Apothekensterben in Deutschland hält an: Zahl sinkt auf Tiefstand
Trotz leichter Verlangsamung und beginnender Honorarerhöhungen schrumpft die Zahl der Apotheken weiter. Gleichzeitig warnen Verbände vor den Folgen eines staatlichen Sparpakets.
Quick Look
- Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist im ersten Halbjahr um 113 auf 16.488 gesunken.
- Laut Abda handelt es sich um den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten.
- Zwar greifen erste Honorarerhöhungen, doch ein Sparpaket der Koalition belastet die Betriebe.
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Why It Matters
Das Apothekensterben in Deutschland beschreibt den kontinuierlichen Rückgang der Betriebsstätten seit Jahren infolge wirtschaftlichen Drucks.
Das Apothekensterben in Deutschland hält an: Wenn auch langsamer als im Vorjahreszeitraum, geht die Zahl der Apotheken zurück. Zwar zeigen sich Apotheker bereit, mehr Leistungen zu übernehmen - doch das von der Koalition beschlossene Sparpaket im Gesundheitswesen macht auch vor ihnen nicht halt.
Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist weiter gesunken. Ende Juni gab es bundesweit noch 16.488 Apotheken und damit 113 weniger als zum Jahreswechsel, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) hervorgeht. Der Rückgang fiel etwas kleiner aus als im ersten Halbjahr 2025 mit damals 238 Apotheken. Nun standen seit Anfang Januar 30 Neueröffnungen 143 Schließungen gegenüber. Erfasst werden jeweils Hauptapotheken und Filialen, von denen es bis zu drei geben kann.
Abda-Präsident Thomas Preis sagte: "Das Apothekensterben hat sich zwar etwas verlangsamt, hält aber weiter an. Wir haben inzwischen die niedrigste Apothekenzahl seit fast fünf Jahrzehnten." Nach 13 Jahren Stillstand bei der Vergütung beginne immerhin eine stufenweise Honorarerhöhung zu greifen, die die Apotheken betriebswirtschaftlich stabilisieren solle. "Ob dieser Nachholeffekt ausreicht, um das Apothekensterben aufzuhalten, wird sich noch zeigen müssen."
Mit einer Verordnung der Bundesregierung wurde ein Fix-Bestandteil der Apotheken-Vergütung für rezeptpflichtige Medikamente zum 1. Juli von 8,35 Euro pro Packung auf 9,00 Euro erhöht. Zum 1. Januar 2027 soll eine Anhebung auf 9,50 Euro folgen. Das von der Koalition beschlossene Sparpaket für stabile Krankenkassenbeiträge mit Ausgabenbremsen im gesamten Gesundheitswesen bezieht auf der anderen Seite auch die Apotheken mit ein. Verbandspräsident Preis warnte, die Honoraranpassung drohe so zum "Strohfeuer" zu werden.
Zugleich sollen Apotheken nach einem Gesetz der schwarz-roten Koalition künftig mehr Leistungen wie Impfungen, Vorsorge und Tests anbieten können. Preis sagte, die Apothekerinnen und Apotheker seien bereit, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. "Dafür brauchen wir aber stabile Rahmenbedingungen und eine faire Dynamisierung des Honorars, um künftige Kostensteigerungen abzufedern."
Die Rolle der Apotheken im Versorgungssystem ist auch Thema beim Deutschen Apothekertag, der an diesem Dienstag in München beginnt. Zur Eröffnung wird der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann erwartet.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Anhebung der Fix-Vergütung auf 9,50 Euro zum 1. Januar 2027.
Very likely · Within months
Open Questions
- Reicht die angekündigte Honorarerhöhung aus, um das Schließen weiterer Apotheken zu stoppen?
- Welche konkreten Maßnahmen plant der neue Bundesgesundheitsminister?






