
Während die G7-Staaten Öl-Notreserven freigeben, belasten Konflikte an der Meerenge Bab al-Mandab den Markt. US-Dienstleistungssektor zeigt sich robust.
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Die G7-Staaten haben sich auf die Freigabe von 100 Millionen Barrel Öl-Notreserven geeinigt, um den steigenden Kraftstoffpreisen entgegenzuwirken. Gleichzeitig eskaliert der Konflikt um die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab im Jemen.
Die G7 wollten am Samstag ein klares Signal an den Ölmarkt senden: Es droht keine Knappheit. Anleger beruhigt das zunächst nicht. Zudem rückt der US-Dienstleistungssektor in den Fokus.
Düsseldorf. Nach dem Wochenende starten die großen US-Indizes unterschiedlich in die neue Handelswoche.
Der Dow Jones der Standardwerte liegt unverändert 51.095 Punkten.
Der breiter gestreute S&P 500 gewinnt 0,4 Prozent und liegt bei 7752 Zählern.
Die Technologiebörse Nasdaq gewinnt 0,7 Prozent und kommt auf 27.380 Punkte.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, liegt 0,6 Prozent im Plus bei 30.983 Zählern.
Am Montag blicken Anlegerinnen und Anleger besonders auf die Entwicklung der Ölpreise, denn Deutschland und die übrigen G7-Staaten haben sich angesichts der steigenden Kraftstoffpreise weltweit auf eine Nutzung von Öl-Notreserven geeinigt. Ab sofort und über vier Monate sollten 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel unter Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) tatsächlich freigegeben werden.
100 Millionen Barrel entsprechen in etwa der Nachfrage an Rohöl, von der die IEA weltweit pro Tag ausgeht. Welches Land wie viele Barrel beisteuern soll, ist bisher nicht bekannt. Die Anleger am Ölmarkt zeigen sich am Montag von der Maßnahme unbeeindruckt. Ein Barrel (159 Liter) des US-Leichtöls WTI zur Lieferung im November kostet am Montagnachmittag zwar 0,6 Prozent weniger. Ein Barrel der für Europa wichtigsten Rohölsorte Brent kostet mit etwa 102 Dollar allerdings wieder 0,6 Prozent mehr.
Auseinandersetzungen an der Meerenge Bab al-Mandab
Das Signal der G7 an den Ölmarkt war klar: Es ist genügend Öl vorhanden, es droht keine Knappheit. „Die Ölpreise notieren nicht aufgrund eines Mangels an Rohöl bei über 100 Dollar“, betont Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. „Es sind Rekordkosten für Versicherungen, Unterbrechungen im internationalen Seeverkehr und Engpässe bei den Raffinerien, die Preisdruck erzeugen.“
Zum Wochenstart belasten weitere Spannungen im Nahen Osten an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab den Markt. Regierungstruppen im Jemen haben Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Bezirk Dhubab nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab angegriffen. Dies teilten zwei Vertreter des Militärs mit.
Die international anerkannte Regierung hatte am Sonntag eine Großoffensive zur Rückeroberung von Gebieten gestartet, die von den mit dem Iran verbündeten Huthis kontrolliert werden. Die den Regierungstruppen nahestehenden Giants-Brigaden teilten mit, erste Einheiten seien in die Region um Bab al-Mandab vorgerückt.
Die Huthi-Miliz hatte zuletzt Gebietsgewinne errungen und im September die Kontrolle über die Meerenge übernommen.
Für den Schifffahrtsverkehr zwischen Europa und Asien hat der Bab al-Mandab eine ähnlich wichtige Bedeutung wie der Suezkanal. Saudi-Arabien führt im Zuge der im Frühjahr 2026 unterbrochenen Verbindung über die Straße von Hormus einen gewissen Teil seiner Ölexporte über diese Meerenge aus.
Am Montagvormittag führte ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis nach eigenen Angaben Luftangriffe auf die Huthi-Miliz aus. Die Angriffe richteten sich auf Huthi-Ziele entlang der Küste des Roten Meeres, teilte die Koalition mit. Kurz zuvor hatten die Huthis mitgeteilt, sie hätten im Südwesten des Jemen weiteres Territorium eingenommen und eine Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Saudi-Arabien ist mit der jemenitischen Regierung verbündet.
Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen in den USA
Am Nachmittag gab es für Anleger konjunkturelle Impulse aus den USA. Der Einkaufsmanagerindex für die Service-Unternehmen sank im September auf 54,9 Punkte von 55,4 Zählern im Vormonat, wie aus der am Montag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht.
Je weiter das Barometer über der Schwelle von 50 Punkten liegt, desto mehr Wachstum signalisiert es. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 55,2 Punkte gerechnet. Das Teilbarometer für Kosten kletterte um 1,4 auf 74,0 Punkte und signalisiert eine anziehende Inflation.
Der Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe misst die Lage im US-amerikanischen Dienstleistungsgewerbe. Diese Befragung von Einkaufsleitern und Firmenchefs gilt als einer der einflussreichsten Wirtschaftsindikatoren, weil er die Wirtschaftsentwicklung eines Landes zu einem frühen Zeitpunkt aus mehreren Winkeln abbildet.
„Die Service-Firmen sind bekanntlich der Job-Motor der US-Ökonomie“, sagte Konjunktur-Experte Tobias Basse von der NordLB zum Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen. Die Arbeitsmarktkomponente des ISM war im Juli und August jeweils noch ziemlich schwach – und konnte im September wieder knapp über den zentralen Schwellenwert von 50 Punkten springen.
„Diese Nachricht weckt Hoffnungen auf bald wieder etwas bessere Zahlen zur Beschäftigungssituation in den Vereinigten Staaten“, sagte der Analyst. Helaba-Experte Ulrich Wortberg betonte, trotz des leichten Dämpfers sei das gesamte Barometer weiter klar im Wachstumsbereich.
„Der Gegenwind in Form hoher Energiepreise, steigender Zinsen und geopolitischer Herausforderungen scheint sich in Grenzen zu halten.“ Bis zum Ende des Jahres werde die US-Notenbank ihren Leitzins wohl um 0,25 Prozentpunkte erhöhen, „gefolgt von einem weiteren Schritt im ersten Quartal 2027.“
Blick auf die Einzelwerte:
ExxonMobil: Die Maßnahme der G7-Staaten hat den Preisdruck kurzfristig gedämpft, beseitigt aber nicht den strukturellen Engpass bei Verarbeitung, Logistik und regionaler Verfügbarkeit von Kraftstoffen. Für ExxonMobil ist das relevant. Der US-Konzern verfügt über eine enorme Raffinerieplattform. Die Aktie notiert am Montagnachmittag 1,1 Prozent im Minus.
Cerebras Systems: Äußerungen von OpenAI-Chef Sam Altman geben den Aktien des US-Chipentwicklers Auftrieb. Altman bezeichnete Cerebras als „engen Partner“. Die Unternehmen seien „stark engagiert, die Leistungsgrenzen zu verschieben“. Die Äußerungen folgten auf Spekulationen, wonach Chips von Cerebras für das OpenAI-Modell GPT6.1 Sol Ultrafast verwendet wurden. Die Aktie von Cerebras Systems liegt 8,1 Prozent über dem Wert vom Freitag.
AI outlook — possibilities, not facts
US-Notenbank erhöht Leitzins um 0,25 Prozentpunkte bis Jahresende.
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