
Während die langfristigen Kapitalmarktzinsen auf Niveaus von 2008 steigen, ignorieren die Aktienmärkte die Krisensignale.
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Die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen haben mit 5,23 Prozent ein Niveau erreicht, das seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr beobachtet wurde.
Stabile Trends sind an den volatilen Finanzmärkten eher die Ausnahme und klare Gewissheiten von heute erweisen sich schon morgen gerne als große Irrtümer. Was allerdings an den globalen Anleihemärkten derzeit zu beobachten ist, lässt wenig Raum für Interpretationen.
Die langfristigen Kapitalmarktzinsen weisen steil nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zu Wochenbeginn zeitweise auf rund 5,23 Prozent. Die Verzinsung der 30‑Jährigen liegt inzwischen bei 5,57 Prozent. Das sind Niveaus, wie es sie vor Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 gab. Die europäischen und asiatischen Märkte können sich dem Sog des weltgrößten Bondmarktes kaum entziehen. Im Gleichschritt ziehen die Zinsen für klassische Unternehmenskredite, Verbraucherkredite oder Hypotheken an.
Verwunderlich ist allerdings, dass die Aktienmärkte die Krisensignale übersehen, gar ignorieren. Ungeachtet der tektonischen Verschiebungen an den Märkten für Schuldverschreibungen befinden sich viele Börsenindizes in der Nähe der Rekordhöhen.
Man kann es auch so formulieren: Anleihe- und Aktienmärkte sprechen unterschiedliche Sprachen. Erstere verlangen fast täglich Risikoaufschläge für ein System, das an seine Grenzen gerät. Zweite scheinen in den besten aller möglichen Welten, bestehend aus steigenden Unternehmensgewinnen, atemberaubendem technologischem Fortschritt im Bereich KI und entsprechenden Produktivitätssprüngen. Wer hat also recht?

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