
Der Bericht einer US-Behörde bestätigt, was die Regierung lange bestritten hat: Der Iran-Krieg hat die Munitionsvorräte der USA ausgedünnt. Auch die finanziellen Auswirkungen werden klarer.
Ein offizieller Bericht des US-Verteidigungsministeriums bestätigt Munitionsengpässe und strategische Bestandsdünnungen infolge des Iran-Krieges, im Widerspruch zu früheren Regierungsangaben.
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US-Behördenbericht räumt Munitionsengpässe und Infrastrukturschäden durch den Iran-Krieg ein.
Der Bericht einer US-Behörde bestätigt, was die Regierung lange bestritten hat: Der Iran-Krieg hat die Munitionsvorräte der USA ausgedünnt. Auch die finanziellen Auswirkungen werden klarer.
Washington. Eine Aufsichtsbehörde des US-Verteidigungsministeriums hat in einem ersten offiziellen Bericht an den Kongress Munitionsengpässe infolge des Irankriegs eingeräumt. Der Munitionsverbrauch im Rahmen der „Operation Epic Fury“ (auf Deutsch etwa: „Operation Epische Wut“) habe „strategische Bestandslücken“ verursacht und „Engpässe in der Rüstungsindustrie bei der Nachschubversorgung offenbart“, hieß es in dem am Montag erschienenen Bericht.
Um diese Engpässe zu verringern, arbeite das Verteidigungsministerium daran, Beschaffungsprozesse und Produktionsvorlaufzeiten zu straffen und kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition einzulagern, „um im Notfall schnell reagieren zu können“, hieß es.
Verfasst wurde der Bericht von der Generalinspektion des Pentagons, einer unabhängigen Behörde innerhalb des Ministeriums. Er deckt den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni ab.
Die US-Munitionsvorräte sind seit Kriegsbeginn Ende Februar ein politisch brisantes Thema. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Berichte über Munitionsknappheit wiederholt zurückgewiesen.
Auch US-Präsident Donald Trump war solchen Berichten immer wieder entgegengetreten und hatte Menschen, die diese verbreiten, mit langen Haftstrafen gedroht. Am Montag schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, die USA produzierten mehr Waffen „als jemals zuvor in unserer Geschichte“. Diese würden täglich an die Streitkräfte im Nahen Osten und darüber hinaus geliefert.
Elf US-Soldaten im Einsatz gestorben
Den Erkenntnissen zufolge verursachte der Krieg zudem erhebliche Schäden an amerikanischen Militärstützpunkten. Demnach wurden Hunderte Gebäude und andere Einrichtungen auf US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien durch iranische Angriffe beschädigt oder zerstört.
Auch Dutzende Drohnen und Flugzeuge wurden demnach beschädigt oder zerstört. Darunter waren bis zu 30 MQ-9-Reaper-Drohnen im Wert von jeweils etwa 30 Millionen Dollar. Sieben Tankflugzeuge vom Typ KC-135 wurden ebenfalls beschädigt oder zerstört.
Eine weitere KC-135 stürzte im Irak nach der Kollision mit einer anderen KC-135 ab. Dabei kamen sechs Soldaten ums Leben. Diese Todesfälle sowie der Tod eines Piloten, dessen Hubschrauber ins Arabische Meer stürzte, werden als Todesfälle bei nicht feindseligen Ereignissen aufgeführt. Elf weitere Soldaten werden in Kuwait, Irak, Jordanien und Saudi-Arabien als „im Einsatz getötet“ aufgeführt.
Krieg kostet Milliarden Dollar
Die bisher bekannten Kriegskosten bezifferte Verteidigungsminister Pete Hegseth Ende Juli auf 37,5 Milliarden Dollar. Schäden an US-Gebäuden in Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden zusätzlich auf 184 Millionen Dollar geschätzt. Zudem wurden rund 9000 US-Bürger aus Ländern im Nahen Osten und Europa ausgeflogen.
Das Außenministerium bezifferte weitere Kosten im Zusammenhang mit dem Krieg Anfang Juni auf 113 Millionen Dollar. Fast 80 Millionen davon entfielen auf Maßnahmen für Notfälle, darunter Ausgaben für Evakuierungen. Die Ausreise der US-Bürger erfolgte per Flugzeug sowie auf dem Land- und Seeweg. Der Einsatz kostete das Ministerium bis Ende Juni mehr als elf Millionen Dollar.
Nach Angaben des Außenministeriums wurden seit Beginn des Krieges am 28. Februar außerdem Rüstungsgeschäfte im Wert von mehr als 44 Milliarden Dollar getätigt. Der größte Teil entfiel auf Saudi-Arabien. Zu den Verkäufen gehörten Hubschrauber, Munition und moderne Präzisionswaffen. Diese Geschäfte sind Verkäufe an andere Staaten, keine zusätzlichen Kriegskosten der USA.
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