Drogenbeauftragter Streeck begrüßt Alkoholverbot an Bahnhöfen
L'essentiel
- Der Drogenbeauftragte Streeck und Politiker begrüßen das geplante Alkoholverbot der Deutschen Bahn an allen 5.400 Bahnhöfen bis Oktober 2026 zur Erhöhung der Sicherheit.
- Polizeigewerkschaften fordern mehr Personal zur Durchsetzung, während die Wohnungslosenhilfe negative Auswirkungen für Betroffene befürchtet.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Die Deutsche Bahn plant ein bundesweites Alkoholverbot an allen 5.400 Bahnhöfen, das bis Oktober 2026 schrittweise umgesetzt werden soll, um die Sicherheit zu erhöhen. Bisher galt ein Verbot nur an großen Bahnhöfen.
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, begrüßt das geplante Alkoholverbot an Bahnhöfen. "Der Vorstoß der Deutschen Bahn ist richtig", sagte er der Rheinischen Post. Bahnhöfe müssten Orte sein, an denen "sich Menschen sicher bewegen können und Eltern nicht überlegen müssen, welchen Bereichen sie mit ihren Kindern besser ausweichen".
"Bahnhöfe sind öffentliche Orte, an denen täglich Millionen Menschen unterwegs sind - darunter viele Kinder und Familien", führte Streeck aus. "Gerade sie erleben starken Alkoholkonsum, lautes oder enthemmtes Verhalten und die damit verbundene Unberechenbarkeit häufig als Belastung." Alkohol sei kein gewöhnliches Konsumgut, so Streeck: "Er kann abhängig machen, schwere Krankheiten verursachen und Konflikte sowie Gewalt verschärfen."
Die Deutsche Bahn hatte am Dienstag mitgeteilt, den Konsum von Alkohol an allen deutschen Bahnhöfen zu verbieten. "Die neue Regel gilt bundesweit und wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5.400 Bahnhöfen umgesetzt", erklärte der Konzern. Bislang gilt ein Verbot des Alkoholkonsums vor allem an großen deutschen Bahnhöfen wie Frankfurt, Hamburg oder Köln.
Dobrindt: "Erstmal positiv"
Bundesinnenminister Dobrindt sagte, er finde es "erstmal positiv, dass es eine Initiative der Deutschen Bahn gibt, genau in diese Richtung die Situation an Bahnhöfen zu verbessern". Die Frage der Durchsetzung sei allerdings problematisch. Auch würde er gerne mit Bahnchefin Palla "darüber sprechen, welche Grundlage, welche Informationen oder welche Studien sie vielleicht dazu hat", fügte der Minister hinzu.
Für die Sicherheit an Bahnhöfen ist neben den DB-Sicherheitskräften die Bundespolizei zuständig. Diese untersteht dem Bundesinnenministerium. Insgesamt setzt die Deutsche Bahn deutschlandweit rund 4.500 Sicherheitskräfte an Bahnhöfen ein.
"Dass die Deutsche Bahn ihre eigenen Sicherheitsbemühungen verstärkt, begrüße ich ausdrücklich", sagte der innenpolitische Sprecher der Union, Alexander Throm (CDU), der "Welt". Dazu gehöre aber auch, diese Regeln mit eigenem Personal durchzusetzen, so Throm.
Ähnlich sieht es der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler: "Eine Umsetzung kann nur in Betracht kommen, sofern die Bahn eine erhebliche personelle Verstärkung bei der DB Sicherheit nachweist."
Polizeigewerkschaften sehen Verantwortung bei der Bahn
Die Polizeigewerkschaften Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßten den Schritt. Der Chef des GdP-Bereichs Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Bahnhöfe sind in Deutschland mittlerweile absolute Kriminalitäts-Hotspots. Der Alkoholkonsum vor allem in den großen Bahnhöfen, welche rund um die Uhr geöffnet sind, stellt ein großes Problem dar."
Die DPolG erklärte aber auch, dass neue Regeln "noch keine Sicherheit" brächten. Wer "ein flächendeckendes Alkoholverbot an Bahnhöfen" fordere, müsse "auch die personellen Voraussetzungen" dafür schaffen, erklärte DPolG-Bundesvorsitzender Heiko Teggatz. Die Deutsche Bahn müsse "dafür sorgen, mehr Sicherheitspersonal zu stellen".
Auch liege "die Durchsetzung des Alkoholverbots zunächst in der Verantwortung der Deutschen Bahn", fügte er hinzu. "Die Bundespolizei wird erst hinzugezogen, wenn Personen einem Platzverweis nicht nachkommen oder weitere Rechtsverstöße begehen."
Auswirkungen für Wohnungslose befürchtet
Kritik an dem Vorhaben kam von der Bundesarbeitgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, die neue Härten für wohnungslose Menschen mit Alkoholsucht befürchtet. "Ein Verbot verändert nicht die Lebenslage der Menschen, die sich am Bahnhof aufhalten, sondern verdrängt sie lediglich aus dem Blickfeld", sagte Vize-Geschäftsführer Joachim Krauß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Der Bahnhof gehöre für viele zu den wenigen witterungsgeschützten und gut zugänglichen öffentlichen Orten. "Durch das Verbot werden die Menschen in Bereiche gedrängt, die weniger Schutz bieten und weniger Anschluss an das Hilfesystem haben", sagte Krauß. In Hamburg, wo ein entsprechendes Verbot bereits gilt, habe man die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in angrenzende Stadtteile verdrängt wurden.
À surveiller
Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes
Das Alkoholverbot wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5.400 Bahnhöfen umgesetzt.
Très probable · En quelques mois
Questions ouvertes
- Wie wird die personelle Verstärkung der DB Sicherheit konkret aussehen?
- Welche Grundlage oder Studien hat Bahnchefin Palla für das Verbot?
- Wie wird die Verdrängung wohnungsloser Menschen verhindert?






