
Haushalte in Deutschland zahlen mehr als doppelt so viel wie im G20-Durchschnitt. Mehr als die Hälfte entfällt auf Steuern, Abgaben und Netzentgelte.
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Deutschland weist im internationalen Vergleich hohe Energieabgaben auf. Die Strompreise stehen seit Jahren im Fokus wirtschaftlicher Debatten.
Strom wird in Deutschland zur Kostenfalle: Im G20-Vergleich zahlen Haushalte hierzulande mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt. Dabei geht mehr als die Hälfte für andere Posten als den reinen Strom drauf.
Deutschland hat nach einer Analyse des Vergleichsportals Verivox unter den G20-Staaten die höchsten Strompreise. Unter den G20-Staaten sei Strom in Deutschland mit 35,6 Cent je Kilowattstunde am teuersten, zeigt eine Preisanalyse von Verivox auf Basis von Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices.
Es folgen demnach Italien mit 34,5 Cent und Großbritannien mit 32,4 Cent. Der Durchschnitt der G20-Staaten liege bei rund 16,3 Cent. Verglichen damit sei in Deutschland der Strom mehr als doppelt so teuer. Der Abstand zu anderen großen Volkswirtschaften sei erheblich: In Frankreich koste eine Kilowattstunde 23,3 Cent und in den USA 18,3 Cent.
Ein wesentlicher Treiber der hohen Stromkosten in Deutschland sei eine hohe Steuer- und Abgabenlast. Laut Verivox-Daten entfallen aktuell über 60 Prozent des Strompreises in Deutschland auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Weitere Bestandteile des Strompreises seien Kosten für Beschaffung, Vertrieb, Service und Dienstleistungen des Lieferanten. Wirtschaftsverbände fordern seit langem, die Stromsteuer für alle Unternehmen sowie für Haushalte zu senken.
Absinken erst 2030?
Die Strompreise in Deutschland gehörten zu den höchsten weltweit, so Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Das liege auch daran, dass die Stromproduktion selbst nur etwa ein Drittel des Strompreises für Haushalte ausmache.
Der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gehören große westliche Demokratien wie die USA, Deutschland und Großbritannien an, aber auch autoritär geführte Staaten wie Russland und China.
CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte zuletzt gesagt, sie rechne mittelfristig mit sinkenden Strompreisen in Deutschland - allerdings werde dies erst Mitte der 2030er Jahre spürbar werden. SPD und Grüne argumentieren, dass ein Vorantreiben erneuerbarer Energien und der Ausbau der Netze schneller zu einem Sinken der Strompreise führen würden.
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Sinkende Strompreise erst ab Mitte der 2030er Jahre spürbar
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