Venezolanisches Parlament billigt Öl-Abkommen mit den USA
Kurz vor dem Besuch von US-Energieminister Chris Wright hat das Parlament in Venezuela einem milliardenschweren Energieabkommen zugestimmt.
Quick Look
- Das Parlament Venezuelas hat ein milliardenschweres Öl-Abkommen mit den USA gebilligt.
- Das Unternehmen NABEP räumt dem US-Verteidigungsministerium Anteile ein und gewährt dem Außenministerium Zugriffsrechte auf die Ölproduktion.
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Why It Matters
Venezuela verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven der Welt, kämpft jedoch mit einer stark gesunkenen Produktion.
Kurz vor der Ankunft von US-Energieminister Chris Wright in Venezuela hat das Parlament des südamerikanischen Landes ein milliardenschweres Öl-Abkommen mit den USA gebilligt.
»Die Unterstützung des binationalen Energieträger-Abkommens« sei »angenommen«, sagte der Präsident von Venezuelas Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, am Dienstag nach einer Abstimmung per Handzeichen. Das Abkommen wird auch von der Armee des Landes unterstützt.
Die US-Regierung hatte zuvor Details zu ihrem geplanten Öl-Abkommen mit Venezuela veröffentlicht. Eine zentrale Rolle soll dabei das Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) übernehmen, wie aus einer Mitteilung des Weißen Hauses hervorgeht:
Demnach räumt NABEP dem US-Verteidigungsministerium einen Anteil von 35 Prozent an seiner Muttergesellschaft ein.
Zudem gewährt das Unternehmen dem US-Außenministerium das Recht, 20 Prozent des derzeit und künftig produzierten Öl zum Selbstkostenpreis zu erwerben.
Für die restlichen 80 Prozent der Produktion erhält das Außenministerium ein Vorkaufsrecht.
Die US-Regierung bekommt zusätzlich ein Vetorecht bei der Ernennung von Mitgliedern des Verwaltungsrats. Eine Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder müssen US-Staatsbürger sein. NABEP ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Ölproduzent in Venezuela. Es rechnet mit Investitionen von fast 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie und mehr als 209 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen für den venezolanischen Fiskus.
Das Abkommen soll die venezolanische Ölproduktion deutlich steigern und die Energiesicherheit der USA stärken. Experten erwarten allerdings, dass es wegen des schlechten Zustands der venezolanischen Ölindustrie Jahre dauern dürfte, bis zusätzliche Fördermengen spürbar werden.
Das Öl-Geschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will seit der Festnahme des einstigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang des Jahres die großen Ölvorkommen des Landes für sich nutzen. Trump steht innenpolitisch unter Druck, weil der Irankrieg die Treibstoffpreise auch in den USA in die Höhe treibt.
Mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel verfügt Venezuela über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden kann. Trotz der enormen Reserven liegt die venezolanische Ölproduktion derzeit bei etwa einer Million Barrel pro Tag. Vor rund 20 Jahren waren es noch fast drei Millionen Barrel täglich.
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US-Energieminister Chris Wright reist nach Venezuela
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Open Questions
- Wann beginnen die tatsächlichen Investitionen von NABEP?
- Wie reagieren andere internationale Ölkonzerne auf das Abkommen?







