
Aktuelle Daten zeigen, wie sich der Tankrabatt auf die Spritpreise auswirkt. Unterschiede gibt es zwischen Diesel und Benzin, Shell und Aral. Aber auch die Lage der Tankstelle spielt eine Rolle.
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Die Bundesregierung hat zum 1. Oktober als Reaktion auf gestiegene Spritpreise infolge des Irankriegs zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Tankrabatt eingeführt.
Aktuelle Daten zeigen, wie sich der Tankrabatt auf die Spritpreise auswirkt. Unterschiede gibt es zwischen Diesel und Benzin, Shell und Aral. Aber auch die Lage der Tankstelle spielt eine Rolle.
Die Weitergabe des Tankrabatts variiert je nach Kraftstoffart, Tageszeit und Tankstellenlage, wobei an Wochenenden weniger Steuerermäßigung ankommt.
Der Rabatt lag bei E5-Benzin zeitweise mit 17,1 Cent über der reduzierten Steuer, während Diesel mit 14,2 Cent darunter blieb.
An Autobahntankstellen fällt die Weitergabe des Rabatts mit neun Cent bei Diesel geringer aus als in Großstädten und ländlichen Gemeinden mit elf Cent.
Der Preisunterschied zwischen konzerngebundenen und freien Tankstellen bei Diesel ist von 3,54 Cent im September auf 2,77 Cent im Oktober gesunken.
Düsseldorf. Nach dem Start des Tankrabatts zum Monatsanfang zeigen nun aktuelle Daten, inwieweit die gesenkte Steuer bei den Autofahrern ankommt. Der Preis variiert je nach Kraftstoffart und Tageszeit. Besonders der Vergleich zwischen konzerngebundenen und freien Tankstellen fällt auf.
Zum 1. Oktober hat die Bundesregierung zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Tankrabatt eingeführt, und zwar als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Irankriegs. Das Gesetz sieht bis Ende Dezember 2026 eine Senkung der Energiesteuer um 14 Cent pro Liter vor, was inklusive der wegfallenden Mehrwertsteuer einer Entlastung von rund 17 Cent pro Liter für Verbraucher entspricht.
Am aktuellen Tankrabatt gibt es Kritik, wie bei den Tankrabatten 2022 und in diesem Frühjahr. Ökonomen bemängeln vor allem den starken Eingriff in die Preisbildung. Die höheren Kraftstoffpreise wären eigentlich ein Anreiz, weniger Sprit zu kaufen. Mit der gesenkten Steuer ist dieser Anreiz zumindest abgeschwächt.
Zudem geben die Mineralölkonzerne und andere Marktakteure entlang der Lieferkette den Tankrabatt nicht vollständig an die Endkunden weiter. Das bestätigen der Tankrabatt-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Tankrabatt-Tracker des Ifo-Instituts. Beide Analysen dokumentieren die Effekte der Steuermaßnahme.
Die Daten zeigen, dass die Weitergabe außerdem nicht konstant ist. Vor allem an den Wochenenden kommt nur ein geringerer Teil der Steuerermäßigung an den Zapfsäulen an.
„Die Mineralölkonzerne kalkulieren, wann sie ihre Margen erhöhen können, ohne Konsumenten zu verprellen“, sagt dazu Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft. Und da viele Menschen für Aktivitäten am Wochenende nicht auf Alternativen zum Auto ausweichen können, nehmen sie die höheren Preise eher hin.
Inwieweit die Preissensibilität eine Rolle bei der Weitergabe des Tankrabatts spielt, zeigt sich auch bei den Kraftstoffarten. In der vergangenen Woche zeichnete sich eine deutliche Differenz ab: Während der Rabatt bei E5-Benzin fast vollständig weitergegeben wurde und bei 16,5 Cent lag, waren es bei Diesel nur 14 Cent.
Nachfrageseitig lässt sich das damit erklären, welche Gruppen eher Diesel nutzen: Berufskraftfahrer und Besitzer von Dienstfahrzeugen. Denn wer jobbedingt weite Strecken fahren muss, kann beim Tanken nicht groß sparen.
Andererseits beeinflusst auch das Kraftstoffangebot die Weitergabe des Rabatts. Während Deutschland seinen Benzinverbrauch selbst decken kann, muss es einen Großteil des Diesels importieren. „Je länger die Lieferkette, desto mehr Möglichkeiten gibt es, Gewinne abzuschöpfen“, sagt Neumeier.
An der Autobahn kommt weniger vom Tankrabatt an
Auch die Lage der Tankstelle wirkt sich darauf aus, inwieweit die gesenkte Energiesteuer den Verbraucher erreicht: An Autobahntankstellen kostete ein Liter Diesel zwischen dem 1. und 21. Oktober durchschnittlich neun Cent weniger als im Vormonatszeitraum.
In Großstädten und ländlichen Gemeinden waren es immerhin elf Cent. Das zeigen Daten, die der Verbraucherinformationsdienst „Tanken Tanken“ dem Handelsblatt exklusiv zur Verfügung gestellt hat.
Auch sonst sind die Preise an der Autobahn spürbar höher. Wer dort mit fast leerem Tank unterwegs ist, hat meist keine Wahl und muss höhere Kosten hinnehmen. Somit fällt auch die Weitergabe des Tankrabatts niedriger aus. Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist gleichzeitig minimal und erst ab der zweiten Nachkommastelle erkennbar.
Konzerne geben den Preisnachlass stärker weiter
Kunden von Konzerntankstellen wie Aral oder Shell bezahlen derweil auch mit reduzierten Preisen höhere Preise als Autofahrer, die ihren Kraftstoff bei freien Tankstellen beziehen. Die Daten zeigen aber, dass der Abstand seit Anfang Oktober geringer geworden ist.
Im September lag der durchschnittliche Preisabstand zwischen konzerngebundenen und freien Tankstellen noch bei 3,54 Cent pro Liter Diesel. Zwischen dem 1. und 21. Oktober ging er auf 2,77 Cent zurück. „Konzerne verdienen nicht nur am Kraftstoffverkauf“, sagt Neumeier vom Ifo-Institut. „Freie Tankstellen müssen dagegen immer auf ihre Margen bedacht sein.“ Für sie sei der Anreiz, den Rabatt weiterzugeben, also geringer.
Wie der Tankrabatt die Preise in den kommenden zwei Monaten beeinflussen wird, darüber können die bisherigen Rabatte Aufschluss geben. Sowohl 2022 als auch zwischen Anfang Mai und Ende Juni 2026 gaben die Tankstellen gegen Ende des Rabattzeitraums weniger an die Verbraucher weiter.
Dieses Mal kommen als zusätzlicher Faktor die Feiertage um Neujahr und Weihnachten dazu. Viele Menschen werden in dieser Zeit weite Strecken in den Urlaub oder zu ihren Familien zurücklegen wollen. Dazu sagt Carl Kreuzberg, beim DIW für den Tankrabatt-Monitor mitverantwortlich: „Es ist plausibel, dass sich das negativ auf die Weitergabe des Tankrabatts auswirken könnte.“
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Geringere Weitergabe des Tankrabatts gegen Ende des Rabattzeitraums um Weihnachten und Neujahr.
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