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US-Präsident Trump unterzeichnet KI-Dekret zur Sicherheit
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Die Zeit·2h ago·🇩🇪Germany·Tech

US-Präsident Trump unterzeichnet KI-Dekret zur Sicherheit

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#KünstlicheIntelligenz#KI-Sicherheit#KI-Modelle#Regulierung#Technologie#USA#DonaldTrump#OpenAI
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Womöglich sind für Sie Mai und Juni wie für viele andere Deutsche die wichtigste Zeit des Jahres: Spargelzeit. Für uns Tech-Journalisten ist diese Zeit ebenfalls wichtig, allerdings nicht wegen dünner Stangen in dicker Sauce, sondern weil sich eine wichtige Konferenz großer Tech-Konzerne an die andere reiht. Google machte vor zwei Wochen den Anfang, nächste Woche folgt Apple, diese Woche war Microsoft dran. Und natürlich ging‘s um Künstliche Intelligenz (KI): Microsoft zeigte den eigenen KI-Agenten Scout (ähnlich wie Googles Spark), außerdem ein agentenbasiertes Betriebssystem, das auf allerlei Geräten läuft. Vor allem aber veröffentlichte der Software-Konzern gleich sieben neue KI-Modelle. Das darf man auch als Ansage an den ehemaligen Partner OpenAI verstehen: Wir brauchen euch nicht mehr.

Das müssen Sie wissen: Trump unterzeichnet KI-Dekret

»Times have changed«, die Zeiten haben sich geändert, konstatierte auch Cole Porter im Titelsong seines Musicals Anything Goes aus den 1930ern: Früher hätten in Amerika noch strenge Regeln geherrscht, heute gehe alles. Zumindest was KI angeht, scheinen die USA knapp 100 Jahre später nun den umgekehrten Weg einzuschlagen: Am Dienstag unterzeichnete US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das als bewusste Abkehr der sogenannten Anything-Goes-Haltung verstanden wird, die Trump bei dieser Technologie bisher an den Tag legte.

Bislang war die Idee stets, den großen US-KI-Laboren so viel Freiheiten wie möglich zu gestatten, um im globalen Wettbewerb mit China die Nase vorn zu behalten. Künftig soll das anders werden: Unternehmen sollen der US-Regierung besonders leistungsstarke neue KI-Modelle (sogenannte frontier models) bis zu 30 Tagen vor ihrer Veröffentlichung für Tests zur Verfügung stellen. Dazu soll es keine Pflicht geben, vielmehr soll ein freiwilliger Rahmen geschaffen werden, in dem Entwickler ihre Modelle einreichen und die Regierung diese prüfen kann. Es soll außerdem eine Einrichtung für KI-Sicherheit entstehen, die die Suche nach Software-Schwachstellen koordiniert.

KI-Unternehmen wie OpenAI, Google oder Anthropic begrüßten das Dekret. Nicht ganz überraschend: Schon vor der Unterzeichnung hatten sie verkündet, dass sie ihre Modelle einer staatlichen US-Behörde künftig zur Überprüfung vorlegen wollen. Viele dürften auch froh sein, dass sich die US-Regierung jetzt auf eine Linie geeinigt hat. Es war lange darüber debattiert worden, Trump selbst sagte vor zwei Wochen kurzfristig einen Termin zur Unterzeichnung ab – offenbar, weil er die Regeln für die Unternehmen für doch zu streng hielt. Diese Version hatte wohl vorgesehen, dass der Regierung eine bis zu 90 Tage lange Einsicht in KI-Modelle gewährt worden wäre.

Hinter dem Sinneswandel der Trump-Regierung dürfte die Debatte um Anthropics KI-Modell Mythos stehen. Das hielt der Konzern selbst für so gut, dass es gefährlich sei – und veröffentlichte es zunächst nur für ausgewählte Partner.

KI-Kritikern hingegen gingen Trumps Sicherheitsmaßnahmen für KI noch nicht weit genug. Derzeit formiert sich in den USA eine unerwartete Allianz aus rechten und linken politischen Kräften, die KI skeptisch gegenüberstehen und mehr Vorsicht und Maß bei ihrem Ausbau verlangen. Das Spektrum der Kritiker reicht vom linken Senator Bernie Sanders bis hin zum MAGA-Unterstützer Steve Bannon. Ihnen reichen die Maßnahmen des Dekrets noch nicht. Aber es sei ein erster Schritt, oder wie Bannon gegenüber Politico sagte: »Wir werden den Elefanten Stück für Stück verspeisen.«

Darüber sollten Sie nachdenken: Wer möchte eine KI-Schauspielerin sehen?

Ist man eine Schauspielerin, auch wenn man noch nie in einem Film mitgespielt hat? Die Antwort auf diese Frage ist womöglich eher philosophischer Natur, jedenfalls wartet Tilly Norwood noch auf ihren ersten Auftrag. Norwood ist »KI-Schauspielerin«, eine Schöpfung der Produktionsfirma Particle 6. Das Unternehmen stellte die KI-Person im Juli 2025 in einem YouTube-Sketch vor und löste damit sofort harsche Kritik von Gewerkschaften, Essayistinnen und (echten) Schauspielern aus.

Ziel sei nicht Menschen zu ersetzen, sondern eher das Experimentieren für Regisseure und Drehbuchautorinnen, sagte Eline van der Velden, CEO von Particle 6, nun der New York Times. Sie schuf Tilly Norwood mit ChatGPTs Bildgenerator und einfachen Prompts, Norwoods Stimme stammt vom Softwareunternehmen ElevenLabs, die KI des Unternehmens Tavus erzeugte das Bewegtbild. Particle 6 hat aus dieser zusammengefrankensteinten KI-Frau drei Modi gebaut: einen promptbasierten, in dem man eine gewünschte Szene beschreibt und von Norwood spielen lassen kann. Einen interaktiven, bei dem man mit der KI sprechen kann. Und einen kopierenden, bei dem das KI-Gesicht ähnlich zu Motion Capturing über die Bewegungen und Gesichtsausdrücke einer menschlichen Schauspielerin gelegt wird.

Selbst ein berühmter, erfolgreicher Regisseur habe Tilly Norwood ausprobiert, schreibt die New York Times. Wer? Bleibt geheim, der Regisseur wollte nur anonym mit der Zeitung sprechen. Er fürchtete zu viel Ablehnung für seine Experimente in Hollywood.

Solche Bedenken treiben den iranisch-britischen Regisseur Ash Koosha nicht um. Sein Drama Dreams of Violets besteht vollständig aus KI-generierten Bildern, es geht um die iranischen Regierungsproteste von Anfang des Jahres. KI half nicht nur bei der sehr schnellen Umsetzung, sie dient laut Koosha auch dem Schutz der Menschen im Iran: Aufgrund der Sicherheitslage im Land sei es nicht sicher, die Charaktere im Film auch nur entfernt tatsächlichen Menschen ähneln zu lassen. »KI Slop oder die Zukunft des Filmemachens«, fragt der britische Guardian. Das ist wohl am Ende auch eine Entscheidung der Zuschauer.

Das können Sie (bald) ausprobieren: PCs mit Nvidia-Superchip

Bei wenigen Unternehmen läuft es derzeit so gut wie beim Chiphersteller Nvidia. Kein Wunder, verfünffachte sich der Börsenkurs doch in den vergangenen drei Jahren dank des massiven Bedürfnisses nach Nvidia-Chips für Rechenzentren. Jetzt will man noch weiter expandieren – und gemeinsam mit dem Chipbauer MediaTek auch Chips für die PCs von Endkunden entwickeln.

Es gibt nur wenige PC-Chiphersteller, die den Markt bestimmen. Die größten sind bis heute Intel und AMD, seit ein paar Jahren stellen auch Qualcomm und Apple Computerprozessoren (CPUs) her. Nvidia-CPUs stecken zum Beispiel in Nintendo-Switch-Konsolen, doch für den PC-Markt spielten ihre Chips bislang keine große Rolle. Das soll sich nun ändern, mit RTX Spark.

»Der effizienteste PC-Chip, der je gebaut wurde«, versprach Nvidia CEO Jensen Huang und sprach gewohnt selbstbewusst von einem »Superchip« bei der Vorstellung auf der Computex in Taipeh. Es erinnert an Apple, das sich für seine Macs 2020 von Intel verabschiedete und künftig selbst die M-Chips seiner Computer entwickelte. Es gilt als einer der größten Erfolge der Tim-Cook-Ära: Mit dem Wechsel hielten MacBooks einen ganzen Tag ohne Aufladen aus, seitdem verkaufen sie sich wieder besser.

This article was originally published by Die Zeit.

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