Steigende Gaspreise und Inflation belasten Verbraucher
Experten erwarten Preiserhöhungen bei Gas und eine anhaltend hohe Inflation in Deutschland und Europa.
Quick Look
- Die Neukundenpreise für Gas sind seit Februar stark gestiegen, und Experten prognostizieren weitere Preiserhöhungen.
- Gleichzeitig treiben Energiepreise die Inflation in Deutschland und im Euroraum an, worauf die EZB mit Zinserhöhungen reagiert.
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Why It Matters
Deutschland ist stark von Erdgasimporten abhängig und anfällig für Preisschocks im Großhandel.
Die Neukundenpreise für Gas würden die Großhandelspreise besonders schnell abbilden und seien seit Februar um über ein Drittel angestiegen, sagte Storck. »Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.«
Deutschland von Importen abhängig
Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der Zeitung, Deutschland sei »besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt«. Zudem seien Deutschland und die EU »nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen«.
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen das auch an der Tankstelle zu spüren. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stimmte die Menschen im Euroraum diese Woche auch erst mal auf eine weitere Teuerung ein. »In unseren aktuellen Prognosen steigt die Inflation bis Ende '26 weiter. Sie wird also schlimmer, bevor sie besser wird, aber sie wird besser«, sagte Lagarde dem ZDF.
In Deutschland trieben die Energiepreise die Inflation im August auf 2,9 Prozent, Wirtschaftsforscher rechnen für 2027 verbreitet mit drei Prozent. Bezogen auf den Euroraum lag die Inflation im August bereits bei 3,3 Prozent – und damit deutlich über dem Inflationsziel der EZB von zwei Prozent. Als Reaktion darauf hat die Notenbank den für Sparer und Banken wichtigen Einlagenzins am Donnerstag auf 2,5 Prozent angehoben. Was in Lagards Worten im ZDF allerdings auch mitschwingt: Immerhin mittelfristig könnte die Inflation wieder etwas zurückgehen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent für Gas zum Jahreswechsel
Likely · Within months
Open Questions
- Wie stark werden die Bestandskundentarife steigen?
- Wann stabilisieren sich die Gasgroßhandelspreise wieder?






