
Die Ukraine setzt verstärkt auf unbemannte Bodensysteme, um ihre zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen und die Logistik in der gefährlichen „Killzone“ zu automatisieren.
AI-generated summary
Die Ukraine setzt aufgrund der Luftraumbeherrschung durch Drohnen verstärkt auf unbemannte Bodensysteme. Diese sollen menschliche Soldaten in der gefährlichen Frontzone ersetzen.
München, Berlin. Erst waren es ein paar Dutzend, dann einige Hundert und in diesem Jahr sollen es schon 50.000 sein. So viele Roboterfahrzeuge will die Ukraine laut Präsident Wolodymyr Selenskyj bis Ende des Jahres im Einsatz haben. Die Roboter fahren Lebensmittel und Munition an die Front, bergen Verletzte und manche tragen auch Maschinengewehre oder Raketenwerfer. Die Nachfrage ist groß.
Erst Anfang Oktober unterzeichnete Wietfeld im Rahmen des Besuches von Bundeskanzler Friedrich Merz ein Abkommen mit der Ukraine. Arx soll gemeinsam mit seinem ukrainischen Partner Roboneers unbemannte Fahrzeuge in Serie produzieren. Auch weitere deutsche Unternehmen wie Apex AI rechnen sich gute Chancen aus. Eingebunden in die Produktion sind große Zulieferer wie die Deutz AG, die in Deutschland ihre industriellen Kapazitäten zur Verfügung stellen.
Erst eroberten Drohnen den Himmel, nun den Boden. Beides bedingt sich: Weil Drohnen den Luftraum über dem Kampfgeschehen in der Ukraine mittlerweile vollständig beherrschen, verlassen die Soldaten kaum noch ihre Stellungen. Drei Minuten dauert es im Durchschnitt, bis ein Soldat in der sogenannten „Killzone“ an der ukrainischen Front von einer feindlichen Drohne entdeckt und angegriffen wird. Sechs Minuten dauert es, bis ein Fahrzeug von einer Drohne getroffen wird.
Die „Killzone“ wird nicht nur tödlicher, sie wird auch räumlich immer größer. Waren es zunächst nur ein bis drei Kilometer rechts und links der Front, so reicht sie jetzt bis zu 40 Kilometer in die Tiefe. „Alles, was bislang von Menschen in der Killzone transportiert wurde, soll künftig von Robotern erledigt werden“, sagt Marc Wietfeld zu den Vorgaben der ukrainischen Streitkräfte.
Bodendrohnen werden schon seit Jahren im Ukrainekrieg verwendet, doch nun kommt ihr Masseneinsatz. Für die zahlenmäßig unterlegenen ukrainischen Streitkräfte sind sie ein Schlüssel für den Abwehrkampf gegen Russland. Allein in diesem Jahr hat die Ukraine mehr als 100.000 Versorgungsfahrten mit ferngesteuerten Fahrzeugen durchgeführt.
Bereits im Sommer 2025 hatte Präsident Selenskyj verkündet, dass die Ukraine erstmals eine feindliche Stellung ausschließlich mit dem Einsatz von Flug- und Bodendrohnen erobert habe. Die russischen Soldaten hätten sich den Drohnen ergeben. Diesen Sommer wurden Bodendrohnen nach Angaben des Militärs auch erfolgreich bei der „Operation Vivaldi“ im Donbass eingesetzt. Bei einer Mission haben große Flugdrohnen demnach mehrere Bodendrohnen hinter die russischen Linien getragen. Dort haben sie die russischen Truppen abgelenkt, während die ukrainische Infanterie vorstieß.
Auch die Zahl der Hersteller ist sprunghaft gestiegen. „Bei den Bodendrohnen sehen wir gerade die größte Dynamik in der Rüstungsentwicklung“, sagt Taras Chmut, Chef der ukrainischen Hilfsorganisation Come Back Alive. 95 Prozent der Hersteller seien aus der Ukraine. Jeden Monat würden Tausende Stück produziert. Die Hilfsorganisation beliefert die Streitkräfte mit 20 verschiedenen Bodendrohnen-Typen und organisiert auch Training und Wartung.
Die meisten Drohnen, die aus der Fabrik kämen, müssten noch für den Einsatz angepasst werden, sagt Chmut. Das soll nun mit ausländischer Hilfe verbessert werden. „Build with Ukraine“, heißt das Programm, in dem westliche Rüstungskonzerne Partnerschaften mit ukrainischen Unternehmen schließen. Deutschland ist der wichtigste Geldgeber, die deutsche Industrie wird entsprechend mit Aufträgen beteiligt.
Die Industrie geht jetzt in die Massenproduktion. Arx Robotics, erst 2021 von ehemaligen Bundeswehroffizieren gegründet, hat bereits Hunderte Roboterfahrzeuge vom Typ „Gereon“ an die Ukraine geliefert und unterhält damit die größte Flotte westlicher Bauart im Kriegsgeschehen. Das kompakte Kettenfahrzeug fährt elektrisch und kann bis zu 500 Kilogramm Material transportieren, Verwundete bergen, aber auch Waffen tragen. Die Drohne wird über einen Controller ferngesteuert, kann aber auch bestimmte Manöver teilautonom ausführen. Seit September wird Gereon auch im Deutz-Werk Ulm gebaut und an die Ukraine geliefert.
Anfang kommenden Jahres soll im Münchener Norden eine weitere Produktion entstehen. Dort baut Arx ein ehemaliges Messezentrum zur neuen Firmenzentrale aus. Hinzu kommen neue Produktionen in Großbritannien und in Polen. Für das Joint Venture mit Roboneers ist eine weitere Produktionsstätte in der Ukraine geplant. Gebaut werden soll der von Roboneers entwickelte „Rys Pro“. Diese Plattform ist einfacher als der Gereon und soll in hohen Stückzahlen gebaut werden. Unter dem Strich hat Arx die Produktion zwischen 2025 und 2026 um das Zehnfache gesteigert. Bis 2028 soll die Produktion dann noch einmal vervierfacht werden. Zu Umsätzen und möglichen weiteren Finanzierungsrunden macht Arx keine Angaben.
Der Wettbewerb ist intensiv und zieht weitere Unternehmen an. Auch solche, die bislang vor allem für die Autoindustrie gearbeitet haben, wie Apex AI. „In der Killzone gibt es in der Regel kein funktionierendes GPS, auch Starlink ist oft eingeschränkt. Autonome Fahrzeuge sind daher die beste Wahl zur Durchführung unbemannter Operationen“, sagt Jan Becker, Chef und Gründer des Unternehmens. „Ende September ist uns in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Nationalgarde die erste vollautonome Fahrt zu einer Frontstellung gelungen.“ Für die 22 Kilometer habe das Gefährt knapp zwei Stunden gebraucht. Das sei 50 Prozent schneller als Bodendrohnen, die über Fernsteuerung fahren.
Es gibt aber immer noch Probleme. So hätten etwa die Fischernetze, die zur Drohnenabwehr über die Straße gespannt waren, das Fahrzeug anfangs verwirrt. Der an dem Einsatz beteiligte ukrainische Kommandeur glaubt dennoch, dass das rein autonome Fahren an der Front die Fernsteuerung verdrängen werde. Denn selbst wenn der Signalweg zwischen Operator und Drohne reibungslos funktioniere, bliebe das Problem der Latenz. Diese implizierte Verzögerung der Signale beschränke aber die Geschwindigkeit der Bodendrohnen, da bei einem Hindernis oder einem Angriff eine Reaktion immer erst zeitversetzt erfolgen könne.
Taras Chmut von Come Back Alive sieht das Konzept vollautonomer Drohnen dagegen skeptisch. „Es gibt keine Nachfrage für vollautonome Drohnen“, sagt er. Statt komplexe neue Systeme zu bauen, sei es wichtiger, die Qualität der bisherigen Drohnen zu verbessern. Es brauche bessere Produktionsstandards, damit sie zuverlässiger funktionierten, sagt er.
Für die Ukraine geht es vor allem darum, ihre zahlenmäßige Unterlegenheit gegenüber Russland mit besserer Technik und höherer Automatisierung auszugleichen. Marc Wietfeld sieht in der Zusammenarbeit mit dem Land zudem eine große Chance für die deutsche Industrie. „Wir haben bereits jetzt einen Innovationsvorsprung bei Roboterfahrzeugen gegenüber Russland und den USA“, sagt der Chef von Arx Robotics. Durch die immer größere Flotte an Fahrzeugen gewinne man immer mehr Daten, die etwa die amerikanische Industrie nicht habe. „Das heißt, es gibt eine neue Art von Kriegsführung, die deutsche Unternehmen mehr beherrschen als irgendwer anders auf der Welt“, sagt Wietfeld. „Diese Technik wird sich nach dem Krieg auch zivil nutzen lassen. Das kann für Deutschland ein Innovationsmotor sein, der uns dreißig oder vierzig Jahre tragen kann.“
AI outlook — possibilities, not facts
Skalierung der Produktion von Gereon-Robotern im Werk Ulm und München.
Very likely · Within months

The Russian army is systematically devastating Donbass with drones and glide bombs. While the front line stagnates, the region is becoming increasingly uninhabitable for residents due to the destruction of infrastructure, leading to daily refugee movements.

Bulgaria calls for help after drone attacks on merchant ships, while EU imposes record sanctions on Russia. US President Trump defends a controversial diesel agreement while diplomatic efforts for an energy ceasefire continue to stall.

After Russian missile attacks on Kiev, Ukrainian President Zelensky complained about a lack of advance warning from Western allies. He also condemns attacks in Kharkiv that left four dead and accuses Russia of violating an agreed ceasefire on energy facilities.

The German Air Force is taking part in the NATO exercise “Steadfast Noon” in Italy with three Tornados. The exercise trains the alliance's nuclear deterrence, with no live nuclear weapons being used.

Following the BND's Russia warning, the BDI warns of ongoing threats and more diverse attack methods for German industry.

The Bundeswehr is aiming to equip itself with unmanned combat aircraft. In a competition between three German companies and partners, Airbus achieved success in testing the Valkyrie drone.