
Im Streit um den Sparkurs fordert die Gewerkschaft die Rücknahme von zehn Tarifkündigungen und nennt einen Termin für den Verhandlungsstart.
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Volkswagen hat zehn Tarifverträge gekündigt, was zu großer Unruhe bei den Beschäftigten nach den Zugeständnissen von 2024 führte.
Düsseldorf. Die IG Metall verschärft im Streit um den Sparkurs bei Volkswagen den Druck auf den Vorstand. Die Gewerkschaft fordert den Autobauer auf, die Kündigung von zehn Tarifverträgen bis Ende Oktober zurückzunehmen. Andernfalls werde sie einen Arbeitskampf vorbereiten, sagte Verhandlungsführer Thorsten Gröger am Freitag in Hannover vor dem zweiten Überprüfungsgespräch mit dem Unternehmen. „Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet.“
Gröger verwies ausdrücklich auf das Ende der Friedenspflicht am 31. Dezember. Dieses Datum sollten sich die Vorstände „schon mal dick in den Kalender einkreisen“. Wie hart die Auseinandersetzung werde, liege in den Händen von Konzernchef Oliver Blume und seinen Kollegen. Die Gewerkschaft werde in den kommenden Wochen die Belegschaften enger einbinden und eine Eskalation vorbereiten.
Auf Nachfrage nannte Gröger organisatorische Vorbereitungen für mögliche 24-Stunden-Warnstreiks oder eine Urabstimmung. Zudem sollten sich die gewerkschaftlichen Vertrauensleute mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Einzelheiten zur Strategie und zum Zeitplan wollte er nicht offenlegen.
Zugleich fordert die IG Metall einen Verhandlungsbeginn am 24. November. Nach der mit Volkswagen vereinbarten Schieds- und Schlichtungsvereinbarung müssten die Tarifgespräche spätestens am 3. Dezember beginnen, sagte Gröger. Mit ihrem Vorschlag will die Gewerkschaft neun Tage vor dieser Frist starten. Eine Verständigung mit dem Unternehmen auf den Novembertermin gab Gröger nicht bekannt.
IG Metall will Verhandlungen an gefährdete VW-Standorte holen
Die Verhandlungen sollen nach dem Willen der Gewerkschaft zunächst in Emden, Hannover und Zwickau stattfinden. Dort steht die Zukunft der Werke im Mittelpunkt des Sanierungsstreits. Wer mit der Existenz Zehntausender Beschäftigter spiele, müsse sich auch der Reaktion dieser Belegschaften stellen, sagte Gröger. Die Gespräche gehörten an die betroffenen Standorte und nicht in die „Wohlfühlzone der 13. Vorstandsetage“. Dort sitzt im Markenhaus in Wolfsburg die VW-Führung um Blume. Über ein mögliches Ergebnis sollten am Ende die Gewerkschaftsmitglieder entscheiden.
Am Freitag kommt die IG Metall mit Vertretern des VW-Managements zum zweiten sogenannten Überprüfungsgespräch zusammen. Bei dem Treffen geht es darum, nachzuhalten, welche Vereinbarungen von der Einigung aus dem Dezember 2024 noch Bestand haben und welche nicht. Allen voran sind die Perspektiven der deutschen Werke zentral.
Das erste Treffen am 30. September hatte Volkswagen mit der Kündigung von zehn Tarifverträgen überlagert. Über den Plan hatte das Handelsblatt zuerst berichtet. Nach Darstellung der Arbeitnehmerseite hat das Unternehmen seitdem weder einen konkreten Forderungskatalog vorgelegt noch offene Fragen ausreichend beantwortet.
Betroffen sind unter anderem der Entgelt- und der Manteltarifvertrag sowie Regelungen zur Eingruppierung, zu Zulagen und zur Ausbildung. Die Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 gehört nicht zu den gekündigten Vereinbarungen. Die IG Metall wirft dem Vorstand dennoch vor, mit dem Vorgehen das Vertrauen der Belegschaft zu verspielen.
Cavallo: Große Unruhe in VW-Werken
Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo berichtete von großer Unruhe in den Werken. Die Beschäftigten empfänden die Kündigungen nach ihren Zugeständnissen von 2024 als Affront und Kampfansage. Die Arbeitnehmer hätten erhebliche Einschnitte akzeptiert, während das Unternehmen schuldig bleibe, wie es seine eigenen Zusagen zu Produkten und Investitionen erfüllen wolle.
Mit dem Tarifkompromiss vom Dezember 2024 hatten sich Volkswagen und Arbeitnehmervertreter auf einen sozialverträglichen Abbau von mehr als 35.000 Stellen an den deutschen VW-Standorten bis 2030 verständigt, konzernweit war sogar der Abbau von 50.000 Stellen vereinbart. Im Gegenzug wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen.
Die Beschäftigten verzichteten unter anderem auf die Auszahlung der für 2025 und 2026 vereinbarten Tariferhöhung. Die Einigung sollte Kosten senken und zugleich die Grundlage für Investitionen in die Zukunft der Werke schaffen.
Ein neues Sparpaket des Vorstands sieht den Abbau von mehr als 50.000 weiteren Stellen vor. Auch die künftige Belegung der deutschen VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau ist nicht gesichert, ebenso unklar ist die Zukunft der Audi-Fabrik in Neckarsulm.
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IG Metall bereitet Arbeitskämpfe vor, falls Tarifkündigungen nicht zurückgenommen werden.
Likely · Within weeks
Start der Tarifverhandlungen am 24. November
Likely · Within weeks

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