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SV Elversberg: Trainer Vincent Wagner nach Sieg gegen Gladbach im Fokus
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Die Welt52 minutes agoSports4 min readGermany

SV Elversberg: Trainer Vincent Wagner nach Sieg gegen Gladbach im Fokus

Nach dem überraschenden Bundesliga-Start der SV Elversberg sorgt Trainer Vincent Wagner mit einem Platzverweis und einem Auftritt im ZDF-Sportstudio für Schlagzeilen.

Quick Look

  • Die SV Elversberg feiert nach einem 4:3-Sieg in Mönchengladbach den zweiten Saisonsieg.
  • Trainer Vincent Wagner, der wegen unsportlichen Verhaltens die Gelb-Rote Karte sah, wurde im ZDF-Sportstudio von seinem ehemaligen Schulleiter überrascht.

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Why It Matters

Die SV Elversberg ist ein Aufsteiger in die Bundesliga, der nach zwei Spieltagen zwei Siege verzeichnen konnte. Trainer Vincent Wagner ist offiziell vom Schuldienst beurlaubt.

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Damit hatte Vincent Wagner nicht gerechnet. Als der Trainer der SV Elversberg nach einem ereignisreichen Arbeitstag im ZDF-Sportstudio saß, kündigte Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein einen Überraschungsgast an: Martin Tenhaven, den Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums in Essen. Dort hat Wagner als Lehrer für Sport und Geschichte gearbeitet, bevor es ihn in den Profifußball gezogen hatte.

„Ach du Heiland, wie geil ist das denn?“, begrüßte Wagner seinen früheren Chef – der es, formal gesehen, immer noch ist. Wagner ist offiziell nur vom Schuldienst beurlaubt. Eine Rückkehr ist aber trotzdem eher unwahrscheinlich. Denn Wagner hat als Trainer etwas geschafft, was außergewöhnlich ist: Er hat den Dorfverein aus dem Saarland in die Bundesliga geführt und rockt mit dem Emporkömmling gerade auch das Oberhaus.

Am Samstag gelang der Mannschaft, die vornehmlich aus Spielern besteht, die vor wenigen Jahren noch in unteren Ligen gekickt haben, und mit jungen Talenten aufgefüllt wurde, im zweiten Saisonspiel der zweite Sieg. Mit 4:3 (1:2) gewann die „Elv“, wie das Team genannt wird, in Mönchengladbach. Das deutsche Fußball-Establishment reibt sich verwundert die Augen.

Schon in der Vorwoche hatte der aktuelle Tabellendritte Leverkusen überrascht. Zwei Spiele, zwei Siege und sieben Tore sind ein ungewöhnlicher Start für einen Aufsteiger. Dabei beeindruckt neben der optimalen Punkteausbeute hauptsächlich die Art, wie unterschiedlich die Elversberger diese beiden Aufgaben lösten.

Die Leverkusener überrumpelten sie mit einem furiosen Beginn und verteidigten ihren Vorsprung mit großer Leidenschaft. In Gladbach musste Elversberg Rückschläge verarbeiten, doch auch diese Prüfung bestand der Liga-Neuling mit Bravour.

Wagner dürfte also gute Zukunftsperspektiven im Fußball haben – in seinem alten Job dagegen eher weniger. „Da schlagen natürlich zwei Herzen in meiner Brust. Aber ich glaube, so einen undisziplinierten Trainer, wie wir ihn heute gesehen haben, können wir als Lehrer gar nicht gebrauchen“, sagte Direktor Tenhaven und schlug ihm dabei auf die Schenkel. Wagner und das Studiopublikum brachen bei dieser Anspielung auf die Vorkommnisse, die sich kurz vor und während der Halbzeitpause rund um den Coach abgespielt hatten, in Gelächter aus.

Wagner war von Schiedsrichter Martin Petersen auf die Tribüne geschickt worden – die zweite Hälfte musste er sich nach der Odyssee durch die Treppenhäuser des Stadions von der Pressetribüne ganz oben unter dem Dach aus ansehen.

Was war geschehen? „Gemeckert habe ich nicht, das möchte ich einmal festhalten. Ich bin auch nicht gerannt, habe auch nicht gewinkt“, sagte Wagner. Es habe sich eher um einen „stillen Protest“ nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters gehandelt. Der hatte dies jedoch anders bewertet. Wagner habe sich zweimal „unsportlich“ verhalten, so Petersen.

Auslöser war eine Szene unmittelbar vor der Pause, als Gladbachs Hugo Bolin das 2:1 für die Gastgeber erzielte. Vorausgegangen war ein schnell ausgeführter Einwurf von Tim Kleindienst – obwohl es Kleindienst selbst war, der den Ball nach einem Zweikampf mit Elversbergs Felix Keidel ins Aus befördert hatte. Es hätte also Einwurf für Elversberg geben müssen. Daraufhin ging Wagner einige Meter auf das Spielfeld und versuchte, Petersen darauf aufmerksam zu machen. Dies durfte er nicht – und dafür sah er die Gelbe Karte.

Nachdem Petersen kurz darauf zur Halbzeit gepfiffen hatte, ging Wagner erneut auf den Platz – und sah dafür die zweite Gelbe. „Ich wollte mich mit dem Schiedsrichter einfach mal in Ruhe unterhalten. Da war keine aggressive Bewegung. Deswegen bin ich ganz entspannt, ganz langsam, ganz seicht in seine Richtung gelaufen. Aber das darf ich wohl auch nicht machen“, sagte Wagner. Tatsächlich mutete es sonderbar an, dass der Referee die Regel, die ein solches Trainerverhalten tatsächlich untersagt, in diesem Fall so rigoros zur Anwendung brachte. Denn Wagners Verhalten wirkte nicht ansatzweise bedrohlich.

Trotzdem droht dem 40-Jährigen eine Sperre – und das ausgerechnet, wenn in Elversberg am kommenden Sonntag das Spiel der Spiele steigt. Der FC Bayern kommt in das 7500-Einwohner-Örtchen Spiesen-Elversberg. Wagner wird sein Team dann möglicherweise nicht von der Seitenauslinie aus coachen dürfen. Eine kleine Hoffnung hat er trotzdem: Da auch der Referee einräumte, dass der Einwurf für Gladbach eine Fehlentscheidung war, könnte das DFB-Sportgericht Milde walten lassen. „Mal gucken, ob ich jetzt als Belohnung oder als kleine Strafe gegen die Bayern nicht an die Linie darf. Aber wahrscheinlich sind die Chancen 80:20 dagegen“, erklärte Wagner.

Weit wichtiger als sein persönliches „Schicksal“ war ihm jedoch, wie seine Mannschaft, die von vielen Experten als nahezu chancenlos eingestuft worden war, in der Bundesliga für Furore sorgt. „Es war eine sensationelle Leistung von den Jungs, von meinem Trainerteam“, sagte Wagner. Elversberg ließ sich weder von dem aus der Fehlentscheidung resultierenden 1:2 noch durch das 1:3 kurz nach der Halbzeit aus dem Konzept bringen.

Das Team spielte weiter mutig nach vorn – und Co-Trainer Mike Frantz, der in Abwesenheit von Wagner die Verantwortung übernahm, wechselte mit Maurice Krattenmacher den Matchwinner ein. Der 21-jährige Neuzugang von Hertha BSC erzielte zwei Tore, darunter den Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

„Das Spiel war so geil, es war einfach cool“, sagte Wagner, dem es halt nur selbst nicht gelang, cool zu bleiben. Aber was nicht ist, kann noch werden – glaubt zumindest Schulleiter Tenhaven. „Wenn er will, kann er sich zusammenreißen“, sagte er – und kündigte den Besuch des Essener Lehrerkollegiums in Elversberg an. Allerdings noch nicht für das Spiel gegen die Bayern. Denn das ist – was Wunder – restlos ausverkauft.

Die Elversberger wollen aber trotz der bisherigen Erfolge die Dimensionen nicht verschieben. „Das ist einfach nur ein Bonus-Spiel“, sagte Kapitän Lukas Pinckert – in der Tabelle liegt Elversberg vor den Münchnern. Für die mitgereisten Elversberger Fans gab es hingegen nach dem Abpfiff in Gladbach keinen Zweifel, wie diese Saison enden könnte. Während in der Spielerkabine treffend der Party-Hit „Der Zug hat keine Bremse“ dröhnte, sangen die Anhänger humorvoll: „Deutscher Meister wird nur der SVE!“.

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  • Entscheidung über Sperre von Vincent Wagner für das Spiel gegen FC Bayern

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  • Wird Vincent Wagner für das Spiel gegen den FC Bayern gesperrt?

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