Union Berlins Abwehrkrise: Zu viele Gegentore gefährden einstige Stärke
Quick Look
- FC Union Berlin kassierte in den ersten drei Bundesliga-Spielen zehn Gegentore und verwandelte die einstige Festung im Stadion An der Alten Försterei in eine Schwachstelle.
- Führungsspieler Rani Khedira und Abwehrspieler Tom Rothe kritisierten die defensiven Fehler und forderten mehr Konzentration von Beginn an, während Trainer Mauro Lustrinelli an der Umstellung auf eine Viererkette festhält.
AI-generated summary
Why It Matters
Union Berlin hatte in der Vergangenheit eine starke Abwehr, die als Prunkstück galt und kaum Gegentore zuließ. In der aktuellen Saison kassierten sie jedoch bereits zehn Gegentore in den ersten drei Bundesliga-Spielen.
Der 1. FC Union Berlin entwickelt sich zur Schießbude der Liga. Ausgerechnet die Abwehr, einst das Prunkstück der Köpenicker, ist zur großen Schwachstelle geworden. «Fakt ist, wir kriegen zu viele Gegentore. Zu einfache Gegentore und wir verlieren gewissermaßen unsere Stärke», schlug Führungsspieler Rani Khedira nach dem 1:3 zuhause gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 Alarm.
Die einstige Festung im Stadion An der Alten Försterei ist aktuell kein Ort mehr, vor dem sich die Konkurrenz fürchtet. Und die Abwehr, die einst leidenschaftlich verteidigte und kaum Gegentore zuließ, macht den Gegnern auch keine Angst. Ganze zehn Treffer kassierten die Unioner bereits in den ersten drei Spielen. Stünde Frederik Rönnow nicht im Tor, der sowohl gegen Leverkusen (0:4) als auch gegen Schalke mehrere Großchancen vereitelte, sähe es noch düsterer aus. «Zu viele Geschenke», kritisierte Trainer Mauro Lustrinelli.
Von den 14 Begegnungen in dieser Saison, alle Test- und Pflichtspiele einbezogen, konnte Union lediglich eine einzige Partie ohne Gegentreffer überstehen - beim Benefizkick beim Achtligisten Grün-Weiss Lüben (16:0). «Wir können nicht jedes Spiel drei Dinger kassieren, weil jedes Spiel vier Tore zu machen, ist schwer», mahnte Abwehrspieler Tom Rothe.
Khedira: Umstellung auf Viererkette keine Ausrede
Auffällig ist, dass Union häufig erst dann aufwacht und sich Chancen erspielt, wenn die Partie eigentlich schon fast verloren ist. «Vielleicht wäre diese Energie und Laufbereitschaft mal von Minute eins an gut», forderte Rothe. Dabei will Lustrinelli in Köpenick eigentlich einen aggressiven und mutigen Offensivfußball etablieren. Die Vereinsführung ist bereit, dem Trainer die nötige Zeit für diesen Umbruch zu geben. Doch auch die Geduld von Präsident Dirk Zingler dürfte nicht grenzenlos sein.
Im dritten Bundesliga-Spiel schickte Lustrinelli zum dritten Mal eine veränderte Innenverteidigung auf den Platz. Auch in der neu formierten Viererkette fühlen sich die Spieler noch nicht wohl. «Klar müssen wir uns da noch einfinden. Es ist ein Weg», sagte Rothe. Khedira wollte die Umstellung nicht als Ausrede zählen lassen. «Jeder Bundesligaspieler muss in der Lage sein, auch Viererkette spielen zu können. Meine Jugend bestand aus einer Viererkette», sagte Khedira.
Open Questions
- Wie lange wird es dauern, bis die Abwehr stabilisiert ist?
- Wird Trainer Lustrinelli trotz der defensiven Probleme seine Offensivphilosophie beibehalten?
- Wie reagiert die Vereinsführung auf die wachsende Kritik an der Defensive?