
Die Versicherungswirtschaft kündigt ein standardisiertes Basisprodukt für die betriebliche Altersvorsorge an, das speziell auf kleine und Kleinstunternehmen zugeschnitten ist, um die derzeit geringe Verbreitung in Betrieben unter zehn Beschäftigten zu erhöhen.
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Derzeit profitieren hauptsächlich Beschäftigte größerer Unternehmen von der betrieblichen Altersvorsorge, während in Betrieben unter zehn Beschäftigten nur jeder Vierte eine solche Versorgung hat.
Schwarz-Rot will die betriebliche Altersvorsorge ausweiten. Derzeit profitieren davon zumeist Beschäftigte größerer Unternehmen. Die Versicherer stellen nun ein Produkt in Aussicht, das extra auf kleine Unternehmen zugeschnitten ist - etwa die Imbissbude.
Die Versicherungswirtschaft hat ein standardisiertes Basisprodukt für Klein- und Kleinstunternehmen angekündigt, damit sie ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge (BAV) anbieten können. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Moritz Schumann, sagte der Funke-Mediengruppe, wegen der Komplexität und der Haftung habe in Betrieben unter zehn Beschäftigten nur jeder Vierte eine BAV. "Deshalb wollen wir für diese Betriebe etwas Standardisiertes anbieten - also auch für die Pommesbude."
Die betriebliche Altersvorsorge sei vor allem bei großen Unternehmen ein "Hidden Champion", sagte Schumann. Klein- und Kleinstunternehmen aber fehle ein einfaches Angebot, das sich schnell umsetzen lasse. "Die vielen Gestaltungsmöglichkeiten überfordern sie oft." Dazu komme die Arbeitgeberhaftung: Für einen Betrieb klinge es erst einmal abschreckend, womöglich über Jahrzehnte für die späteren Betriebsrenten geradezustehen.
"Wir wollen deshalb ein Basisprodukt auf den Markt bringen, in dem der Arbeitgeber weitgehend von Haftung und Aufwand entlastet wird", kündigte Schumann an. "Der Arbeitgeber soll sagen können: 'Ich biete eine betriebliche Altersvorsorge an, richte den Vertrag einmal ein und zahle meine Beiträge.' Um den Rest kümmert sich jemand anderes."
Aktuell haben 52 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland eine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten von ihnen sind in großen Unternehmen angestellt, die tariflich organisiert sind und damit die Voraussetzungen mitbringen, die Gewerkschaften und Arbeitgeber fordern.
Die von der Regierung eingesetzte Rentenkommission hat vorgeschlagen, dass über einen Dialog mit Arbeitgebern und Gewerkschaften noch in diesem Jahr Maßnahmen erarbeitet werden, um die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge zu erhöhen. Sie sollen im Anschluss per Gesetz beschlossen werden. Ziel sei "eine annähernd flächendeckende Verbreitung" der betrieblichen Altersvorsorge. Schumann sagte weiter, das neue Basisprodukt für kleine Firmen solle angeboten werden, sobald bei Politik und Sozialpartnern Klarheit herrsche, wie die Betriebsrenten in die Breite getragen werden können..
Die betriebliche Altersvorsorge war lange eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers für seine Beschäftigten. Heute werden Betriebsrenten oft zum großen Teil vom Arbeitnehmer selbst finanziert - über die sogenannte Entgeltumwandlung: Teile des Bruttogehalts oder Sonderzahlungen werden in Beiträge zur Altersvorsorge umgewandelt, dazu kommt ein Zuschuss des Arbeitgebers von mindestens 15 Prozent.
AI outlook — possibilities, not facts
Das standardisierte Basisprodukt für die betriebliche Altersvorsorge wird nach Klarheit bei Politik und Sozialpartnern über die Verbreitung der Betriebsrenten angeboten.
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