
Nach dem Ausverkauf der Vorwoche zeigen sich Anleger vorsichtig optimistisch, doch politische Unsicherheiten und anstehende Quartalszahlen könnten die Stimmung belasten.
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Die US-Zwischenwahlen beeinflussen die politische Agenda für Infrastrukturprojekte. Der Technologiesektor leidet unter schwachen Quartalszahlen und hohen Investitionskosten für KI.
Düsseldorf. Anleger starten mit positiven Vorzeichen in die neue Handelswoche. Neben weiteren Zahlen ist die Woche auch von den US-Zwischenwahlen getrieben, an denen für Anleger relevante Themen hängen.
Der Dow Jones der Standardwerte gewinnt 0,8 Prozent auf 52.181 Zähler.
Der breiter gestreute S&P 500 legt 0,6 Prozent zu und notiert bei 7622 Punkten.
Die Technologiebörse Nasdaq notiert bei 25.658 Zählern, ein Plus von 0,8 Prozent.
Der Nasdaq 100, der die 100 größten Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung abbildet, gewinnt 0,7 Prozent auf 28.577 Zähler.
Am Freitag hatten Investoren an der Wall Street kräftig verkauft. Insbesondere der technologielastige Nasdaq verlor massiv. Enttäuschende Quartalszahlen mehrerer Tech-Konzerne hatten die Welle ausgelöst. Für den Nasdaq war der Oktober der schlechteste Monat seit 1,5 Jahren mit einem Gesamtverlust von 5,3 Prozent. Der Philly-Semiconductor-Index fiel zudem um 15,3 Prozent – getrieben von einer Prognosekorrektur des Chipherstellers Intel, dessen Papiere ihren Wert innerhalb von zwei Tagen halbiert hatten.
„Investoren bleiben bereit, Kursrückgänge zu kaufen, doch das Vertrauen in den Technologiesektor ist nach einem schwachen Oktober fragil“, sagt Daniela Hathorn, Senior Market Analystin bei capital.com. Entscheidend seien nun die weiteren Tech-Ergebnisse.
Am Abend nach Börsenschluss legt Apple seine Quartalszahlen vor. Apple hatte erst am Freitag seinen Rivalen, den Chipkonzern Nvidia, im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen wieder den Rang abgelaufen. Der Konzern hatte im Juni noch geschwächelt, seitdem haben die Papiere aber rund ein Viertel gewonnen. Das entspricht rund einer Billion Dollar Börsenwert. „Besonders im Blick stehen die Zahlen von Apple, da das Unternehmen im Vergleich zu seinen Wettbewerbern nur relativ begrenzt vom großvolumigen Ausbau der KI-Infrastruktur betroffen ist“, sagt Hathorn.
Eine Antwort darauf, ob KI-Investitionen künftig für ausreichend Profitabilität sorgen können, dürften aber auch diese Zahlen nicht geben. Anleger dürften deshalb besonders gespannt auf die geplanten Börsengänge von OpenAI und Anthropic sein. Das Börsenprospekt von Anthropic, das das Unternehmen vergangene Woche vorgelegt hatte, zeigt klare Risiken.
Demnach gab Anthropic im ersten Halbjahr 2026 für Rechenleistung rund 8,9 Milliarden Dollar aus – deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025. Verpflichtungen in Höhe von 500 Milliarden Dollar laufen teils bis ins Jahr 2045. Etwa 80 Prozent dieser Verpflichtungen sind nicht kündbar oder müssen unabhängig von der tatsächlichen Nutzung erfüllt werden. Anthropic will noch in diesem Jahr an die Börse streben, OpenAI könnte zu Jahresbeginn folgen.
Am Dienstag wird der Großteil des US-Kongresses neu gewählt. Dies könnte sich auch auf die Wall Street auswirken. Denn viele finanzmarktrelevante Themen hängen an einer der beiden Parteien. Parallel werden in 36 Bundesstaaten zudem die Gouverneure neu gewählt.
In zehn Bundesstaaten stehen dabei Rechenzentrenprojekte im Wert von 2,5 Billionen Dollar auf dem Spiel. Der lokale Widerstand gegen neue Rechenzentren hatte zuletzt zugenommen. Sollten in diesen vor allem von Republikanern regierten Regionen nun die Demokraten gewinnen, könnten sich Projekte verzögern.
Das wiederum könnte die Unsicherheit rund um Künstliche Intelligenz (KI) noch weiter erhöhen. „Im Endeffekt rechnen wir damit, dass die politische Lage den KI-Ausbau zunehmend erschwert und die Kosten für die beteiligten Unternehmen steigen“, schreibt Libby Cantrill, US-Politikexpertin bei Pimco. „Die Stimmung gegenüber Rechenzentren ist ausgesprochen schlecht.“
Die Angst der Anleger vor einer neuen Angriffswelle der USA auf den Iran war vorerst unbegründet. Vergangene Woche waren die Ölpreise auf bis zu 114 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen, nachdem wieder vermehrt Tanker angegriffen worden waren. Zwar trafen sich am Wochenende Vertreter Katars mit jenen des Iran, ein Treffen mit US-Diplomaten schloss der Iran aber zunächst aus.
Donald Trump hatte angekündigt, vor den Midterms keinen weiteren Angriff auf den Iran auszuüben, doch die Nervosität an den Ölmärkten hatte dennoch zugenommen. Am Montag kostet ein Barrel Öl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Januar 106,44 Dollar und damit mehr als sechs Prozent weniger als noch am Freitag.
Apple: Der Tech-Konzern legt am Abend nach Börsenschluss Zahlen vor. Vorab notieren die Papiere rund ein Prozent im Minus.
Marvell: Der Chiphersteller will Glasfaser- und Laserspezialisten Lumentum erwerben. Das Unternehmen wird derzeit mit rund 115 Milliarden Dollar bewertet. Damit wäre das eine der größten Übernahmen der Wirtschaftsgeschichte. Die Marvell-Aktien verlieren dennoch 5,2 Prozent, Papiere von Lumentum rund zehn Prozent.
Oracle: Der Cloudanbieter will neue Aktien und Anleihen im Wert von 20 Milliarden Dollar ausgeben. Die Erlöse sollen zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs beitragen, wozu auch Investitionsausgaben und Dividendenzahlungen gehören können, so Oracle. Erst vor wenigen Tagen hatte Oracle neue Investitionspläne zur Finanzierung seiner Investitionen in die Infrastruktur für KI bekannt gegeben. Die Aktie fällt um fast sechs Prozent.
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Apple legt Quartalszahlen vor.
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