Thorsten Frei als CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender vorgeschlagen: Gemischte Reaktionen
Quick Look
- Thorsten Frei wurde nach dem Rücktritt Jens Spahns von Friedrich Merz und Markus Söder als neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vorgeschlagen.
- Während Koalitionspartner SPD und CDU-Kollegen die Entscheidung begrüßen, äußert die FDP Verwunderung und Spott.
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Why It Matters
Thorsten Frei wurde nach dem Rücktritt Jens Spahns infolge der Debatte über Leihmutterschaften als Favorit für den Fraktionsvorsitz gehandelt. Zuvor war er im Kanzleramt tätig, wo er von Parteikollegen kritisiert wurde.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) lobte Frei: »Genau der richtige Mann, den die CDU/CSU-Fraktion jetzt braucht. Er kennt die Fraktion aus dem Effeff.« Wadephul habe lange mit dem damaligen Parlamentarischen Geschäftsführer im Fraktionsvorstand zusammengearbeitet. Frei kenne die Funktionsweise einer Koalition, zudem bringe er jetzt die Regierungserfahrung für die großen Vorhaben mit, die man anpacken wolle.
Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. Er habe Frei zu Zeiten der letzten Großen Koalition als sehr versierten Kollegen kennengelernt, »mit dem man gut verhandeln kann, der sehr detailliert auch immer in den Themen drin ist«. Er freue sich auf die künftige Zusammenarbeit, sobald die Gremien der Union in der kommenden Woche ihre Zustimmung gegeben hätten.
In der außerparlamentarischen Opposition zeigt man sich verwundert. FDP-Chef Wolfgang Kubicki kommentierte die Personalie fast schon ironisch. »Der koalitionsinterne Unmut über das Kanzleramt unter Thorsten Frei war in Berlin schon lange unüberhörbar«, sagte Kubicki der »Rheinischen Post«. »Ihm nun einen noch wichtigeren Posten in der Koalition zu geben, ist eine bemerkenswerte Entscheidung. Das wird kein Befreiungsschlag für Merz.«
Schon nach der Bundestagswahl 2025 war Frei für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, Kanzler Merz holte ihn aber ins Kanzleramt. Dort fasste der Politiker aus dem Schwarzwald nur schwer Fuß. Parteikollegen warfen ihm vor, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren.
Nach dem Rücktritt Jens Spahns infolge der Debatte über Leihmutterschaften galt Frei erneut als Favorit auf den Posten. Am Mittwoch verkündete die Union in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Merz und Söder, dass Frei dem Fraktionsvorstand vorgeschlagen worden sei. »Thorsten Frei kommt aus der Mitte der Fraktion und wird dort für das perfekte Zusammenspiel zwischen Parlament, Koalitionspartner und Bundesregierung sorgen«, sagte Merz demnach. Söder fügte an: »Als CSU-Vorsitzender unterstütze ich den Vorschlag von Friedrich Merz. Thorsten Frei wird ein guter Vorsitzender der gemeinsamen Bundestagsfraktion werden.«
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Gremien der Union werden in der kommenden Woche über die Zustimmung zu Thorsten Frei als Fraktionsvorsitzenden entscheiden.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie wird sich die FDP-Kritik auf die Koalitionsarbeit auswirken?
- Welche konkreten Auswirkungen hat Freis neue Rolle auf die CDU/CSU-Fraktion?






