Alterssicherung: Koalitions-Fraktionschefs für Rentenreform – aber unterschiedliche Zeitvorstellungen
Quick Look
- In der schwarz-roten Koalition bestehen weiterhin Differenzen über die Umsetzung der Rentenreform.
- Während CDU-Fraktionschef Frei einen Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums fordert, um über Details zu sprechen, betont SPD-Fraktionschef Miersch die Notwendigkeit einer Einarbeitungszeit für den neuen Arbeitsminister Schweitzer und kritisiert die geplante beitragsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren als ungerecht.
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Why It Matters
Die schwarz-rote Koalition hatte eine Rentenreform vereinbart, die unter anderem eine beitragsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren vorsieht. Die Umsetzung stößt jedoch auf interne Differenzen, insbesondere hinsichtlich des Zeitplans und möglicher Änderungen an den Vorschlägen der Rentenkommission.
Berlin. In der schwarz-roten Koalition gibt es weiter Differenzen über die Umsetzung der verabredeten Rentenreform. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD, Thorsten Frei und Matthias Miersch, beteuerten am Sonntagabend in der ARD zwar, dass man die Rentenreform beschließen werde. Allerdings zeigten sich deutliche Differenzen bei den Zeitvorstellungen und möglichen Änderungen.
Frei forderte in der ARD am Sonntag einen Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums, damit man über Details reden könne. Das gelte etwa für die umstrittene beitragsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, sagte der CDU‑Politiker.
So könne man klären, ob man zwischen 45 Arbeitsjahren und weniger Jahren Arbeitszeit mit zusätzlichen Anrechnungszeiten ohne Rentenversicherungs-Zahlungen unterscheide. „Das sind alles Punkte, über die kann man durchaus sprechen, wenn man diese Empfehlungen in einen Gesetzentwurf überträgt“, sagte er Richtung des neuen Arbeitsministers Alexander Schweitzer (SPD). Allerdings könne man nicht einzelne Punkte aus den 33 Vorschlägen der Rentenkommission herauslösen. Frei pochte auf Tempo.
SPD-Fraktionschef Miersch wollte sich dagegen nicht auf einen Zeitpunkt festlegen lassen und forderte Einarbeitungszeit für den neuen Arbeitsminister, der den Gesetzentwurf vorlegen muss. Er sei sich mit Schweitzer und den SPD-Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Anke Rehlinger (Saarland) einig, dass man eine große Rentenreform wolle. „Aber wir sehen, dass diese Regelung dem Gerechtigkeitsempfinden von ganz vielen widerspricht.“
Er verwies darauf, dass auch drei CDU-Ministerpräsidenten im Osten so argumentierten. „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, jetzt einfach nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ zu verfahren.“ Miersch bezweifelte Expertenangaben, dass das Festhalten an der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zehn Milliarden Euro koste. „Ich glaube, dass das alles klappt“, fügte er mit Blick auf die Koalition hinzu.
Der CDU-Politiker Frei verwies darauf, dass die Union darauf bestehe, dass die Rente in einem Gesetzespaket beschlossen werde. Das sei die Lehre aus der Überführung des Bürgergelds in die Grundsicherung. Das SPD-geführte Arbeitsministerium hat hier immer noch nicht die verabredete zweite Stufe der Reform vorgelegt, die erhebliche
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der Arbeitsminister wird in den kommenden Wochen einen Gesetzentwurf zur Rentenreform vorlegen.
Likely · Within weeks
Die SPD wird ihre Bedenken hinsichtlich der Gerechtigkeit der beitragsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren in die Verhandlungen einbringen.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wann wird der Arbeitsminister den Gesetzentwurf vorlegen?
- Welche konkreten Änderungen an der Rentenreform werden noch diskutiert?
- Wie wird die Finanzierung der beitragsfreien Rente nach 45 Jahren gesichert?





