US-Behörden warnen vor Hackerangriffen auf industrielle Kühlsysteme
FBI, CISA und mehrere Ministerien rufen Betreiber zu Schutzmaßnahmen auf
Quick Look
- US-Behörden warnen vor einer anhaltenden Cyberbedrohung für industrielle Kühlsysteme von Lebensmitteleinzelhändlern und Kühlhäusern.
- Hacker könnten Temperaturen verändern und so Brände sowie verdorbene Waren verursachen.
- Die EU-Kommission hat Krisentreffen einberufen.
AI-generated summary
Why It Matters
US-Behörden einschließlich FBI, CISA und den Ministerien für Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft haben eine gemeinsame Warnung vor Cyberangriffen auf internetverbundene Temperaturregler in Kühlsystemen veröffentlicht. Die EU-Kommission hat Krisentreffen einberufen und das europäische Netzwerk für Cyberkrisen aktiviert.
Die US-Behörden haben vor einer anhaltenden Cyberbedrohung für industrielle Kühlsysteme gewarnt. Unbekannte Hacker hätten es auf Schwachstellen in mit dem Internet verbundenen Temperaturreglern von Lebensmitteleinzelhändlern und Kühlhäusern abgesehen, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Bundespolizei FBI, der Cybersicherheitsbehörde CISA sowie der Ministerien für Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft. Jedes Unternehmen mit solchen Systemen müsse davon ausgehen, ins Fadenkreuz der Angreifer zu geraten, erklärte der amtierende CISA-Direktor für Cybersicherheit, Chris Butera.
Gelinge den Tätern der Zugriff, könnten sie die Temperatur verändern, hieß es in der Mitteilung weiter. Dadurch drohten Brände, verdorbene Waren und eine kürzere Lebensdauer der Anlagen. Diese Systeme würden weltweit in verschiedenen Sektoren der kritischen Infrastruktur angegriffen, erklärte der FBI-Direktor für Cyber-Operationen, Brett Leatherman. Die Behörden riefen die Betreiber dazu auf, ihre Steuerungssysteme vom öffentlichen Internet zu trennen, sie von den Unternehmensnetzwerken zu isolieren und umgehend Softwareupdates zu installieren.
Drei Angriffswellen
Der Warnung ging eine Reihe von Cyberattacken auf gewerbliche Kühlanlagen in den USA und Europa voraus. In den vergangenen Monaten gab es mindestens drei solcher Wellen. Ermittler des US-Verteidigungsministeriums prüfen etwa, ob eine Serie ungeklärter Störungen im August an Kühlgeräten in Supermärkten auf US-Militärstützpunkten auf einen Cyberangriff zurückgeht.
Die EU-Kommission hatte am Dienstag zwei Krisentreffen einberufen. Dabei ging es primär darum, Informationen auszutauschen und das weitere Vorgehen abzustimmen, wie ein Sprecher der Kommission in Brüssel sagte. An den Runden nahmen demnach unter anderem die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa, die Polizeibehörde Europol und die zuständigen Experten der Kommission teil.
Auch das europäische Netzwerk für Cyberkrisen sei aktiviert worden. Dort habe die EU-Kommission sich mit Vertretern der Mitgliedstaaten und nationalen Behörden ausgetauscht. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach von einem gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgung zu stören und das Vertrauen der Verbraucher zu untergraben. Die Versorgungssicherheit sei derzeit aber nicht gefährdet.
Im Oktober verursachte eine groß angelegte Attacke auf französische Kühlanlagen Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Am Montag waren zudem mehr als 100 Geschäfte in ganz Europa von einem weiteren Vorfall betroffen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die US-Verteidigungsbehörden werden die ungeklärten Störungen an Kühlgeräten auf Militärstützpunkten im August als Cyberangriff bestätigen oder ausschließen.
Likely · Within weeks
Die EU-Kommission wird weitere koordinierte Schutzmaßnahmen für die kritische Kühlinfrastruktur in den Mitgliedstaaten ankündigen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wer steht hinter den Angriffen?
- Welche konkreten Unternehmen oder Anlagen waren betroffen?
- Welche Softwareupdates werden empfohlen?







