Verstümmelter Flug nach Tel Aviv: VAE werten Vorfall im Cockpit als Terroranschlag
Ein Copilot soll den Kapitän eines Flydubai-Flugs mit einer Notfallaxt attackiert haben. Ermittler prüfen Verbindungen zu Extremisten.
Quick Look
- Auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv soll der Copilot den Kapitän mit einer Notfallaxt angegriffen haben.
- Die VAE werten die Tat als Terroranschlag.
- US-Medien berichten über frühere Sicherheitsbedenken im Oman.
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Why It Matters
Ein Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv musste nach Saudi-Arabien ausweichen, nachdem der Copilot den Kapitän angegriffen hatte.
Der Copilot, der den Piloten des Flydubai-Flugs nach Tel Aviv verletzt haben soll, plante nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) einen „Terroranschlag“. Laut Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, die die Ermittlungen leiten, habe der Copilot den Kapitän mit der Notfallaxt aus dem Cockpit angegriffen und versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen.
Fluggesellschaften sind in der Regel verpflichtet, Notfalläxte im Cockpit mitzuführen. Diese können verwendet werden, um im Notfall ein Fenster einzuschlagen oder Verkleidungen zu öffnen, um an einen Brandherd zu gelangen. Die Äxte befinden sich im Cockpit und sind für die Besatzung zugänglich, nicht jedoch für Passagiere.
Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass der Mann wegen Sicherheitsbedenken aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft im Oman entlassen worden war. ABC News berichtet – gestützt auf hochrangige Geheimdienst – und Strafverfolgungsbeamte, dass der Mann von Oman Air suspendiert worden sei, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sei.
Nach Informationen des US-Senders war bei dem mutmaßlichen Angreifer aus dem Oman extremistisches Material festgestellt worden, als er 2024 als Copilot-Anwärter bei der Fluggesellschaft beschäftigt war. Demnach durfte er zunächst noch in einer Verwaltungsfunktion weiterarbeiten, ehe ihm schließlich gekündigt wurde. CNN berichtet unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Personen von ähnlichen Erkenntnissen.
Auch das „Wall Street Journal“ schreibt unter Berufung auf informierte Kreise, der Mann sei im Oman zeitweise mit einem Flugverbot belegt worden. Hintergrund seien Befürchtungen gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten vertrete. Laut Berichten habe der Copilot nach seinem Ausscheiden bei Oman Air zunächst kurzzeitig für eine marokkanische Fluggesellschaft gearbeitet, bevor er vor rund acht Monaten zu Flydubai wechselte.
Wie es ihm das gelang, gilt inzwischen als eine der zentralen Fragen der Ermittler. Bislang haben weder Flydubai noch der Oman Stellung genommen.
Internationale Medien berichten derweil ausführlich über den Verdächtigen. Dabei soll es sich um einen 29-Jährigen mit omanischer Staatsangehörigkeit handeln, der aber auch einen Pass der Vereinigten Arabischen Emirate besitzt. Sein Vater stamme demnach aus dem Oman, seine Mutter dagegen aus Syrien.
Nach Angaben von CNN und der „Bild“-Zeitung wurde ein LinkedIn-Profil, das dem Verdächtigen zugeschrieben wird, inzwischen gelöscht. Dort seien Stunden nach dem Vorfall zwei Videos veröffentlicht worden. Eines habe mit Bildern des früheren Al-Qaida-Anführers Aiman al-Sawahiri sowie des jordanischen Selbstmordattentäters Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawi geendet.
Ein weiteres Video habe die drei heiligsten Städte des Islam, Mekka, Medina und Jerusalem, gezeigt. Dazu sei ein islamisches Gedicht zu hören gewesen, das dazu aufrufe, Demütigungen zurückzuweisen, den Tod nicht zu fürchten und die eigene Würde zu verteidigen. Wer die Beiträge veröffentlichte und ob diese tatsächlich vom Verdächtigen stammten, ist bislang ungeklärt.
Dem Sender ABC News zufolge versuchen die Ermittler aktuell herauszufinden, wie ihm der Wechsel zu Flydubai und der Einsatz auf einer Israel-Verbindung möglich waren. Der inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate gebrachte und festgenommene Copilot soll nach Angaben des Senders mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, die Absicht gehabt zu haben, das Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen, berichtete ABC News unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Quellen. Unabhängig bestätigen lassen sich diese Angaben bislang nicht.
Zudem sagte ein Diplomat aus dem Golfraum, die Ermittler prüften weiterhin, ob es sich um einen „Einzeltäter“ gehandelt habe oder ob Verbindungen zu extremistischen Gruppen bestanden. Die israelische Regierung geht bereits von einem dschihadistisch motivierten Terroranschlag aus. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Freitag, der Copilot habe eine „islamistische Radikalisierung“ durchlaufen. Belege dafür legte die Regierung bislang nicht vor.
Der Flug der emiratischen Gesellschaft war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es zu dem mutmaßlichen Angriff des Copiloten auf seinen Kollegen kam. Der Kapitän schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu entriegeln und wird international als Held gefeiert. Mehrere Passagiere drangen daraufhin ins Cockpit ein und überwältigten den Angreifer. Das Flugzeug musste anschließend notfallmäßig in Saudi-Arabien landen.
Die emiratischen Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Motiv und Hintergründe der Tat sind weiterhin Gegenstand der Untersuchungen. Der hochrangige diplomatische Berater der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargash, bezeichnete den Vorfall am Freitag auf X als einen „gefährlichen Terrorakt“.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Ausweitung der Hintergrundüberprüfungen für Flugzeugbesatzungen in den VAE und Oman.
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Open Questions
- Wie konnte der verdächtige Copilot trotz früherer Sicherheitsbedenken bei Flydubai anheuern?
- Wer hat die Videos auf dem gelöschten LinkedIn-Profil veröffentlicht?

