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Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird als Richtungswahl für Deutschland gesehen, nachdem die AfD in Umfragen stark zulegte und die CDU unter Friedrich Merz an Zustimmung verlor.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit dem starken Abschneiden der AfD und dem herben Absturz der CDU macht im Ausland Schlagzeilen. Medien wie die BBC und die englischsprachige Seite des arabischen Senders Al Jazeera pushten die ersten Prognosen auf die Handys ihrer Leserinnen und Leser. Auf vielen Online-Seiten war die Berichterstattung weit oben.
Großbritannien
«The Telegraph»: «Migrantenfeindliche AfD steuert in Ostdeutschland auf überwältigenden Wahlsieg zu»
BBC: «Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen. Eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde Zuständigkeiten für die Polizei sowie für das Bildungs- und Kulturwesen mit sich bringen.»
«Financial Times»: «Prognosen zufolge wird die Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft. Dies wäre ein Durchbruch für die Partei der äußersten Rechten und zugleich ein schwerer Rückschlag bei den Wahlen für die etablierten politischen Parteien Deutschlands.»
«The Times»: «Sollten sich die Hochrechnungen bestätigen, wäre das Ergebnis eine persönliche Demütigung für Friedrich Merz, dem geraten worden war, den Wahlkampf fast gänzlich zu meiden - aus Angst, seine persönliche Unbeliebtheit könnte der AfD Auftrieb geben. Der Stimmenanteil der CDU hat sich im Vergleich zum Ergebnis bei der letzten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 halbiert; damals konnte sie die AfD noch knapp abwehren.»
Polen
«Politische Wende in Deutschland?», fragt das polnische Portal «Onet». Und die «Gazeta Wyborcza» schreibt: «Exit Polls: AfD gewinnt. Wird sie in der Lage sein, die Regierung zu bilden?»
Die Tageszeitung «Rzeczpospolita» widmet der Wahl einen Live-Ticker. «Um Sachsen-Anhalt wird es noch lange laut bleiben. Das kleine Land hat in aufgebauschter Form gezeigt, was viele Deutsche quält. Sie vertrauen der politischen Klasse nicht mehr, sie sind besorgt über den sinkenden Lebensstandard und die Probleme der deutschen Wirtschaft. Merz ist noch nicht am Ende, aber in zwei Wochen sind Wahlen in zwei weiteren östlichen Bundesländern. Weitere Triumphe der AfD könnte der Kanzler nicht überstehen.»
Tschechien
«Aktualne.cz»: «Umbruch in Deutschland? Die AfD triumphiert Prognosen zufolge in einer Landtagswahl»
«Lidove noviny»: «Deutschland gehen die Zeit und das Geld aus. Es muss sich eingestehen, dass das bisherige Modell bereits nicht mehr funktioniert.»
Belgien
«De Tijd»: «Das Ergebnis - das beste für die Anti-Einwanderungspartei seit ihrer Gründung im Jahr 2013 - ist ein herber Rückschlag für die CDU unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Die AfD hat von der Frustration über eine schwächelnde Wirtschaft und steigende Energiepreise profitiert, indem sie gesellschaftliche Missstände aufgegriffen und dazu aufgerufen hat, die Migration zu stoppen, Klimaschutzmaßnahmen einzustellen und die Beziehungen zu Russland wiederherzustellen.»
Niederlande
«de Volkskrant»: «Sollte die AfD die absolute Mehrheit verfehlen, wird die Regierungsbildung sehr schwierig. Die CDU müsste dann eine Minderheitsregierung mit der SPD und den Grünen bilden. In wichtigen Fragen wäre sie jedoch auf die Unterstützung der radikalen Linken an Linken angewiesen sowie möglicherweise auf die des BSW. Das ist innerhalb der CDU ein äußerst heikles Thema. Zudem stellt sich die Frage, ob CDU-Ministerpräsident und Spitzenkandidat Sven Schulze dieses Wahlergebnis politisch überleben wird.»
Italien
«La Repubblica»: «Die schwarze Welle der AfD in Sachsen-Anhalt. (...) Die Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr bei den Wahlen zum Landesparlament des ärmsten und zugleich ältesten Bundeslandes des Landes. Die Alternative für Deutschland liegt mit großem Vorsprung vorn: Sollte es ihr gelingen, allein zu regieren, wäre dies die erste rechtsextreme Regierung in Deutschland seit 1945.»
«La Stampa»: «Es handelt sich um das beste Ergebnis überhaupt für die Souveränisten in einem deutschen Bundesland, das den Weg für die erste rechtsextreme Regierung im Land seit 1945 ebnet und den Erfolg des lokalen Parteichefs Ulrich Siegmund krönt.»
Wie «La Repubblica» und «La Stampa» widmet auch die Zeitung «Corriere della Sera» der Wahl in Sachsen-Anhalt einen Live-Ticker.
Frankreich
«Le Monde»: «Auch wenn es noch zu früh ist, um zu sagen, ob die AfD an die Macht kommen wird, hat ihre Galionsfigur Ulrich Siegmund der CDU, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, auf jeden Fall eine schwere Niederlage zugefügt. Merz hatte bei seinem Amtsantritt im Mai 2025 versprochen, den Aufstieg der rechtsextremen Partei einzudämmen.»
Spanien
«La Vanguardia»: «Die rechtsextreme AfD hat am Sonntag die deutsche Politiklandschaft mit einem Rekordsieg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt aufgerüttelt. Laut ersten Prognosen des ZDF erzielte sie 44 % der Stimmen. Die CDU landete mit 18,5 % weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz.»
Portugal
«Público»: Wahlen in Sachsen-Anhalt: Nachwahlbefragungen sagen AfD 44 % voraus. Die Zahlen erlauben es uns noch nicht, festzustellen, ob die AfD das Land tatsächlich regieren könnte, aber Alice Weidel sagte bereits, dass die Partei ein Mandat zur Führung der Exekutive habe.»
Norwegen
NRK: «AfD steuert auf deutlichen Sieg in deutschem Bundesland zu. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine Rechtsaußenpartei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommen.»
Schweden
«Dagens Nyheter»: «Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg könnte eine radikal-rechte Partei in einem deutschen Bundesland die Macht übernehmen.»
Brasilien
«Folha de São Paulo»: «Extreme Rechte führt bei Landtagswahlen in Deutschland und könnte laut Prognosen nach fast einem Jahrhundert wieder an die Macht kommen», titelt die Zeitung. «Die Wahl Siegmunds, der einen populistischen Wahlkampf auf TikTok geführt und dabei emotionale Erinnerungen an die ehemalige DDR geweckt hat, wäre ein seit dem Zweiten Weltkrieg beispielloses Ereignis in Deutschland.»
USA
«New York Times»: «Nach ersten Prognosen vom Sonntag dürfte die Partei "Alternative für Deutschland" bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Osten Deutschlands auf den ersten Platz kommen, was die Möglichkeit eröffnet, dass die extreme Rechte zum ersten Mal seit dem Ende der Nazizeit in einem Teil des Landes die Macht übernehmen könnte. (...) Dieser Zuwachs ging fast ausschließlich zulasten der Christdemokraten, der Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz, die heute Abend gemessen am Stimmenanteil mit Abstand die größten Verlierer sind.»
Die «New York Times» setzt das Thema auf Platz zwei und begleitet die Entwicklungen im Live-Ticker, bei CNN steht der Ausgang der Wahl auch weit oben auf der Seite. Die «Washington Post» räumte den Entwicklungen weniger Priorität ein, die Wahl war unter verschiedenen Nachrichten aus der Welt zu finden.
AI outlook — possibilities, not facts
Die AfD wird versuchen, allein zu regieren oder eine Koalition mit kleineren Parteien einzugehen.
Likely · Within weeks
Die CDU wird ihre Führungsspitze hinterfragen und möglicherweise personelle Konsequenzen ziehen.
Likely · Within months

After the state election in Saxony-Anhalt, graphics analyze voter migration and the AfD victory. The full article is locked behind a paywall.

The coalition of CDU, SPD and FDP lost its majority in the state elections in Saxony-Anhalt. According to projections, it is not possible to form a government from the political center. Three scenarios are being discussed: AfD majority (unlikely), BSW entry (almost five percent) or CDU government with AfD or Left support. The state parliament must be constituted within 30 days, with the longest-serving member acting as senior president. The rules of procedure are being renegotiated, and the BSW could favor the AfD by abstaining. The election of the Prime Minister follows a rigid schedule with up to three rounds of voting, with only a majority of votes cast being required in the third round. The AfD's top candidate Ulrich Siegmund rejects running for office without a parliamentary majority. A caretaker government under Sven Schulze (CDU) could remain in office for months or years, with the cabinet "petrified" so that no new ministers could be appointed.
The projection for the state election shows the AfD as the strongest party with 44.0 percent, followed by the CDU (17.5%), SPD (9.0%), the Greens (9.0%) and the Left (8.9%). The BSW is 5.0 percent and could enable an AfD government. With a total of 83 seats, the AfD and BSW would have 43 seats together, while the CDU, SPD, Greens and Left would achieve 40 seats together.
According to projections by ARD and ZDF, voter turnout in the state elections in Saxony-Anhalt is around 78 percent, a new record since reunification. This exceeds the previous high of 1998 (71.5 percent) and the voter turnout of 2021 (60.3 percent). The political mood during the election campaign was very polarized.

According to projections, the AfD won the state election in Saxony-Anhalt with 44.2 percent, while the CDU fell to 17.8 percent. The BSW is at 5.0 to 5.1 percent and could reach the state parliament, which could make it the kingmaker in forming a government. AfD leading candidate Siegmund confirmed the withdrawal of the State Broadcasting Treaty, while the CDU youth organization is calling for the resignation of the state leadership. International reactions came from, among others, Italy's Deputy Prime Minister Salvini.

The Saxony-Anhalt state election in 2026 shows voter migration in favor of the AfD. Based on infratest dimap data, it is analyzed from which parties voters were withdrawn and where they cast their votes. The evaluation is carried out in the context of Das Erste’s reporting on election day.