Amtsgericht Stuttgart eröffnet Insolvenzverfahren über vier Varta-Gesellschaften
Betroffen sind rund 2.300 Beschäftigte. Der Insolvenzverwalter hofft auf eine Investorenlösung in den kommenden Monaten.
Quick Look
- Das Amtsgericht Stuttgart hat die Insolvenzverfahren über vier Varta-Gesellschaften eröffnet.
- Etwa 2.300 Mitarbeiter sind betroffen.
- Der Insolvenzverwalter hofft auf Investoren, während in Nördlingen 350 Arbeitsplätze wegfallen.
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Why It Matters
Varta beantragte im Juli ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Grund war unter anderem der Wegfall des Hauptkunden Apple.
Das Amtsgericht Stuttgart hat die Insolvenzverfahren über vier Varta-Gesellschaften eröffnet. Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um die VARTA AG, die VARTA Microbattery GmbH, die VARTA Storage GmbH und die VARTA Micro Production GmbH.
Das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen hatte Mitte Juli nach eigenen Angaben zunächst für die Varta AG als Konzernmuttergesellschaft sowie drei weitere Einheiten einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt.
Bei den vier von der Insolvenz betroffenen Unternehmen arbeiteten nach Angaben des Insolvenzverwalters Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor in Ellwangen circa 2.300 Menschen.
Der Insolvenzverwalter des strauchelnden Batterieherstellers erwartet für das Unternehmen in den kommenden Monaten eine Investorenlösung. "Das Interesse an den technologischen Kernkompetenzen von Varta ist im Markt unverändert vorhanden", teilte Wahl mit.
Auch das Unternehmen erwartet einen erfolgreichen Abschluss des Verkaufsprozesses noch in den kommenden Monaten. Ob es sich bei den Interessenten um Finanzinvestoren oder auch Industrieunternehmen handele, konnte ein Sprecher von Wahl nicht beantworten.
Der Geschäftsbereich mit den Haushaltsbatterien, den wichtige Geldgeber aus dem Konzern herauslösen wollten, ist vom Insolvenzverfahren nicht betroffen. Dieser ist nach Konzernangaben rechtlich und operativ eigenständig aufgestellt.
"Dank des großen Einsatzes aller Beteiligten konnte der Geschäftsbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens stabilisiert werden", erklärt Insolvenzverwalter Wahl. Das sei eine gute Ausgangsbasis für die weitere Sanierung. Lieferanten und Kunden vertrauten weiterhin auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Während an den Standorten der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden konnte, gibt es laut Insolvenzverwalter für einen Teilbereich eine unumkehrbare Entscheidung: Für die Varta Microbattery bleibe es wegen des Wegfalls des bedeutendsten Kunden bei dem bereits im Frühjahr beschlossenen Produktionsaus.
Das betreffe die Fabrik im bayerischen Nördlingen. Dieser Schritt werde wie geplant umgesetzt, heißt es. Als Folge verlieren rund 350 Menschen ihren Arbeitsplatz. Die Schließung wurde bereits Mitte Mai angekündigt. Varta hatte im Frühjahr seinen wichtigsten Kunden verloren: Apple will die wiederaufladbaren Knopfzellen für seine "AirPods"-Kopfhörer künftig aus China beziehen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Investorenlösung in den kommenden Monaten
Likely · Within months
Produktionsaus für Varta Microbattery in Nördlingen
Very likely · Within months
Open Questions
- Welche Investoren werden den Zuschlag erhalten?
- Wie hoch sind die Chancen für den Erhalt aller Standorte?




