BackSachsens Innenminister fordert schärferes Asylrecht und Kontingentsystem
Sachsens Innenminister fordert schärferes Asylrecht und Kontingentsystem
Developing
Die Zeit1 hour agoPolitics1 min readGermanyView translation

Sachsens Innenminister fordert schärferes Asylrecht und Kontingentsystem

Quick Look

Sachsens Innenminister Armin Schuster fordert ein schärferes Asylrecht mit Kontingentsystem statt individuellem Rechtsanspruch, erleichterte Abschiebungen von Straftätern und Ausreiseerzwingungshaft für abgelehnte Asylbewerber.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Debatte über eine Reform des Asylrechts in Deutschland wird seit Jahren geführt, wobei Kontingentsysteme als Alternative zum individuellen Rechtsanspruch diskutiert werden. Der Bamf-Präsident hatte bereits im Vorjahr ein ähnliches Modell vorgeschlagen.

Font size

Sachsens Innenminister Armin Schuster fordert ein schärferes Asylrecht. «Die Aufnahmekapazität in Städten und Gemeinden muss der Maßstab sein für den Umfang, in dem Deutschland künftig Asyl gewährt», heißt es in einem Vier-Punkte-Plan. Generell soll an die Stelle des individuellen Rechts auf Asyl nach dem Willen des CDU-Politikers künftig eine Kontingentlösung treten. Über den Plan berichtete zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), er liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Um Abschiebungen von Straftätern zu erleichtern, dringt Schuster auf eine Änderung der Europäischen Menschenrechtskonvention. Künftig müsse das Sicherheitsinteresse des Landes höher gewichtet werden als das Bleibeinteresse von Straftätern, heißt es in dem Papier. Zudem wird gefordert, dass abgelehnte Asylbewerber künftig in Beugehaft genommen werden können, um ihre Ausreise durchzusetzen. Dafür müsse das Ausländerrecht eine «Ausreiseerzwingungshaft» ermöglichen.

«Um die Migrationswende nun vollständig zu vollziehen, müssen wir ausreisepflichtige Personen, und da zuerst die straffälligen und diejenigen, die sich nicht integrieren, zur Ausreise bringen», erklärt Schuster.

Im vergangenen Jahr hatte bereits der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, vorgeschlagen, individuelle Asylprüfungen durch humanitäre Aufnahmen über Kontingente zu ersetzen. Neben humanitären Gesichtspunkten könne hier auch die Integrationsfähigkeit des Arbeitsmarkts eine Rolle spielen. Er betonte, dass dies seine «persönliche Einschätzung» sei und er nicht als Bamf-Präsident spreche. Schuster begrüßte den Vorstoß damals als «sehr konstruktiven Debattenbeitrag» und argumentierte, mit einem humanitären Kontingentsystem könnte Deutschland eine «flexible Obergrenze» einführen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Bundesregierung wird den Vorschlag Sachsens Innenministers in die Koalitionsverhandlungen einbringen.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wie würde ein Kontingentsystem praktisch umgesetzt werden?
  • Welche rechtlichen Hürden bestehen für eine Änderung der Europäischen Menschenrechtskonvention?
  • Wie viele Menschen würden jährlich unter einem Kontingentsystem aufgenommen?

Related Topics

This article was originally published by Die Zeit.

Related Stories

Italy bans burqas and niqabs in schools and sets a cap on foreign students
Developing·

Italy bans burqas and niqabs in schools and sets a cap on foreign students

The Italian government under Giorgia Meloni has decided to ban burqas and niqabs in schools and a fixed cap of 30 percent for foreign students with insufficient knowledge of Italian per class. The decree law targets newly immigrated students, while children born in Italy or those who attended Italian kindergarten are generally excluded. If there are integration problems, parents have to attend free language courses, otherwise they face fines of up to 1,000 euros. The regulation replaces a previously flexible 30 percent limit from 2010 and takes place in the election year before the 2027 parliamentary election, in which migration is a central issue.

Die Zeit
2 min read
SPD parliamentary group leader Miersch rejects recommendations for the Berlin SPD in a possible left-wing coalition
Developing·

SPD parliamentary group leader Miersch rejects recommendations for the Berlin SPD in a possible left-wing coalition

SPD parliamentary group leader Matthias Miersch has refused to give the Berlin SPD recommendations on how to deal with the Berlin Left Party. He emphasized that the Berlin comrades would weigh the situation very carefully. The Berlin SPD declared its willingness to hold exploratory talks with the Left and the CDU, while the Jusos see a red-green-red coalition as a progressive opportunity.

Die Welt
2 min read
More on this topicasylrecht