Tiefe Kluft beim Erben und Verschenken zwischen Ost und West
Im Jahr 2025 entfielen 95 Prozent des Gesamtwerts von Vermögensübertragungen auf den Westen Deutschlands.
Quick Look
- Gut 36 Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich eine tiefe Kluft bei Erbschaften und Schenkungen zwischen Ost und West.
- 2025 entfielen 95 Prozent des Gesamtwerts auf den Westen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
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Why It Matters
Auch rund 36 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es eine erhebliche ökonomische Kluft zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern.
Berlin. Beim Erben und Verschenken von Vermögen zeigt sich auch rund 36 Jahre nach der Wiedervereinigung eine tiefe Kluft zwischen Ost und West.
Insgesamt entfielen im Jahr 2025 auf den Westen 142,5 Milliarden Euro oder 95 Prozent des Gesamtwerts der steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die östlichen Länder und Berlin kommen demnach nur auf acht Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen.
Ende 2025 lebte zwar knapp ein Fünftel der Bevölkerung in den östlichen Ländern und Berlin (19 Prozent). Auf sie entfielen jedoch nur fünf Prozent der steuerlich erfassten Vermögensübertragungen. Rechnerisch wurden im Westen gut 2100 Euro pro Kopf übertragen, im Osten waren es knapp 500 Euro.
Diese Ungleichheit spiegelt sich auch bei der festgesetzten Steuer wider. Von den insgesamt 21,4 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer fielen 20,4 Milliarden Euro im Westen an und eine Milliarde Euro im Osten.
„Die krasse Differenz der Erbschaften und Schenkungen zwischen Ost- und Westdeutschland zeigt erneut die große Vermögensungleichheit zwischen den beiden Teilen Deutschlands“, sagte der wissenschaftliche Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, der Nachrichtenagentur Reuters.
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