Das Jugendschöffengericht verhängte eine Weisung nach dem Jugendgerichtsgesetz; vom Vorwurf der sexuellen Belästigung wurde der Angeklagte freigesprochen.
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Der Angeklagte war zur Tatzeit ein Heranwachsender zwischen 18 und 21 Jahren. Die Taten ereigneten sich zwischen 2022 und 2024 im Rahmen seiner Tätigkeit als Jugendtrainer.
Weil er minderjährige Spieler seiner Mannschaft in Ostfriesland geohrfeigt hat, ist ein Fußballtrainer am Amtsgericht Aurich verurteilt worden. Der Angeklagte sei wegen Körperverletzung in einer Vielzahl von Fällen vor dem Jugendschöffengericht zu einer Weisung nach Paragraf 10 des Jugendgerichtsgesetzes verurteilt worden, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Weitere Einzelheiten dazu wurden nicht genannt.
Die Öffentlichkeit war bereits vor Prozessbeginn am Vormittag ausgeschlossen worden – zum Schutz der Zeugen und des Angeklagten, wie es hieß. Denn der Trainer war zu der vorgeworfenen Tatzeit juristisch gesehen ein Heranwachsender, also zwischen 18 und unter 21 Jahren alt.
Zu dem Urteil teilte der Gerichtssprecher weiter mit: «Weisungen nach dem Jugendgerichtsgesetz sind Gebote und Verbote, die die Lebensführung des Jugendlichen regeln und dadurch seine Erziehung fördern und sichern sollen. Ihrer Art nach können sie vielfältig sein.» Mit dem Verweis auf den Ausschluss der Öffentlichkeit machte das Gericht keine weiteren Angaben zu der Art der Weisung, die gegen den Mann ausgesprochen wurde. Ob das Urteil bereits rechtskräftig ist, war zunächst nicht bekannt.
Was die Staatsanwaltschaft dem Trainer vorwarf
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten insgesamt 93 Straftaten vorgeworfen, zu denen es während seiner Arbeit als Jugendfußballtrainer zwischen 2022 und 2024 gekommen sein soll. Nach Angaben des Amtsgerichts soll der Trainer demnach Spieler aus der von ihm trainierten Mannschaft in Ostfriesland immer wieder geohrfeigt und ins Gesicht geschlagen haben, wenn er mit ihren spielerischen Leistungen nicht zufrieden war.
Die Opfer sollen durch die Schläge der Anklage zufolge «nicht unerhebliche Schmerzen» erlitten haben. In einem anderen Fall soll der Trainer eine Wasserkiste nach einem Spieler geworfen haben. Mehrfach soll er zudem einen Spieler gegen seinen Willen geküsst haben. Deshalb hatte die Staatsanwaltschaft den Trainer auch wegen sexueller Belästigung angeklagt. Von diesem Vorwurf sprach ihn das Gericht frei.
Bei den Betroffenen soll es sich um Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahre gehandelt haben. Es habe mehrere Geschädigte gegeben, wegen derer die Staatsanwaltschaft Anklage erhob, hatte der Gerichtsprecher mitgeteilt. Eine genaue Zahl nannte das Gericht auf Anfrage nicht.
Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft dem Mann 88 Fälle von Körperverletzung, vier Fälle der sexuellen Belästigung und einen Fall der gefährlichen Körperverletzung vorgeworfen.
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