
Beim »Invest in Germany«-Gipfel in Berlin nutzte Friedrich Merz Stereotype über deutsche Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, um internationale Investoren zu überzeugen.
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Der Invest in Germany-Gipfel brachte rund 200 internationale und deutsche Vorstandschefs zusammen, um über den Wirtschaftsstandort Deutschland zu diskutieren.
Deutsche sind pünktlich. Deutsche sind akribisch, manche sagen auch pedantisch. Deutsche breiten ihr Handtuch noch vor dem Frühstück auf der Sonnenliege aus. Das sind Klischees, klar. Aber steckt darin nicht auch ein Fünkchen Wahrheit?
Das muss nicht zwangsläufig negativ sein, wie diese Woche ausgerechnet Friedrich Merz zeigte. Der Kanzler ist eigentlich für seinen mindestens unglücklichen Umgang mit Klischees und Vorurteilen bekannt. Beim »Invest in Germany«-Gipfel in Berlin wusste er sie aber konstruktiv einzusetzen.
Er warb mit selbstironischen Zuschreibungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Die Menschen hier seien verlässlich. Deutsche seien berechenbar. »Kurz gesagt: Wir sind genau das, was Investoren am meisten schätzen«, so Merz.
Im Publikum saßen rund 200 internationale und deutsche Vorstandschefs. Der eine oder andere habe bei Merz’ Rede geschmunzelt, berichtete mir mein Kollege Markus Becker, der den Gipfel besucht hatte. »Teilnehmer äußerten sich meist positiv über das Treffen«, schrieb er mir.
Der Sinn der Veranstaltung sei weniger die Abgabe konkreter Investitionszusagen gewesen, als vielmehr, mit der Regierung und anderen Unternehmern ins Gespräch zu kommen. Das, so erzählten ihm mehrere Teilnehmer, habe gut funktioniert. Manche betonten, dass der Gipfel nun regelmäßig stattfinden müsse, um langfristig wirkungsvoll zu sein.
Dieses Jahr kann sich das Ergebnis jedenfalls sehen lassen: Amazon verkündete, rund 16 Milliarden Euro in Deutschland investieren zu wollen. Jensen Huang, Gründer des US-Chipentwicklers Nvidia, dem wertvollsten Unternehmen der Welt, strebt Kooperationen mit deutschen Unternehmen im KI-Bereich an.
Deutschland habe das Potenzial, zu den erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt zu gehören, sagte Huang im Bühnengespräch mit Merz. Als Investitionsstandort müsse sich Deutschland hinter niemandem verstecken.

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