
AI-generated summary
Die Midterm-Wahlen in den USA gelten traditionell als Stimmungstest für den amtierenden Präsidenten. Obwohl Donald Trump selbst nicht kandidiert, versucht er, die Wahl als Abstimmung über seine Person zu positionieren. Aktuelle Umfragen zeigen einen Trend zu Gunsten der Demokraten, beeinflusst durch steigende Lebenshaltungskosten und Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung.
Donald Trump selbst steht am 3. November eigentlich gar nicht zur Wahl. Doch seit Wochen ruft er seinen Republikanern zu: "Tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel!" Auch beim Parteitag in Dallas wiederholte Trump ein ums andere Mal: "Ich stehe auf dem Zettel."
Historisch gesehen hat Trump gewissermaßen Recht: Zwischenwahlen waren in den USA schon immer auch ein Stimmungstest für den amtierenden Präsidenten - trotz aller Besonderheiten, die es in einzelnen Wahlkreisen und Bundesstaaten gibt.
Doch hilft es den republikanischen Kandidaten, wenn diesmal allein der Präsident im Zentrum des Wahlkampfs steht? Nein, sagt Kyle Kondik, Politikwissenschaftler an der University of Virginia. "Seit Beginn des Iran-Kriegs zeigen Trumps Popularitätswerte nach unten", betont der Wahlforscher.
Lebenshaltungskosten enorm gestiegen
Als Hauptgrund dafür sieht Kondik den Preisanstieg für Lebensmittel und vor allem Benzin. "Im Kern geht es um die Lebenshaltungskosten. Die Inflation war schon bei der letzten Präsidentschaftswahl für die Demokraten das Problem. Jetzt sind die Republikaner am Ruder und müssen dafür büßen."
Die ersten republikanischen Kandidaten beginnen, sich von Trump abzusetzen. Mike Rogers aus Michigan etwa, der um den Neueinzug in den Senat kämpft, sagt in einem Wahlwerbespot: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Preise sinken. Der Krieg mit Iran muss beendet werden, und zwar schnell."
Die Republikanerin Maria Salazar aus Florida, die um den Wiedereinzug ins Abgeordnetenhaus kämpft, kritisiert in ihren Wahlvideos das teils brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. "Herr Präsident, Ihre Migrationspolitik ist zu weit gegangen", so Salazar, die selbst lateinamerikanische Wurzeln hat. Auch andere Kandidaten der Republikaner lassen durchblicken, dass ihnen zu viel Nähe zu Trump im Wahlkampf schadet.
Mehrheit der US-Amerikaner will KI-Regeln
Erstaunlich aus Sicht des Politikwissenschaftlers Kondik: Trump scheint auch bei weiteren Themen den Instinkt für das, was die meisten Leute bewegt, verloren zu haben. In Umfragen will eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner klare Regeln im Bereich Künstlicher Intelligenz. Vielerorts gibt es Proteste gegen die riesigen Rechenzentren, die KI-Unternehmen aus dem Boden stampfen. "Für klare KI-Regeln zu sein und gegen zu viele Rechenzentren, wäre für einen Populisten das Gebot der Stunde", so Kondik. Doch Trump vertrete das Gegenteil.
Für den 3. November erwartet der Wahlforscher, dass im Abgeordnetenhaus die Mehrheit für die Republikaner verloren geht. "Die Frage für das Abgeordnetenhaus ist eigentlich nur, wie deutlich die künftige Mehrheit für die Demokraten ausfällt." Seit Anfang September seien die Umfragewerte für die Demokraten noch besser, für die Republikaner schlechter geworden. Im Senat dagegen bleibe alles offen. "Der Senat hängt förmlich in der Luft."
Was passiert am Wahltag?
Glaubt Kondik als einer der renommiertesten Wahlforscher der USA daran, dass die Midterms frei und fair sein werden? Dass Trump nicht, wie Kritiker befürchten, am Wahltag Nationalgarde und ICE-Mitarbeiter aufmarschieren lässt, um etwa Wähler mit Migrationshintergrund abzuschrecken? Oder dass Trump Ergebnisse anzweifelt, nicht anerkennt?
Kondik zögert kurz und sagt dann: "Ich bin zuversichtlich, dass es eine faire Wahl wird. Ja, der Präsident hat unlautere Absichten bewiesen, hat versucht, die Briefwahl zu begrenzen, weil er meint, dass mehr Briefwähler Demokraten wählen." Da habe der Oberste Gerichtshof einen Riegel vorgeschoben. "Wir sind alle wachsam. Wenn Trump die Möglichkeit hätte, das Ergebnis zu beeinflussen, schließe ich nicht aus, dass er es tun würde. Aber im Moment sehe ich dafür keine Anzeichen. Am Ende erwarte ich, dass es eine freie und faire Wahl wird", so Kondik.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Republikaner verlieren die Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Midterm-Wahlen.
Likely · Within days
Der Senat bleibt nach den Midterms unentschieden, wobei kein klarer Favorit erkennbar ist.
Possible · Within days
Es wird eine freie und faire Wahl stattfinden, ohne signifikanten Einfluss von Trump auf das Ergebnis.
Likely · Within days
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