
VW strebt eine operative Rendite von neun Prozent an und plant weitreichende Kürzungen bei Personal, Modellen und Beteiligungen.
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Volkswagen kämpft mit einer operativen Rendite von 3,8 Prozent und strebt bis 2030 eine Steigerung auf neun Prozent an.
Düsseldorf. Es ist die größte Sanierung, die Volkswagen je erlebt hat. Bis 2030 soll der Konzern wieder neun Prozent operative Rendite erwirtschaften, obwohl er derzeit weit davon entfernt ist. Dafür sollen Zehntausende Stellen wegfallen, Investitionen gekürzt, das Modellangebot halbiert und Beteiligungen abgestoßen werden.
Sie weisen darauf hin: Bei einigen der brisantesten Fragen ist die Richtung vorgegeben, die Entscheidung aber noch offen. Zudem ist bislang nur rund die Hälfte des nötigen Sparvolumens mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. Der VW-Großumbau im Überblick.
Das ausgerufene Vorhaben ist ambitioniert: Bis 2030 will VW bei einem weltweiten Absatz von etwa neun Millionen Fahrzeugen eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erwirtschaften. Dafür wären 31 Milliarden Euro Ergebnisverbesserung nötig, heißt es. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 lag die Marge allerdings gerade einmal bei 3,8 Prozent. Intern werden auch zwei Szenarien mit höheren und niedrigeren Verkaufszahlen durchgerechnet.
Die Investitionen sollen auf 135 Milliarden Euro sinken, in früheren Runden wurde mit 50 Milliarden Euro mehr geplant. Trotzdem investiert VW noch immer deutlich mehr als seine Konkurrenten. Besonders hart von den Budgetkürzungen getroffen sind die Massenmarken VW, Skoda und Seat sowie die Softwareeinheit Cariad und die Batterietochter Powerco.
Volkswagen will seine Überkapazitäten in Europa um mehr als 500.000 Fahrzeuge reduzieren. Besonders unter Druck stehen die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm: Nach der bisherigen Planung kann der Konzern dort ab dem kommenden Jahrzehnt keine wettbewerbsfähige Folgebelegung mehr gewährleisten.
Bis Ende Juni 2027 bekommen die vier Standorte jedoch eine Bewährungsfrist. Danach sollen Kostenziele entscheiden, wie es weitergeht, heißt es.
Um profitabler zu werden, will VW auch die Zahl seiner Modelle und Varianten verringern. Jedes zweite Modell steht vor dem Aus. Bei Volkswagen trifft es unter anderem die bisherigen ID-Modelle ID.3, ID.4 und ID.5: Sie sollen sukzessive die bekannten Modellnamen Golf und Tiguan in der Bezeichnung tragen (ID.Golf, ID.Tiguan). Der ID.5 soll ganz verschwinden. Auch die Zahl der Ausstattungsvarianten soll um bis zu 75 Prozent sinken.
Der neue Beschluss sieht den Wegfall von weiteren 50.000 Stellen weltweit vor, wodurch sich der Stellenabbau in Deutschland auf insgesamt mindestens 75.000 Jobs erhöht. Im Management soll jede vierte Stelle wegfallen. Die neuen Kürzungen kommen zu den bereits seit 2024 vereinbarten 50.000 Jobs hinzu, die bei VW, Audi, Porsche und Cariad bis 2030 sozialverträglich wegfallen sollen.
VW hält derzeit mehr als 2000 Beteiligungen an externen Unternehmen. Von einem Drittel dieser Beteiligungen will sich VW trennen oder seinen Anteil reduzieren. Welche, ist bislang unklar. In einer Beschlussvorlage, die dem Handelsblatt vorliegt, werden vier Beteiligungen konkret genannt: der Motorradhersteller Ducati, die Batterieunternehmen Gotion und Quantumscape sowie der Materialspezialist SGL Carbon. Die Verkäufe sollen VWs „Kerngeschäft stärken“, wie es heißt.
Hier bleibt der Beschluss vage. Entscheidungen über die Ausgliederung der VW-Kernmarke und des Komponentengeschäfts wurden vertagt. Fest steht bislang nur: Die Konzernsteuerung soll moderner, Entscheidungen sollen schneller werden. Aus Konzernkreisen verlautet außerdem schon länger, dass die Posten von Rechtsvorstand Manfred Döss und IT-Chefin Hauke Stars nicht nachbesetzt werden. Recht könnte dem Personalressort zufallen, IT den Finanzen.

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