Tech-Werte unter Druck: Steigende Ölpreise drücken Stimmung an der Wall Street
Quick Look
- Brent- und WTI-Ölpreise stiegen jeweils um rund fünf Prozent aufgrund von Versorgungsängsten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und einem herannahenden Hurrikan vor der US-Küste.
- Dies belastete die US-Börsen, wobei der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent, der S&P 500 um 0,3 Prozent und der Nasdaq um 0,9 Prozent fiel.
- Technologieaktien wie Nvidia, Intel und Broadcom verloren zwischen 1,3 und 3,5 Prozent, während starke Quartalszahlen von Samsung Electronics die Stimmung nicht verbessern konnten, da Anleger die Nachrichten für Gewinnmitnahmen nutzten.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Ölpreis stieg aufgrund von Versorgungsängsten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und einem herannahenden Hurrikan vor der US-Küste, während Anleger nervös auf die bevorstehende Berichtssaison blickten.
Brent und WTI verteuern sich um jeweils rund fünf Prozent. Anleger blicken bereits nervös auf die kommende Berichtssaison. Vor allem Chipwerte wie Nvidia und Intel geben nach. Für starke Quartalszahlen sorgt Samsung Electronics.
Ein Anstieg beim Ölpreis hat am Donnerstag erneut für fallende Kurse an den US-Börsen gesorgt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,3 Prozent tiefer bei 51.052,75 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 7778,64 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,9 Prozent auf 27.289,40 Stellen.
Anhaltende Versorgungsängste wegen des Iran-Krieges, aber auch ein Hurrikan, der auf die Offshore-Fördergebiete in den USA zusteuert, trieben die Ölpreise nach oben. Die Öl- und Gasproduzenten im Golf von Mexiko hatten bis Mittwoch laut der Marine Minerals Administration insgesamt etwa ein Viertel ihrer aktuellen Ölproduktion und rund 16 Prozent ihrer aktuellen Erdgasproduktion eingestellt. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich jeweils um rund fünf Prozent auf 105,69 und 92,65 Dollar je Fass (159 Liter). "Wir kämpfen mit doppeltem Gegenwind durch die Energiepreise und die Renditen von Staatsanleihen. Zudem ist die Nachrichtenlage bei den Konjunkturdaten dünn", sagte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley. "Es herrscht eine Art abwartende Haltung vor der Berichtssaison, die ja erst nächste Woche richtig losgeht."
Die hohen Energiepreise verstärkten die Spekulationen auf weiter steigende Zinsen der großen Notenbanken, um den Inflationsdruck in den Griff zu bekommen. An den Anleihemärkten blieb die Lage daher weiter angespannt. Die Verzinsung der zehnjährigen US-Anleihe lag bei 5,2720 Prozent und damit nur leicht unter dem am Vortag erreichten 24-Jahres-Hoch von 5,3645 Prozent.
Dies belastete insbesondere Technologiewerte, denn höhere Zinsen der US-Notenbank verteuern die Investitionen wachstumsstarker Firmen. Die Aktien von Unternehmen wie Intel, Nvidia und Broadcom verloren zwischen 1,3 und 3,5 Prozent. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge plant Broadcom zudem eine Finanzierung in Höhe von 50 Milliarden Dollar für den KI-Entwickler OpenAI. Dies schürte Befürchtungen, dass eine massive Emission von Schuldtiteln durch Technologieunternehmen den Wettbewerb um Kapital verschärfen könnte.
Selbst die starken Quartalszahlen von Samsung Electronics konnten die Stimmung nicht aufhellen. "Stattdessen nutzten Anleger die guten Nachrichten für Gewinnmitnahmen", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Der gemessen am Umsatz weltgrößte Speicherchip-Hersteller stellte fast eine Verneunfachung seines Gewinns im dritten Quartal in Aussicht. Die Samsung-Papiere gaben 2,4 Prozent nach. Die Titel des US-Rivalen Micron verloren 1,7 Prozent. "Wenn selbst überzeugende Unternehmenszahlen nicht mehr für steigende Kurse sorgen, ist das ein Warnsignal für die gesamte Aktienrally", resümierte Lipkow.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Berichtssaison wird nächste Woche beginnen und erste Quartalszahlen von großen Unternehmen liefern.
Very likely · Within days
Broadcom plant eine Finanzierung in Höhe von 50 Milliarden Dollar für den KI-Entwickler OpenAI.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie lange wird der Iran-Krieg die Ölversorgung beeinträchtigen?
- Wird der Hurrikan die Offshore-Förderung im Golf von Mexiko erheblich stören?
- Wie werden die Zentralbanken auf die kombinierte Belastung durch Energiepreise und Inflation reagieren?
- Wird die geplante Finanzierung von Broadcom für OpenAI wie erwartet umgesetzt?







