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Seit Sommer 2024 gibt es in Hessen spezialisierte Asylkammern bei den Verwaltungsgerichten, um die Bearbeitung von Asylverfahren zu beschleunigen. Dabei werden bestimmte Herkunftsstaaten auf einzelne Gerichte konzentriert, um Expertise zu bündeln.
Die Dauer von Asylverfahren vor hessischen Gerichten ist binnen eines Jahres deutlich gesunken. Für Asylhauptverfahren an allen hessischen Verwaltungsgerichten wurden im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 13,7 Monate benötigt, wie das Justizministerium in Wiesbaden mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Dauer noch 19 Monate betragen.
«Unsere Verwaltungsgerichte werden nicht nur schneller, sie erledigen auch mehr Verfahren», erklärte Justizminister Christian Heinz (CDU). Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 seien im laufenden Jahr mehr Fälle abgearbeitet worden. «Gerade die Konzentration von Herkunftsstaaten auf einzelne Verwaltungsgerichte führt offensichtlich dazu, dass mehr Verfahren erledigt werden können», ergänzte Heinz.
Zudem ist die Zahl der Verfahrenseingänge in Asylhauptverfahren den Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gesunken auf rund 4.000 Fälle (1. Halbjahr 2025: 5.400 Fälle).
Konzentration der Verfahren an bestimmten Gerichten
Im Sommer 2024 hatte am Verwaltungsgericht Darmstadt die erste hessische Asylkammer ihre Arbeit aufgenommen. «Der Rückgang der hessenweiten Verfahrensdauern liegt auch daran, dass diese beim Verwaltungsgericht Darmstadt nahezu halbiert werden konnten», erläuterte Heinz. «Hierzu hat auch die Asylkammer beigetragen.»
Asylverfahren für Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten werden hessenweit beim Verwaltungsgericht Gießen konzentriert. Daneben hat das Verwaltungsgericht Frankfurt die Zuständigkeiten für die Herkunftsstaaten Äthiopien und Eritrea, das Verwaltungsgericht Kassel für Irak und Pakistan sowie das Verwaltungsgericht Wiesbaden für die Länder Iran, Russische Föderation und Somalia. «Durch die Expertise an den jeweiligen Standorten können Verfahren schneller bearbeitet werden», erklärte Heinz.

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