US-Börsen: Nasdaq deutlich im Minus – Anleger stellen sich auf Politikwechsel ein
Anleger rotieren weg von hoch bewerteten KI- und Technologie-Werten, während der deutsche Leitindex ein neues Rekordhoch erreicht.
Quick Look
- Nach den US-Midterms starten die US-Indizes im Minus, besonders Technologiewerte verlieren stark.
- Der deutsche Leitindex erreicht ein neues Rekordhoch.
- Anleger sorgen sich um die KI-Politik unter den Demokraten und die Rentabilität von KI-Investitionen.
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Why It Matters
Die US-Midterms bewegen die Märkte weiter. Analysten sehen eine Rotation ausgelöst von den Erwartungen an die künftige US-Politik. Das schwache Abschneiden der Republikaner wirkt sich insbesondere auf Technologiewerte aus.
Anleger knüpfen nicht an die Euphorie nach den Midterms an. In der Breite starten die Indizes im Minus. Besonders betroffen sind Technologiewerte. Das hat mehrere Gründe.
Ein Straßenschild an der Wall Street. Foto: dpa
Düsseldorf. Die Midterms in den USA bewegen die Märkte auch am Donnerstag weiter. Analysten sehen die Börsen mitten in einer Rotation – ausgelöst von den Erwartungen an die künftige US-Politik. Das schwache Abschneiden der Republikaner wirkt sich insbesondere auf Technologiewerte aus.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte startet nahezu unverändert bei 53.365 Punkten.
Der breiter gefasste S&P 500 verliert ein Prozent auf 7606 Zähler.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackt um 2,2 Prozent ab auf 25.185 Punkte.
Auch der Nasdaq 100, der die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, verliert sogar 2,7 Prozent und notiert bei 27.667 Zählern.
Anleger sorgen sich davor, dass die Demokraten nach ihrem Sieg die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) verlangsamen oder den Bau neuer Rechenzentren verhindern könnten. Zudem bleibt die Sorge, dass sich Investitionen in KI am Ende nicht finanziell auszahlen. Von den Wahlen profitierten insbesondere europäische Aktien.
Der deutsche Leitindex erreichte bereits im frühen Handel am Donnerstag ein neues Rekordhoch. Am Mittwoch hatte die euphorische Stimmung auch die US-Indizes geschlossen in die Höhe getrieben.
„Angesichts sinkender Energiepreise und robuster europäischer Aktien verlagert sich der Fokus der Anleger weg von hoch bewerteten Technologie- und KI-Werten“, analysiert Daniela Hathorn, Senior Market Analystin bei capital.com. Einige Analysten sehen deshalb auch Potenzial für eine KI-Rally nach den Verlusten der vergangenen Wochen, die noch bis Ende des Jahres anhalten könnte – also bis erste Änderungen im KI-Kurs der USA sich durchschlagen könnten.
KI
Coreweave fällt, Amazon gewinnt: Wie die Midterms den KI-Sektor spalten
„Die Märkte sind auf eine klassische ‚Santa-Rally‘ eingestellt, die bis in den Dezember hinein andauern wird, da die Anleger versuchen, bei Kursrückgängen im KI-Sektor zu kaufen“, sagt Joachim Klement von Panmure Liberum. „Wir würden die Kursstärke zum Jahresende nutzen, um zu verkaufen, da wir davon ausgehen, dass der KI-Sektor im Jahr 2027 an Schwung verlieren wird.“
Nadege Dufosse, Leiterin des Bereichs Multi-Asset bei Candriam, vermutet, dass einige Branchen an der Börse noch eine Weile lang ihre gestrige Richtung weiterverfolgen könnten. „Derzeit findet eine Rotation statt“, sagt die Analystin.
Wie geht es im Iran weiter?
Einige US-Politiker, auch auf republikanischer Seite, machen den Iran-Krieg für das schlechte Abschneiden der Partei bei den US-Midterms verantwortlich. So schoss Vizepräsident JD Vance am Mittwoch gegen den US-Präsidenten: „Jeder weiß, warum wir verloren haben.“ Infolge des Krieges waren die Energiepreise weltweit massiv gestiegen. In den USA stiegen die Spritkosten noch am Wahlabend auf einen neuen Höchststand.
Im Vorfeld der Wahlen kostete die Referenzsorte Brent je Barrel (159 Liter) wieder über 110 Dollar. Am Donnerstag steigt der Brent-Preis zur Lieferung im Januar zwar wieder leicht an, notiert jedoch unter 100 Dollar bei 97,45 Dollar.
Die US-Sorte WTI kostet sogar weniger als 90 Dollar. Doch endgültige Entspannung ist nach wie vor nicht in Sicht. Der Iran hält bisher an einer Liste von Bedingungen fest, die für die USA so nicht akzeptierbar sein dürften. Donald Trump verteidigte seinen Iran-Kurs nach den Zwischenwahlen weiter.
Die Midterms drückten auch die Renditen der US-Anleihen nach unten. Am Mittwoch notierten die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen zeitweise knapp über 4,83 Prozent, am Donnerstag stiegen sie aber wieder auf 4,9 Prozent. Im wöchentlichen Vergleich verloren sie rund 1,75 Prozent. „Die Rahmenbedingungen sind nun risikofreundlich. Rückläufige Ausgaben im KI-Bereich und niedrigere Ölpreise wirken sich stützend auf den Anleihemarkt aus“, sagt Skylar Montgomery Koning, Analyst bei Bloomberg.
Blick auf Einzelwerte
Apple: Die Aktie des iPhone-Herstellers gewinnt am Donnerstag 1,2 Prozent. Am Montag nach Börsenschluss hatte das Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt, die die Aktie kurzzeitig zum Einsturz brachten, doch davon hat sich das Papier bereits wieder erholt. Die Aktie hat in den vergangenen Monaten eine Rally hingelegt, die ihr zuletzt half, wieder zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufzusteigen. Zuvor hatte der Chiphersteller Nvidia das Rennen angeführt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der KI-Sektor verliert im Jahr 2027 an Schwung.
Speculative · Within months
Eine KI-Rally könnte noch bis Ende des Jahres anhalten.
Possible · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Änderungen wird die US-KI-Politik unter den Demokraten erfahren?
- Wie lange wird die Rotation von US-Technologieaktien zu europäischen Aktien anhalten?
- Welche Bedingungen stellt der Iran für eine Entspannung mit den USA?







