Sternbrücke in Hamburg nach aufwendigem Austausch wieder in Betrieb
Nach wochenlangen Sperrungen rollt der Zugverkehr wieder über die neue Sternbrücke, während die Arbeiten im Umfeld und an den Straßen noch andauern.
Quick Look
- Nach einer verlängerten Sperrpause rollt der Zugverkehr über die neue, rund 3700 Tonnen schwere Sternbrücke in Hamburg.
- Während Züge wieder planmäßig fahren, bleiben unterliegende Straßen vorerst gesperrt und die Dimensionen des Neubaus umstritten.
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Why It Matters
Im Zuge der Modernisierung des Hamburger Bahnknotens wurde die alte Sternbrücke durch einen 3700 Tonnen schweren Neubau ersetzt.
Im Mittelpunkt der Bauarbeiten stand der Austausch der alten Sternbrücke. Ende Juli war der Rohbau der neuen Brücke in einer aufwendigen nächtlichen Aktion an seinen endgültigen Platz gebracht worden. Das rund 3700 Tonnen schwere und 108 Meter lange Bauwerk wurde dabei in die Verbindungsbahn eingefügt. Der Einbau galt wegen der Dimensionen der Brücke, der räumlich engen Baustelle und der Bedeutung der Strecke als besonders anspruchsvoll.
Mit dem Einhub allein war es jedoch nicht getan. In den anschließenden Wochen arbeiteten Beschäftigte der Deutschen Bahn und der beteiligten Bauunternehmen rund um die Uhr daran, die Brücke in das bestehende Schienennetz zu integrieren und den Bahndamm wiederherzustellen. Insgesamt wurden rund vier Kilometer Schienen verlegt, etwa 3000 Schwellen eingebaut und rund 8000 Tonnen Schotter verwendet.
Hinzu kamen die Installation beziehungsweise Erneuerung der Oberleitungen sowie Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik. Vor der Freigabe waren technische Kontrollen und Abnahmen erforderlich. Erst nach deren Abschluss konnte die Strecke wieder für den regulären Zugbetrieb geöffnet werden.
Straßenraum bleibt vorerst gesperrt
Die Sperrpause war zugleich genutzt worden, um weitere Bauarbeiten im Bereich der Verbindungsbahn zu bündeln. Insgesamt mussten drei neue Brücken eingebaut werden, darunter die große Sternbrücke. Ziel war es, mehrere Eingriffe in das stark belastete Hamburger Bahnnetz innerhalb eines zusammenhängenden Zeitraums vorzunehmen.
Der ursprünglich vorgesehene Zeitplan hatte allerdings angepasst werden müssen. Die Bahn verlängerte die Sperrpause um zwei Wochen. Als Grund wurden Probleme bei den Arbeiten an den Oberleitungen genannt. Während der Bauphase stellte sich zudem heraus, dass am Bahndamm erheblich mehr Erdreich ausgetauscht werden musste als zunächst erwartet. Nach Angaben der Bahn waren es rund 10.000 Tonnen Boden zusätzlich.
Der Zugverkehr konnte dennoch zum vorgesehenen Termin am 31. August wieder aufgenommen werden. Vollständig abgeschlossen sind die Arbeiten im Umfeld der Sternbrücke damit nicht. Die Straßen unterhalb der Bahntrasse bleiben zunächst gesperrt. Die wichtige Stresemannstraße soll am 7. September wieder für den Straßenverkehr freigegeben werden. Bei der Max-Brauer-Allee wird die Sperrung noch länger dauern.
Die neue Sternbrücke ist deutlich größer als ihre Vorgängerin. Das Bauwerk überspannt den Straßenraum ohne die früheren Stützen und bietet Platz für vier Gleise. Seine Dimensionen sorgen allerdings weiterhin für Kritik. Anwohner und Initiativen hatten sich über Jahre gegen den Abriss der historischen Brücke und gegen die Größe des Neubaus ausgesprochen. Auch nach dem Einbau prägt die wuchtige Konstruktion die Debatte über das Projekt.
Für die Bahn ist der Neubau dagegen ein wichtiger Bestandteil der Modernisierung des Hamburger Bahnknotens. „Ein leistungsfähiges Schienennetz braucht leistungsfähige Knoten“, erklärte Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO. Hamburg gehöre zu den wichtigsten Verkehrsknoten Deutschlands, die Verbindungsbahn sei Teil einer zentralen Nord-Süd-Achse im europäischen Schienennetz. Dass der Verkehr wieder planmäßig aufgenommen werden konnte, bezeichnete Nagl als Ergebnis einer starken Teamleistung.
Die Arbeiten an der Sternbrücke stehen auch im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Fern- und Regionalbahnhofs am Diebsteich. Die Modernisierung der Verbindungsbahn soll die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, den bisherigen Bahnhof Hamburg-Altona durch den neuen Bahnhof zu ersetzen. Aus Sicht der Bahn sollen die Maßnahmen langfristig die Kapazität und Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs im Hamburger Knoten erhöhen, was dann auch für die Zuverlässigkeit des sogenannten Deutschlandtakts mit mehr Zügen und höherer Verlässlichkeit wichtig ist.
Für die Fahrgäste bedeutet die Freigabe zunächst vor allem das Ende der großräumigen Umleitungen und Ersatzverkehre. Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge können wieder den direkten Weg zwischen Altona, Dammtor und Hauptbahnhof nehmen. Während unterhalb der Sternbrücke noch weitergebaut wird, ist oberhalb damit der reguläre Bahnbetrieb zurückgekehrt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Freigabe der Stresemannstraße für den Straßenverkehr
Very likely · Within days
Open Questions
- Wann genau wird die Max-Brauer-Allee wieder freigegeben?
- Wie stark wird sich die finale Kostenbilanz durch zusätzliche Erdarbeiten erhöhen?

