Die invasive Art bedroht heimische Bienenvölker und Ernten, während Experten die staatlichen Bekämpfungsmaßnahmen als unzureichend kritisieren.
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Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art, die sich in Europa ausbreitet und heimische Insekten sowie Honigbienen jagt. Sie baut im Jahresverlauf zwei verschiedene Nesttypen an unterschiedlichen Standorten.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist kaum zu stoppen. Unaufhaltsam breitet sie sich in Europa aus. Die Insekten machen Jagd auf die heimische Honigbiene und fressen auch zahllose andere Insekten. Und sie können mit ihrem Gift sogar Menschen gefährlich werden.
In Deutschland ist vor allem der Südwesten betroffen. Die Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg verzeichnet in diesem Jahr schon die Meldung von 2000 Hornissen-Nestern, mehr als doppelt so vielen wie im vergangenen Jahr. Imker Achim Meinzer vom Bienenzüchterverein Karlsruhe wirft der Politik vor, nicht genug zu tun, um die Asiatische Hornisse in Schach zu halten.
„Wir werden alle dafür bezahlen, wenn wir nicht mehr machen“, warnt Meinzer. Und auch Eckhard Richter vom Imkerverband Rheinland-Pfalz ist besorgt. Im Gespräch mit WELT sagt er: „Das ist schwer in den Griff zu bekommen.“ Die Hornissen fressen nicht nur Insekten, sondern fallen auch über Obst und die Weinberge her, was für erhebliche Ernteausfälle sorgen kann.
Was die Bekämpfung der Asiatischen Hornisse so schwierig macht, ist ihre besondere Lebensweise. Eine Königin baut im Frühjahr in Bodennähe ein sogenanntes Primärnest – in Nistkästen, Geräteschuppen oder Hecken. Sogar unter einem Gullideckel sei schon ein solches Nest entdeckt worden, sagt Richter. In diesem Primärnest wachsen die Arbeiterinnen heran.
Jetzt im Spätsommer macht sich die Königin mit ihrem Hofstaat auf den Weg, um hoch oben in einem Baumwipfel ein zweites, größeres Nest zu bauen, das sogenannte Sekundärnest. Darin wachsen einige Hundert Prinzessinnen heran. Sie werden beim Hochzeitsflug von Drohnen begattet, was sie zu neuen Königinnen macht, die sich dann etwa unter der Rinde eines Baumes ein Winterquartier suchen.
Nicht alle überleben bis zum Frühjahr, aber offensichtlich genug, um neue Völker zu gründen und den rasanten Vormarsch fortzusetzen.
Die beiden Nester liegen nicht allzu weit auseinander. Und darin liegt der Ansatz für eine wirksame Bekämpfung. „Hat man ein Primärnest in Bodennähe entdeckt, kann man gezielt in der näheren Umgebung nach dem Sekundärnest suchen“, sagt Richter. Die sind jedoch oft schwer zu erkennen, solange die Bäume noch Blätter haben.
Mit der Zerstörung des Sekundärnests wird die nächste Generation von Hornissen zerstört. Das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium hat daher für das Aufspüren und die Beseitigung eines Nestes samt Königin und Prinzessinnen 200 Euro ausgelobt. Martin Klatt, Artenschutzreferent beim Naturschutzbund in Baden-Württemberg, hält diese Summe eindeutig für zu niedrig: „Das reicht hinten und vorne nicht.“
Die Sekundärnester in großer Höhe seien oft nur mithilfe eines in der Regel teuren Hubsteigers zu erreichen, so Klatt. Hinzu kämen unter anderem die Kosten für eine „stichfeste Ausrüstung“. Gewöhnliche Imkeranzüge böten keinen ausreichenden Schutz vor den aggressiven Tieren.
Carolin Rein, die bei der Landesanstalt für Bienenkunde Baden-Württemberg für die Bekämpfung von Hornissen zuständig ist, verweist auf die Möglichkeit, auch ohne Hubsteiger an die Nester zu gelangen. Es würden sogenannte Teleskoplanzen eingesetzt, über die zum Beispiel heißer Dampf in die Nester geleitet werden kann.
In diesem Jahr wurden nach Angaben von Rein bisher mehr als 1450 Gründungsnester entfernt, davon rund 500 mit finanzieller Förderung des Landes von 60 Euro pro Nest. Außerdem wurden bisher 45 Sekundärnester beseitigt, weitere knapp 120 wurden gemeldet und harren der Entfernung.
Förderung und Öffentlichkeitsarbeit sollen dazu beitragen, die Ausbreitung der Tiere zu verlangsamen und ihre Dichte gering zu halten, wie Rein erläutert. Dass mehr Nester gemeldet wurden als in den Vorjahren, könnte bereits ein Zeichen dafür sein, dass die Strategie erfolgreich ist und die Aufmerksamkeit für das Problem zugenommen hat.
Möglicherweise hilft künftig im Kampf gegen die Asiatische Hornisse auch der Klimawandel. Denn die Hornissen mögen zwar Wärme, brauchen aber auch Wasser. Heiß und trocken wie in diesem Sommer, so Rein, sei schlecht für diese Art.
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Deutschland.
Very likely · Within months

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