AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, aber Regierungsbildung bleibt unklar
Quick Look
- Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent gewonnen, verfehlt jedoch die absolute Mehrheit.
- Andere Parteien schließen Koalitionen aus, nur das BSW verhandelt über Inhalte.
- Der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund strebt das Amt des Ministerpräsidenten an, während die CDU eine konstruktive Opposition ankündigt und jede Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt.
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Why It Matters
Die AfD wurde vom Landesverfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Bei der Landtagswahl erzielte sie 43,8 Prozent der Stimmen und 39 Sitze, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit von 42 Sitzen.
Heute vor vier Wochen hat die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewonnen - mit 43,8 Prozent der Stimmen ist die vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei die mit Abstand stärkste Kraft. Die absolute Mehrheit verfehlte sie aber. Sie hat 39 Sitze erhalten, sie bräuchte noch drei weitere Abgeordnete von anderen Fraktionen, um zu regieren.
Aber wie soll das gelingen? CDU, SPD, Grüne und Linke schließen Sondierungen mit der AfD aus. Nur das BSW verhandelt mit der AfD über gemeinsame Inhalte. Eine Koalition mit der AfD schließt die Bundesspitze um Amira Mohamed Ali aus.
Wie geht es nun weiter? Wie die Parteien sich sortieren, das wird man wohl schon am kommenden Dienstag sehen können, da kommt der neue Landtag in Magdeburg zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen, um einen Präsidenten zu wählen. Das BSW will den AfD-Kandidaten Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten mitwählen.
Im Dezember will sich der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund zum neuen Ministerpräsidenten wählen lassen. Der 35-Jährige geht nach eigenen Worten davon aus, dass er im ersten Wahlgang mit einer "nennenswerten Mehrheit" gewählt wird. Wie Siegmund ins Amt kommt, ist jedoch offen. Alle anderen Fraktionen bestreiten, Siegmund wählen zu wollen.
Wird sich die CDU weiter abgrenzen?
Auch Sachsen-Anhalts amtierender Regierungschef Sven Schulze hat bekräftigt, dass die AfD bei der Wahl nicht auf Stimmen der CDU setzen könne. "Es wird keiner von der CDU zur AfD in irgendeiner Form wechseln. Da braucht auch die AfD nicht drauf hoffen. Wir sehen uns als Oppositionspartei", sagte er im Bericht aus Berlin. Dies hätten alle CDU-Abgeordneten mehrfach bestätigt, sowohl mündlich als auch schriftlich.
Mit Blick auf laufende Gespräche zwischen AfD und BSW über eine Regierungsbildung sagte Schulze, der auch Frakionschef ist, die CDU strebe nicht an, "mit diesen beiden Parteien direkt zusammenzuarbeiten und zu sagen, wir wollen uns da irgendwo beteiligen".
Schulze kündigte eine "konstruktive Opposition" an. Aus seiner Sicht würde das keine Zusammenarbeit mit der AfD bedeuten. "Es geht ja nicht darum, dass wir eine Zusammenarbeit in irgendeiner Form anstreben. Zusammenarbeit hieße beispielsweise, dass man sich abspricht bei Gesetzen. […] Das haben wir nicht vor, sondern wir werden die Themen, die dann jeweils im Landtag diskutiert werden, als CDU bewerten."
Die CDU habe 24 Jahre Verantwortung getragen als Regierungspartei, sei jetzt aber in der Opposition. "Das schmerzt uns insgesamt, aber wir werden diese Rolle annehmen."
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der neue Landtag wird am kommenden Dienstag konstituiert und einen Präsidenten wählen.
Very likely · Within days
Ulrich Siegmund wird sich im Dezember zur Wahl zum Ministerpräsidenten stellen lassen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird das BSW tatsächlich eine Koalition mit der AfD eingehen?
- Kann Ulrich Siegmund trotz fehlender Mehrheit zum Ministerpräsidenten gewählt werden?
- Wie wird die CDU ihre Rolle als Opposition ausüben?
- Wird es zu Neuwahlen kommen, falls keine Regierung gebildet werden kann?



