Traditionsbrauerei Wolters in Braunschweig schließt zum Jahresende
Nach gescheiterter Investorensuche im Insolvenzverfahren wird der Produktionsstandort der 1627 gegründeten Brauerei aufgegeben.
Quick Look
- Die Traditionsbrauerei Wolters in Braunschweig stellt zum Jahresende den Betrieb ein.
- Trotz Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung konnte kein Investor für den Produktionsstandort gefunden werden.
- Rund 90 Arbeitsplätze sind betroffen; die Marke soll jedoch erhalten bleiben.
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Why It Matters
Die Brauerei Wolters wurde 1627 gegründet und stellte im Sommer einen Insolvenzantrag. Der deutsche Biermarkt verzeichnete zuletzt historisch hohe Absatzrückgänge.
Die nächste deutsche Traditionsbrauerei schließt für immer ihre Tore: Nur noch bis Ende des Jahres wird bei Wolters in Braunschweig Bier gebraut. Das bestätigte eine Sprecherin der mit dem Insolvenzverfahren beauftragten Kanzlei Eckert. Demnach wurden die rund 90 Beschäftigten am Montagnachmittag über die Schließung des Standortes informiert.
Im Sommer hatte die 1627 gegründete Brauerei einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und das unter anderem mit Absatzrückgängen auf dem deutschen Biermarkt begründet. Zwischenzeitlich hatte Wolters auch nach neuem Kapital gesucht. «Ein entsprechender Investorenprozess für den Produktionsstandort blieb jedoch ohne Erfolg», teilte die Insolvenzkanzlei nun mit. Zuvor berichtete die «Braunschweiger Zeitung».
Der deutsche Biermarkt war im vergangenen Jahr so stark geschrumpft wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtet hatte. Im Sommer hatte das Unternehmen als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Das Insolvenzverfahren über die Brauerei wurde zum 1. September eröffnet.
Die Gewerkschaft NGG kritisierte die kurze Zeitspanne zwischen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Entscheidung. «Nach außen betrachtet wirkt dieser Vorgang weniger wie ein geordneter Sanierungsprozess als vielmehr wie eine Vollbremsung.»
Das Aus der Brauerei bedeutet aber nicht zwangsläufig auch das Aus für das dort gebraute Bier. «Bemühungen, die Marke Wolters zu erhalten, laufen weiter», heißt es von der Kanzlei. Derzeit würden «konstruktive Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt».
Brauerei Geschäftsführer Nils Handke bedauerte den aus seiner Sicht «unausweichlichen» Schritt. «Mit der Schließung des Produktionsstandorts in Braunschweig geht eine Ära zu Ende», sagte er. Damit ist das Hofbrauhaus allerdings keineswegs allein. In den vergangenen Jahren und Monate wurden immer wieder Brauereistandorte in Deutschland wegen der Absatzkrise auf dem Biermarkt geschlossen. Zuletzt etwa auch in Herford in Nordrhein-Westfalen. Zum Jahresbeginn wurde zudem bereits der Braunschweiger Standort Oettinger-Brauerei geschlossen.
Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum (SPD) nannte das Aus der Brauerei Wolters «extrem schmerzhaft». In einem Schreiben der Braunschweiger CDU-Ratsfraktion hieß es: «Die Brauerei gehört seit Generationen zur Identität der Stadt und ist ein wichtiger Teil der Braunschweiger Wirtschaftsgeschichte.»
«Besonders bitter ist, dass es Investoren gab, die Interesse an der Marke Wolters hatten, aber die Brauerei wohl nicht als Produktionsstandort übernehmen wollten, weil die Anlagen veraltet sind und dringend hätten modernisiert werden müssen», sagte die Fraktionsvorsitzende der Braunschweiger Grünen, Leonore Köhler, ohne weitere Details zu nennen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Einstellung der Produktion bei Wolters zum 31. Dezember.
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Open Questions
- Wer übernimmt die Markenrechte an Wolters?
- Wo wird das Bier zukünftig produziert?


