymyr Selenskyj in einem Onlinechat mit ukrainischen Journalisten.

Möglich sei die Wiederaufnahme der trilateralen Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine, sagte Selenskyj. Ein nächstes Treffen dieser Art könne in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder in der Schweiz stattfinden.

Zudem stellte der ukrainische Präsident ein persönliches Treffen mit Trump in Aussicht. Er gehe davon aus, dass es im letzten Septemberdrittel dazu kommen werde, sagte Selenskyj.

Mit dem US-Präsidenten wolle er vor allem über mehr Unterstützung der Ukraine bei der Raketenabwehr sprechen. Die Ukraine leidet seit Monaten an einem Mangel an Abwehrraketen, wodurch die russischen Angriffe zuletzt gefährlicher geworden sind. Das gilt als ein Druckmittel Russlands bei möglichen Verhandlungen.

Ukrainische Soldaten schaffen Vorstöße bei Druschkiwka

In der Region Donezk im Osten der Ukraine haben ukrainische Streitkräfte südlich der umkämpften Stadt Druschkiwka Fortschritte erzielt. Das schreibt das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht.

Demnach belegen geolokalisierte Aufnahmen einen ukrainischen Vorstoß nahe dem Dorf Stepaniwka. In der Region Charkiw konnten weitere ukrainische Truppen einen russischen Vorstoß durch Gegenangriffe verhindern; ein Offizier warnt aber vor einer Intensivierung der russischen Angriffe vor dem Herbstanfang.

Ukraine verurteilt »schrecklichen« Angriff kurz nach Ablauf von Feuerpause

Angesichts des jüngsten russischen Angriffs auf Kyjiw hat der ukrainische Außenminister infrage gestellt, wie ernst Russland es mit der Teilnahme an Vermittlungsgesprächen meint. »Unmittelbar nach der Abreise der Friedensgesandten des US-Präsidenten hat Putin einen weiteren massiven und schrecklichen Angriff auf Kyjiw gestartet,« schrieb Andrij Sybiha in einem Posting. »Seine ballistischen Raketen sagen mehr aus als seine Reden über Diplomatie.«

Der russische Präsident hatte angeordnet, die Attacken auf die ukrainische Hauptstadt wegen des Besuchs der US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff für drei Tage einzustellen. In der vergangenen Nacht nahm Russland die Angriffe wieder auf, in Kyjiw gab es dabei mindestens zwei Tote.

Großbritannien sagt Ukraine zusätzliche Hilfe bei Luftraumverteidigung zu

Die britische Regierung hat ein weiteres Hilfspaket für die Ukraine angekündigt, das die Verteidigungsfähigkeit des Landes gegen russische Luftangriffe stärken soll. Das Paket umfasst den Angaben der Regierung in London zufolge unter anderem Patriot-Flugabwehrraketen. Insgesamt habe es ein Volumen von 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro).

Polen lässt Kampfflugzeuge aufsteigen

Nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine hat das westliche Nachbarland Polen seine Flugabwehr in den frühen Morgenstunden in Alarmbereitschaft versetzt. Das polnische Militär teilte mit, es seien Kampfflugzeuge aufgestiegen. Damit solle der Luftraum vor einer möglichen Verletzung geschützt werden.

Zerstörung und Tote nach russischem Angriff auf Kyjiw

Bei den wieder aufgenommenen Angriffen auf die Ukraine hat Russland ukrainischen Angaben zufolge ballistische Raketen eingesetzt. Das teilte Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Offiziellen Angaben zufolge wurden mindestens zwei Menschen getötet und mindestens sieben verletzt. Es wurden Explosionen gemeldet, mehrere Wohnhäuser, eine Schule und Autos seien von herabfallenden Drohnentrümmern getroffen worden, berichteten ukrainische Medien unter Berufung auf Behördenangaben.

Das Nachrichtenportal Kyiv Independent schrieb, dass laut Bürgermeister Vitali Klitschko mehrere Menschen unter den Trümmern eines schwerbeschädigten Wohnblocks verschüttet worden seien.

Ballistische Raketen sind schwer abzuwehren. Auch in anderen Regionen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst. Das genaue Ausmaß der Angriffe und Schäden ist bislang unklar.

Ukrainekontaktgruppe berät über Krieg

Die sogenannte Ukrainekontaktgruppe wird heute in einer virtuellen Sitzung zusammenkommen. An den Beratungen nehmen unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), sein britischer Kollege Wes Streeting, der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby teil.

Es handelt sich um die 36. Sitzung der Gruppe. Sie war nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erstmals im April 2022 auf Einladung der USA auf deren Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein zusammengekommen. Seitdem trägt das Format als Koordinierungsstelle maßgeblich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bei. Dabei beteiligen sich auch Länder außerhalb der Nato.

Russland meldet ukrainischen Drohnenangriff

Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge die russische Stadt Saratow an der Wolga angegriffen. Dabei seien mehrere Menschen verletzt worden, teilte der regionale Gouverneur Roman Busargin auf Telegram mit. In der Region Saratow befinden sich eine große Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft sowie weitere industrielle und militärische Anlagen. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

Russische Angriffe beenden Feuerpause in Kyjiw

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw nach Ende einer dreitägigen Feuerpause erneut angegriffen. Die russische Armee habe die Bezirke Boryspil und Fastiw mit Drohnen angegriffen, schrieb der ukrainische Katastrophenschutz im Onlinedienst Telegram.

Kyjiws Militärverwaltung teilte mit, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs Luftalarm in der Hauptstadt ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor bestätigt, dass die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei. Während des Besuchs der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kyjiw hatten beide Seiten ihre Angriffe ausgesetzt.

Ukrainischer Generalstaatsanwalt kündigt Rücktritt an

Der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Krawtschenko, hat im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt angekündigt. »Das ist eine politische Entscheidung«, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. »Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.« Seine Haltung zu den Vorwürfen, die er bereits mehrfach zurückgewiesen hatte, bleibe unverändert.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform hatten Sonderermittler eine kriminelle Vereinigung unter der Führung des Leiters einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft aufgedeckt, die angeblich Bestechungsgelder kassierte. Krawtschenko wies jede Verstrickung in diese Affäre zurück.

Stromleitung des AKW Saporischschja ist repariert

Nach fast drei Wochen ist die externe Stromzufuhr für das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja wiederhergestellt. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.

Das von Russland besetzte Atomkraftwerk braucht eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August infolge von Gefechten beschädigt worden. Seitdem wurde das größte Kernkraftwerk Europas mit Notstromgeneratoren versorgt.

Selenskyj stellt Verhandlungen vor dem Winter in Aussicht

Nach dem Treffen mit den US-Sondergesandten hält der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Friedensverhandlungen noch vor dem Winter für möglich. Russlands Präsident Wladimir Putin rechne zwar mit einem brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch Putin wolle US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen im November verärgern, sagte Selenskyj im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. »Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.« »Wir haben den September und Oktober, um zu reden«, sagte Selenskyj weiter. »Ohne Dialog kann es kein Ergebnis geben.« Er gehe davon aus, dass Trump einen Weg finden werde, um den Verhandlungsprozess noch vor dem Winter zu starten.

UN-Kommissar entsetzt über Berichte von tödlicher autonomer Drohne

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat sich bestürzt über Berichte über die Tötung von Menschen in der Ukraine durch eine autonom agierende russische Drohne gezeigt. »Ich schließe mich den Aufrufen an, Waffen zu verbieten, die ohne menschliches Zutun töten können«, sagte Türk vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. Er fügte hinzu, dass auch die Ukraine offenbar solche Waffen getestet habe.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Weitere Luftangriffe auf ukrainische Städte im Winter

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie hoch ist der tatsächliche Schaden an der Energieinfrastruktur in Saratow?
  • Wann genau finden die möglichen Friedensgespräche statt?

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This article was originally published by Die Zeit.

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