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Wo das Geld am meisten wert ist: Heilbronn führt Ranking der realen Kaufkraft an
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n-tv Wirtschaft4/12/2026Business4 min readGermany

Wo das Geld am meisten wert ist: Heilbronn führt Ranking der realen Kaufkraft an

Eine neue Studie des IW Köln zeigt, dass hohe Einkommen nicht immer Wohlstand bedeuten – entscheidend sind die regionalen Lebenshaltungskosten und Mieten.

Quick Look

  • Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat die reale Kaufkraft in Deutschland berechnet.
  • Heilbronn belegt den ersten Platz, da hohe Einkommen auf moderate Lebenshaltungskosten treffen.
  • Großstädte wie München oder Frankfurt verlieren durch hohe Mieten massiv an realem Wert.

AI-generated summary

Why It Matters

Das IW Köln hat die realen Einkommen in Deutschland berechnet, indem es nominale Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes um regionale Preisunterschiede, insbesondere Mieten, bereinigt hat.

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In klassischen "Reichenhochburgen" sind die Einkommen im Schnitt so hoch, dass sie die ebenfalls hohen Lebenshaltungskosten ausgleichen. Andernorts ist das Leben günstiger, sodass die Menschen aber teils sogar mehr Geld zur Verfügung haben. Eine entscheidende Rolle spielen die Mieten.

Wo sind die Menschen in Deutschland am wohlhabendsten? Will man dabei nicht nur wissen, wie viel die Menschen verdienen, sondern auch, was das Einkommen vor Ort wert ist, wird es kompliziert. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat das nun berechnet - und kommt auf einen Sieger: Heilbronn.

Weil die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen dort nicht nur zu den höchsten in Deutschland gehören, sondern die Lebenshaltungskosten auch relativ normal sind, setzt sich die Stadt in Baden-Württemberg an die Spitze der Statistik. Im benachbarten Neckarsulm hat die Schwarz-Gruppe ihren Sitz, zu der Lidl und Kaufland gehören. Heilbronn verdrängt damit das bayerische Starnberg, das bei der vergangenen Auswertung noch vorn lag.

Insgesamt zeigt die Auswertung, die auf Zahlen des Jahres 2023 beruht - aktuellere liegen nicht vor - gerade am oberen Ende des Rankings eine bunte Mischung aus den üblichen Verdächtigen bei Reichtum und dem, was Autor Christoph Schröder "Hidden Champions" nennt. Klassische "Reichenhochburgen" weisen so hohe Durchschnittseinkommen auf, dass diese die hohen regionalen Lebenshaltungskosten - im Starnberg liegen sie beispielsweise um 14 Prozent über dem Durchschnitt - mehr als ausgleichen. Landkreise wie Neuwied, Wunsiedel oder Rhön-Grabfeld kommen dagegen durch gute Einkommen und deutlich unterdurchschnittliche Preise in die Top Ten.

Wie schon bei früheren Auswertungen finden sich oben vor allem Landkreise. Gerade in größeren Städten ist das Einkommen oft nicht besonders hoch, die Lebenshaltungskosten dagegen schon - denn der entscheidende Faktor bei den Preisunterschieden sind die Mieten. Ohne ihren Effekt wären die regionalen Preisunterschiede relativ gering, da viele Kostenpunkte wie Lebensmittel aus dem Supermarkt, Auto, Benzin, Elektronik und alles, was im Internet bestellt wird, deutschlandweit kaum Preisunterschiede haben.

Vor allem die Mieten sind es auch, die Großstädte um eine Chance auf bessere Platzierungen bringen. Selbst das reiche München, das beim Durchschnittseinkommen mit 38.190 Euro auf Rang 6 liegt, rutscht durch das höchste Preisniveau - fast 24 Prozent über dem Bundesdurchschnitt - real auf Rang 68 von 400 ab. Noch deutlich weiter nach unten geht es durch hohe Preise für Frankfurt, das nominal auf Rang 125 läge, aber auf 358 abstürzt, Stuttgart rutscht von 48 auf 249, Hamburg von 116 auf 331.

Dass Heilbronn als einzige Stadt in den Top Ten sogar den Spitzenplatz belegt, hat dabei noch einen besonderen Grund, wie die Autoren der Studie erklären. Für das dortige Durchschnittseinkommen spielen Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben eine ausgesprochen große Rolle. Diese können dort teilweise die Hälfte der Einnahmen ausmachen und haben die Stadt in den neuen revidierten Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes deutlich nach oben geschoben. Allerdings weisen die Autoren auch darauf hin, dass nur wenige Haushalte von diesen Gewinnentnahmen profitieren.

Niedrigste Realeinkommen nur in Städten

Wie sich - mit der Ausnahme Heilbronn - ganz oben nur Landkreise finden, sind es am unteren Ende des Rankings nur Städte. In den meisten Fällen sind es dabei niedrige Einkommen, die trotz eher niedriger Lebenshaltungskosten durchschlagen. Bei Offenbach am Main und insbesondere Freiburg im Breisgau spielen allerdings auch überdurchschnittliche Lebenshaltungskosten eine Rolle.

Die Basis der Auswertung ist eine aufwendige Datensammlung des IW Köln zu den regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen in Deutschland, die die Forscher mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft haben. Beide beruhen auf Daten des Jahres 2023, weil vor allem für die Einkommen keine aktuelleren validen Zahlen vorliegen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Städte mit hohen Mieten werden weiterhin in Rankings zur realen Kaufkraft schlecht abschneiden.

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wie entwickeln sich die Mieten in den genannten Städten im Jahr 2026?
  • Welche konkreten politischen Maßnahmen könnten die Kaufkraft in den Schlusslichtern des Rankings verbessern?

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This article was originally published by n-tv Wirtschaft.

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